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Erste Ausfahrt mit der 110.000 Euro teuren Limousine

Mercedes-AMG EQE 53: Kanonenkugel mit Elektro-Antrieb

Mercedes-AMG EQE 53 4Matic+ Front
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Zurück in die Zukunft. Der EQE 53 fährt zwar leise und geschmeidig, bei einer Leistung von knapp 700 PS bleibt er doch ein echter AMG.

Kann AMG elektrisieren? Mit dem EQE 53 schickt die Sportabteilung von Mercedes einen Stromer mit 687 PS und 1000 Nm Drehmoment auf die Straße. Ein Leisetreter mit der Wucht einer Kanonenkugel.

  • Die Sportauto-Schmiede von Mercedes fährt ins Elektro-Zeitalter.
  • Kurzfristig mobilisieren die beiden E-Maschinen sogar bis zu 700 PS.
  • Kann der digitale Sound das Bollern des Auspuffs wirklich ersetzen?

Spoiler und Schweller – adé. Auspuffrohre so dick wie Oberarme – hasta la vista, baby! Und auf die Ohren gibt es auch nichts mehr, die Nachbarn werden dankbar sein. AMG, die ehemals hemdsärmelige Tuning-Tochter von Mercedes, fährt in die Zukunft. Erster Test mit dem vollelektrischen Mercedes AMG EQE 53 4matic+. Schneller, höher, weiter! Alte Lateiner wissen, dass beim olympischen Motto der Neuzeit ein Übersetzungsfehler vorliegt: Citius, altius, fortius – lautet das Original. Statt „weiter“ müsste es eigentlich „kräftiger“ heißen.  Schneller und kräftiger, das war immer schon auch der Leitgedanke im schwäbischen Affalterbach. Und das zumindest ändert sich auch im elektronischen Zeitalter nicht. Denn der EQE ist ein wahrer Muskelprotz mit knapp 700 PS. Ob das sinnvoll ist? So viel Leistung braucht viel Strom und der kommt ja bekanntermaßen nicht nur aus der Steckdose. Egal – die Klientel wünscht sich solche Autos. Mercedes baut sie.

Ein Cockpit wie aus einem Science-Fiction-Film. Nachts leuchtet das AMG-Ufo besonders schön.

Bunt wie ein Aquarium: So leuchtet das Cockpit

Abstriche müssen Fans der drei Großbuchstaben schon gleich beim Aussehen machen. Der EQE 53 hat zwar einen auffälligeren Frontgrill mit senkrechten verchromten Querstreben und hinten einen etwas größerer Heckspoiler – aber sonst ist er nahezu baugleich mit dem normalen Mercedes EQE 350. Sowohl außen als auch innen – sieht man mal von der ein oder anderen Ziernaht ab, den Sportsitzen und den eigens für AMG entwickelten Grafiken auf der Bildschirmlandschaft ab, die mehr an das Cockpit eines Kampfjets erinnern als an ein Auto. Nachts leuchtet der EQE wie ein Fahrzeug von einem anderen Stern. Bunt wie ein Tropen-Aquarium.

Ein AMG-Bolide, der nur mit Strom fährt - das ist der neue EQE 53 aus der Affalterbacher Sportwagenschmiede.

Wie fühlen sich 687 PS und 1000 Nm Drehmoment an?

Den großen Unterschied zur normalen Limousine macht die Technik. Und da natürlich der Motor oder besser gesagt die Motoren. Denn sowohl der kleinere EQE 43 als auch der EQE 53 werden von zwei E-Maschinen auf Vorder- und Hinterachse angetrieben. Sie wurden vor allem auf das häufige Abrufen der Höchstleistung zugeschnitten. Wer das AMG Dynamic Plus-Paket für 4.760 Euro bestellt, bekommt dafür zumindest für einen kurzen Moment einen Boost von 687 PS und 1000 Nm Drehmoment. Wie sich das anfühlt? So überwältigend, dass man es genau einmal ausprobiert, um sich von der irren Wucht in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 katapultieren zu lassen. Der Gentleman-Fahrer hingegen schweigt und genießt lieber das Gefühl, jederzeit ausreichend Power zu haben. Auch ohne den Boost-Effekt steht ja das beruhigende Drehmoment von 950 Nm zur Verfügung, das auch beim Zwischenspurt auf der Autobahn ab Tempo 120 jederzeit machtvoll nach vorne zieht.

Der so genannten Panamericana-Grill glänzt mit senkrechten Chromstreben und dem Stern in der Mitte. Hier sind auch die Sensoren versteckt.

