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Diesen Daimler gibt es ab 70.000 Euro

Mercedes EQE im Fahrtest: Wie gut ist die elektrische E-Klasse?

Mercedes-Benz EQE weiß in voller Fahrt
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Mit 292 PS ist die derzeitige Einstiegsversion des EQE ausgestattet. Weitere Varianten mit bis zu 700 PS sollen folgen.

So günstig gab es noch keine S-Klasse. Wer auf ein wenig Platz verzichtet, bekommt mit dem Mercedes EQE 350 fast einen EQS und muss dafür knapp 30.000 Euro weniger hinblättern. Der Fahrtest.

  • Daimler will mit seinem elektrischen EQE auch die alten E-Klasse-Kunden gewinnen
  • Frust bei Mercedes-Fans: Leider wird es kein T-Modell geben – zumindest vorerst
  • Die Testfahrten zeigen. Ein Mercedes bleibt ein Mercedes auch im Elektro-Zeitalter

Ja – es ist ein Mercedes. Nach über 200 Kilometern Testfahrten mit den neuen voll elektrischen EQE ist das die wichtigste Erkenntnis. Nicht wenige hatten befürchtet, dass Daimler durch die Elektrifizierung seinen Charakter verlieren würde. Zumindest beim EQE, dem elektrischen Pendant zur erfolgreichen E-Klasse, ist das nicht der Fall. Die gehobene Mittelklasse-Limousine steht zwar unter Strom aber immer noch unter einem (guten) Mercedes-Stern. Das Fahrwerk ist auch ohne Luftfeder komfortabel, das Interieur je nach Größe des Geldbeutels luxuriös bis verschwenderisch, und bei der Motorpower hat man auch beim EQE 350 immer genug Reserve in petto. Zwei Wermutstropfen haben wir aber auch gleich gefunden. Zum einen wird es vom EQE nicht den Kombi geben, also das beliebte T-Modell, und auch beim Preis bleibt sich Mercedes treu. Bei 70.000 Euro geht es los – aber auch hier kann man nach den Sternen greifen. Ein paar Klicks auf dem Konfigurator, schon liegt man bei knapp 100.000 Euro und damit beim Einstiegspreis des nächsthöheren Modells, des EQS

Der so genannte Hyperscreen spannt sich über die ganze Breite des Fahrzeugs und besteht aus drei Einzelbildschirmen.

Der Unterschied ist so groß wie ein Lineal

Knapp 30.000 Euro liegen zwischen den beiden Modellen – das ist schon eine andere Welt. Theoretisch. In der Praxis liegen EQE und EQS ziemlich dicht beieinander. Der deutlichste zeigt sich in der Karosseriegröße. Hier bietet der EQS mit einem Radstand von 3,21 Metern ganze neun Zentimeter mehr und übertrifft mit einer Länge von 5,21 Metern den kleinen Bruder um 26 Zentimeter und damit fast um ein ganzes Schul-Lineal. Dadurch hat er mehr Platz für Passagiere – und Batterie. Der EQE kann im Unterboden deshalb nur einen kleineren 90,6 kW-Akku (10 Jahre oder 250.000 Kilometer Garantie) mitnehmen. Der reicht aber auch für Reichweiten bis zu 654 Kilometern. Sonst gleichen sich EQS und EQE wie ein Ei dem anderen. Da mögen die Scheinwerfer einen Tick anders aussehen, da mag eine Sicke im Heck charakteristischer gestaltet sein – alles Marginalien. Bis auf den Kofferraumdeckel, der sich beim EQS mitsamt Heckscheibe öffnen lässt.

Der Beifahrer hat im EQE seinen eigenen Bildschirm. Hier kann er sogar Filme oder Serien streamen.

