Nerv-Bilanz: Täglich 1000 Kilometer Stau

Stau Autobahn
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Staubilanz 2009: Bei der Zahl der Staus verzeichnete der ADAC einen Anstieg um 10 000 auf 140 000.

Die Staufalle schnappt immer häufiger zu: Wann, wo und wie lange stockender Verkehr die Nerven von Autofahrern strapaziert hat, zeigt die ADAC- Staubilanz 2009.

Auf den deutschen Autobahnen bildeten sich im Jahr 2009 pro Tag Staus mit einer durchschnittlichen Länge von 1 000 Kilometern. Das ergab die aktuelle Auswertung der ADAC-Staudatenbank.


Insgesamt summierten sich die gemeldeten Staus zu einer Gesamtlänge von 350 000 Kilometer. Die Bilanz des Vorjahres hatte eine Gesamtstaulänge von 375 000 Kilometer ergeben. Bei der Zahl der Staus verzeichnete der Club dagegen einen Anstieg um 10 000 auf 140 000.

Laut ADAC ist der Rückgang der Gesamtstaulänge eine Folge der Wirtschaftskrise. So sank die Verkehrsleistung beim Straßengüterverkehr um zehn Prozent, die Fahrleistung von Lkw über zwölf Tonnen sogar um knapp zwölf Prozent.


Die größten Spritschlucker der Straße

Hier sind die größten Spritfresser: Der sparsamste, der Pickup F-250 von Hersteller Ford, verbraucht im Schnitt etwa 16,2 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Der Bentley Flying Spur kam im Jahr 2006 auf den Markt. Er verbraucht 17,4 Liter auf 100 Kilometer bei 560 PS. © dpa
Die Limousine 57S von Hersteller Maybach ist mit 612 PS sehr leistungsstark. Allerdings verbraucht das Auto auch 18,1 Liter/100 km. © dpa
Auch Mercedes ist bei den Benzinverbrauchern vertreten. Der ML 63 verbraucht wie der Maybach etwa 18,1 Liter/100 km. © dpa
540 PS stark ist der Ferrari 612 Scaglietti, mit Spitzengeschwindigkeit von 320 km/h - aber er schluckt auch knapp 19 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Der Bentley Azure war 1998 das teuerste Cabrio der Welt. Das heutige Modell verbraucht 19,6 Liter Super Plus im Schnitt. Im Stadtverkehr schluckt er ordentlich: Über 26 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Der Supersportwagen Veyron von Bugatti rast mit über 400 km/h nur so über die Straßen - im Schnitt verbraucht er 21,4 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Als Stadtfahrzeug ist der Bugatti allerdings nicht wirklich geeignet. Da erhöht sich der Verbrauch nämlich auf satte 30 Liter/100 km. © dpa
Murciélago, auf Spanisch Fledermaus, ist der Name dieses Lamborghini. Es war der Name eines erfolgreichen Kampfstiers in Spanien. © dpa
Aber er trinkt wohl mehr, als der Stier. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 331 km/h verbraucht der Murciélago im Schnitt 22,4 Liter - der Topschlucker. © dpa

Der Wochentag mit den meisten Staus war der Freitag. Im Schnitt wurden an diesem Tag 520 Verkehrsstörungen gezählt, im Vorjahr waren es 460. Deutlich schneller kamen die Autofahrer dagegen an den Sonntagen voran. Mit 150 Staus, die sich zu einer Gesamtlänge von 490 Kilometern summierten, war der Sonntag der verkehrsärmste Tag im Vorjahr.

Die meisten Verkehrsbehinderungen mussten die Autofahrer im Oktober hinnehmen. Damals wurden 14 000 Staus gemeldet, die eine Länge von 36 000 Kilometer ergaben. Im Januar wurden indes nur rund 7 500 Verkehrsstörungen und ca. 20 000 Staukilometer registriert.

Spitzenreiter unter den Bundesländern ist Nordrhein-Westfalen mit dem größten Autobahnnetz. Von dort wurden 44 000 Staus gemeldet, das sind 32 Prozent aller gemeldeten Stauinformationen. Auch bei der Gesamtstaulänge führt Nordrhein-Westfalen die Tabelle an – vor Bayern und Baden-Württemberg. Auf diese drei Länder entfielen etwa 62 Prozent aller gemeldeten Staus. Die neuen Bundesländer (ohne Berlin) kamen zusammen auf etwa vier Prozent aller gemeldeten Staukilometer und fünf Prozent der Meldungen.

Unter den bedeutenden überregionalen Autobahnen war die A 8, bezogen auf die Länge der Autobahn, diejenige Fernstraße mit den meisten Staus. Platz zwei und drei belegen die Autobahnen A 3 und A 1.

Nach Ansicht des ADAC untermauern die aktuellen Daten den dringenden Ausbaubedarf des Autobahnnetzes. Bis Ende 2009 wurde von den 2 200 Kilometern Autobahn, die laut Bedarfsplan zwischen 2001 und 2015 vordringlich auszubauen sind, lediglich ein Viertel realisiert.

ADAC

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