2,5 Tonnen – der AMG EQE 53 ist eine Wuchtbrumme

Zugespitzt wurde beim AMG-Modell auch das Fahrwerk. Die Luftfederung steuert jedes einzelne Rad an und optimiert dort die Dämpfer. In den Fahrstufen Sport und Sport+ legt sich der EQE automatisch um 15 Millimeter tiefer. Bei Comfort macht er es aus aerodynamischen Gründen erst ab Tempo 120. Mit AMG Ride Control und der serienmäßigen Hinterachslenkung wird die E-Limousine zum veritablen Sportgerät. Leise und geschmeidig taucht der Allrad-AMG in die Kurven ein, und beschleunigt satt und zufrieden in Windeseile wieder heraus. Schön, wie präzise und schnell das Auto in jeder Hinsicht reagiert. Auch beim beherzten Bremsen hat man die stattlichen 2,5 Tonnen jederzeit im Griff. Wer will, kann auch hier noch nachbessern. Für 4.998 Euro gibt es die extrem sportliche Keramik-Bremsanlage.

Bei den Grafiken haben sich die Designer von Kampfjet-Cockpits und Raumschiffen inspirieren lassen.

Künstliche Sphärenklänge für Innen und Außen

Hohe Motorleistung, starke Bremsen, tiefergelegtes Fahrwerk – das hört sich doch nach guter alter AMG-Welt an. Bleibt die Frage: Hast Du Töne? Die hat er, aber alles nur noch synthetisch. Da brabbelt nichts, da blubbert nichts und die Trompetenstöße der Auspuffrohre gibt es auch nicht mehr. Zur persönlichen Erbauung kann man sich allerdings von der so genannten AMG Sound Experience beschallen lassen. Die künstlich erzeugten Sphärenklänge passen sich an das jeweilige Fahrprogramm an, es gibt sie in den Ausführungen Balanced, Sport und Powerful. Für außen und innen. Und dann wären da noch die Event Sounds, ein eigener Klangteppich für das Verriegeln des Autos etwa oder für Motor-Stopp und Start.

Auf die Sport+-Taste drücken, schon packt der Mercedes-AMG EQE 53 den absoluten Dampfhammer mit 1000 Nm Drehmoment aus.

Bei den Ladzeiten hat Mercedes Nachholbedarf

Die Batterie des AMG EQQ 53 ist mit 90,60 kWh genauso groß wie in allen anderen Modellen der elektrischen E-Klasse. Sie soll eine Reichweite von 459 bis 526 Kilometer ermöglichen – das hängt aber natürlich ganz vom eigenen Fahrstil ab. Wer sich zu oft von den vielen Pferdestärken verführen lässt, der kommt mit dem prognostizierten Verbrauch von 20 bis 22 kWh auf 100 Kilometer nicht aus. Da kann auch nach 300 Kilometern schon Schluss sein. Wer allerdings unaufgeregt unterwegs ist, der schafft, wie auch unsere Testfahrten gezeigt haben, tatsächlich solche Verbräuche. Erstaunlich für so ein schweres Auto. Beim Laden hat Mercedes generell noch Nachholbedarf. Mit bis zu 170 kW hängt der EQE zwar am Gleichstrom-Lader, was 180 Kilometer Reichweite nach 15 Minuten bedeutet. Ein voller Akku dürfte jedoch mehr als eine Stunde dauern. An der 22-kW-Wallbox sind es deren fünf. Hier haben Automobile mit 800-Volt-Technik klare Vorteile.

Auffällig war gestern. In der neuen elektrischen AMG-Welt ist auch der Spoiler geschrumpft.

40.000 Euro – so viel kosten nur die Extras

Höher, schneller, teurer. So ein AMG kostet auch in der Elektro-Welt eine schöne Stange Geld. Los geht es bei knapp 110.000 Euro – 40.000 Euro mehr sind jedoch völlig problemlos zu schaffen im Konfigurator. Dann hat man ihn aber noch nicht mit allem, dafür ist der AMG schon ziemlich scharf. Auch als Elektro-Auto. Rudolf Bögel

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am Weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

Technische Daten Mercedes-AMG EQE 53 4matic+

  • Motoren: 2 permanenterregte Synchronmaschinen
  • Maximale Leistung: 460 kW (626 PS) / 505 (687) mit AMG Dynamic Plus
  • Maximales Drehmoment: 950 Nm / 1000 mit AMG Dynamic Plus
  • Batterie (Netto): 90,6 kWh
  • Kraftübertragung: Allrad
  • 0-100 km/h: 3,5 s / 3,3 mit AMG Dynamic Plus
  • Spitze: 220 km/h / 240 mit AMG Dynamic Plus
  • Ladedauer: AC 11 kW circa 10 std.; 22 kW circa 5 std.
    – DC 170 kW (max.) 32 min. (von 10 auf 80 Prozent)
    – Bis zu 180 km Reichweite DC nach 15 min.
  • Maximale Rekuperationsleistung: 260 kW             
  • Reichweite: 459 – 526 km
  • Verbrauch:  20,2 – 22,6 kWh / 100 km
  • Länge / Breite / Höhe: 4,96 / 1,90 / 1,50 m
  • Radstand: 3,12 m
  • Wendekreis: 12,4 m
  • Leergewicht / Zuladung: 2.525 / 570 kg
  • Anhängelast (gebr.): 750 kg
  • Kofferraum: 430 l
  • Preis: ab 109.777,30 Euro 

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