Der Beifahrer hat sein eigenes Kino

Auch beim Interieur sucht man den Unterschied vergeblich. Im EQE gibt es den monströsen Hyperscreen ebenfalls, der aus drei Bildschirmen besteht und sich über die ganze Fahrzeugbreite zieht. Zwar nicht in Serie, aber aufpreispflichtig für rund 8.500 Euro bestellbar. Nur das große Head-Up-Display und autonomes Fahren auf dem Level 3 (bis Tempo 60 auf Autobahnen steuert sich der Daimler selbst) bleibt der elektrischen S-Klasse vorbehalten. Noch! Ob es den Hyperscreen, der unbestritten beeindruckend aussieht, tatsächlich braucht, ist die große Frage. Das Serien-Armaturenbrett ist mit dem 11,9 Zoll großen Zentralbildschirm ohnehin schon mehr als ordentlich ausgestattet.

Nach unseren Fahrten, auf denen wir beide Cockpits testen konnten, sind wir der Ansicht: Weniger ist mehr, weil die Informationsflut ohnehin schon überwältigend ist. Tacho-Display, Head-Up-Anzeige und noch einen Giga-Screen – das lenkt bloß vom Fahren ab. Und ob der Copilot seinen eigenen Bildschirm braucht, um einen Film zu streamen, lassen wir dahingestellt. Übrigens: Damit sich der Fahrer von einem Hollywood-Schinken nicht ablenken lässt, haben sich die Daimler-Ingenieure einen feinen Trick einfallen lassen. Sobald die Augenkameras feststellen, dass der Blick auf den Bildschirm fällt, wird dieser deaktiviert.

So sieht das serienmäßige Cockpit des Mercedes EQE aus. Der zentrale Bildschirm hat dabei auch schon fast die Größe von 12 Zoll.

Sanft wiegt der EQE seinen Fahrer in den Schlaf

Mit derlei High-Tech-Raffinessen ist der Mercedes EQE geradezu gespickt. Einen besonderen Komfort bietet etwa das Power-Nap-Programm. Eine Art Kurz-Wellness, wenn man eine Pause macht oder an der Ladesäule steht. Bei Power Nap wird der Fahrersitz in Ruheposition gebracht, Seitenscheiben und Rollos schließen sich selbständig und das Ambiente-Licht leuchtet in gedämpften Farben. Dazu gibt es beruhigende Klänge von „Waldlichtung“ über „Meeresrauschen“ bis hin zu „Sommerregen“. Auf dem zentralen Bildschirm erscheint der Sternenhimmel. Wer hier nicht einschläft muss ziemlich ausgeschlafen sein. Geweckt wird man übrigens durch eine dezente Massage und die Sitzbelüftung bevor die Rollos im Daimler-Séparée wieder nach oben gehen.

Die One-Bow-Optik des Mercedes EQE setzt sich auch im Heck fort, betont wird sie auch vom durchgehenden Leuchtenband.

So viel Reichweite hat der Mercedes EQE wirklich

Idealerweise hat man diese Zeit zum Aufladen genutzt. Bei einer Leistung von bis zu 170 kW DC (Gleichstrom) ist nämlich nur ein kurzes Nickerchen drin. Von 10 auf 80 Prozent geht es in einer knappen halben Stunde. Wer es besonders eilig und nur noch ein kurzes Stück zum Ziel hat, der füllt den Akku schon in 15 Minuten so auf, dass weitere 250 Kilometer Reichweite zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Porsche oder Kia setzt die aktuelle EQ-Generation weiterhin auf 400-Volt-Technik, was nicht ganz so schnelle Ladezeiten bedeutet. „Tanken“ mit Wechselstrom (AC) geht auch mit dem EQE. Dafür ist ein 11 kW-Lader serienmäßig an Bord, gegen einen Aufpreis kann man aber auch ein 22-kW-Gerät erwerben, das dann immerhin in etwas mehr als vier Stunden den Akku auffüllt.  Wie weit man mit einer vollen Batterie kommt, konnten wir auf den Testfahrten nicht ganz ausreizen. Allerdings hat die Praxis gezeigt, dass der Verbrauch von 16 bis 18 kWh nicht realistisch ist. Wir lagen bei 21,8 – und das bei eher moderater Fahrt. Das bedeutet eine tatsächliche Reichweite von knapp über 400 Kilometern. Rein theoretisch. Denn naturgemäß fängt man spätestens bei 70 Kilometern Rest schon mit der Suche nach einer Ladesäule an, um auf der sicheren Seite zu sein.

Aus Gründen der Aerodynamik und weil es auch schick ist, versenken sich die Türgriffe in der Karosserie.

292 Pferdestärken bringen auch 2,3 Tonnen auf Trab

Der Verbrauch des EQE lässt sich natürlich auch in weit höhere Regionen treiben, wenn man die 292 Elektropferde so richtig laufen lässt. Denn ewig verführt das Drehmoment von 565 Newtonmetern, das selbst diesen 2,3-Tonnen-Koloss zügig auf Trab bringt. Sechseinhalb Sekunden von 0 auf 100, dazu Heck-Antrieb und ein sportlich getrimmt Fahrwerk – die elektrische E-Klasse hat mit dem leicht angestaubten Image des Verbrenners nichts zu tun. Optional kann man auch noch die Luftfederung bestellen, dann wird der Daimler zum fliegenden Teppich. Aus der Abteilung Komfort kommt auch die neue Hinterachs-Lenkung in zwei Ausführungen dazu. Dadurch verkürzt sich der Wendekreis von 12,50 auf 11,60 oder 10,7 Meter. Das (Fahr-)Vergnügen findet übrigens in völliger Stille statt. So selbstverständlich ist das nicht, auch wenn Elektromotoren ziemlich leise sind. Dafür fehlt aber dann das Verbrenner- und Auspuffgeräusch, das sonst relativ viele Krachmacher (Kühler, Pumpen) im Auto übertönt. Deshalb müssen E-Autos mit erheblichem Aufwand nachgedämmt werden.

Ein Mercedes bleibt ein Mercedes, auch wenn er elektrisch angetrieben wird. Das ist das Urteil unseres Autoren Rudolf Bögel.

Bekommt die AMG-Variante 1000 Nm Drehmoment?

Mit 215 kW Leistung geht es bei der Elektro-E-Klasse erst los. Der EQE 500 mit 300 kW (408 PS) steht aber quasi schon in den Startlöchern. Mit einem zweiten Elektromotor und Allradantrieb weist er natürlich eine ganz andere Leistungsklasse auf. Das ist in etwa so, als wenn man auf dem Volksfest von der Schiffsschaukel auf das Kettenkarussell umsteigt. Der Tritt auf das Gaspedal setzt unglaubliche 858 Newtonmeter Drehmoment frei. 4,7 Sekunden von 0 auf 100 – was für eine Gaudi! Da sind wir schon gespannt, was der ebenfalls schon angekündigte EQE 43 AMG 4Matic mit 350 kW (476 PS) für Werte erreichen wird. Und dann wäre da ja noch der AMG EQE 53. Auch hier lohnt sich ein Blick auf den größeren Bruder. Den AMG EQS gibt es mit bis zu 761 PS und einem vierstelligen Drehmoment: 1.000 Newtonmeter – das ist dann kein Kettenkarussell mehr, sondern schon die Achterbahn oder gleich der Freefall. (Rudolf Bögel)

  • Technische Daten Kia Mercedes EQE 350+
  • Motor: Permanenterregte Synchronmaschine
  • Maximale Leistung: 215 KW (292 PS)
  • Maximales Drehmoment: 565 Nm
  • Batterie (Netto): 90,6 kWh
  • Kraftübertragung: Hinterrad
  • 0-100 km/h: 6,4 s
  • Spitze: 210 km/h
  • Ladedauer: AC 11 kW Serie 8,25 std.; 22 kW 4,25 std.
  •                      DC 170 kW (max.) 32 min. (von 10 auf 80 Prozent)
  •                      Bis zu 250 km Reichweite DC nach 15 min.
  • Maximale Rekuperationsleistung: 186 kW             
  • Reichweite: 567 – 654 km
  • Verbrauch: 15,9 – 18,7 kWh / 100 km
  • Länge / Breite / Höhe: 4,95 / 1,96 / 1,51 m
  • Radstand: 3,12 m
  • Wendekreis: 10,7 – 12,5 m
  • Leergewicht / Zuladung: 2.355 / 525 kg
  • Anhängelast (gebr.): 750 kg
  • Kofferraum: 430 – 770 l
  • Preis: 70.626,50 Euro  

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