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Experten klären auf

Hitzefalle Auto: Wann darf man die Scheibe einschlagen?

Immer wieder werden Kinder oder Hunde bei Hitze im Auto zurückgelassen. Doch: Wann darf man zur Rettung die Scheibe einschlagen? Experten klären auf.

Sobald die Temperaturen steigen, tauchen leider immer wieder die gleichen Meldungen auf: Kinder oder Hunde werden bei sengender Sonne allein im Auto zurückgelassen – und damit in Lebensgefahr gebracht. Denn schnell heizt sich der Innenraum eines Fahrzeugs auf Temperaturen von bis zu 60 Grad auf. Das Problem: Nicht immer lässt sich von außen erkennen, ob die Klimaanlage läuft – obwohl es bereits Ansätze von Herstellern wie Rivian mit einem speziellen Haustier-Modus gibt, der Außenstehenden genau das deutlich machen soll. Was aber ist, wenn man das Gefühl hat, das Kind oder das Tier im Auto ist in Not? Darf man dann einfach die Scheibe einschlagen?

Hunde und Kinder werden immer wieder bei extremer Hitze im Innenraum von Fahrzeugen zurückgelassen. (Symbolbild)

Hitzefalle Auto: Wann darf man die Scheibe einschlagen?

Die Juristen des ADAC empfehlen, als Erstes einmal an die Scheibe des Wagens zu klopfen – um zu sehen, ob im Innenraum eine Reaktion feststellbar ist. Sollten sich Kind beziehungsweise Hund noch ganz normal bewegen, könne man davon ausgehen, dass die Klimaanlage aktiv sei. In manchen Fahrzeugen sei auch eine entsprechende Temperaturanzeige vorhanden.

Hitzefalle Auto: Bei vermeintlicher Gefahr zunächst Polizei oder Feuerwehr alarmieren

Falls klar wird, dass die Situation offenbar gefährlich ist – und beispielsweise das Kind apathisch wirke oder der Hund stark hechele, sollten Polizei oder Feuerwehr alarmiert werden. Bis die Einsatzkräfte eintreffen, sollte man die Autoinsassen auf jeden Fall im Auge behalten und beobachten, ob sich die Lage verschlechtere.

Hitzefalle Auto: Vor dem Einschlagen der Scheibe besser Zeugen suchen

Sollte sich die Situation zuspitzen, bevor Polizei oder Feuerwehr eintreffen – und das geht schnell, wie ein Experiment zeigt – bleibt dann eigentlich nur die Möglichkeit, sich Zugang zum Innenraum zu verschaffen. Bei einem verschlossenen Fahrzeug ist dies nur über das Einschlagen der Scheibe möglich. Doch Vorsicht: „Bevor man zur Tat schreitet, sollte man sich unbedingt Zeugen suchen“, betont ADAC Clubjurist Klaus Heimgärtner. „Rein rechtlich gesehen, handelt es sich dabei nämlich um eine Sachbeschädigung.“

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Zum 9. November 2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Wer innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt statt wie früher 35 nun 70 Euro. © Sebastian Gollnow/dpa
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder. © Uwe Anspach/dpa
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläutert hatte. Dies gelte dann, wenn Radfahrer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fahren.  © Paul Zinken/dpa
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen.
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen. (Archivbild/Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.  © Patrick Seeger/dpa
Polizei-Kontrollaktion zu Drogen und Alkohol
Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten. (Archivbild/Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.  © Patrick Pleul/dpa

Hitzefalle Auto: Filmaufnahmen können bei Streitigkeiten als Beweis dienen

Gedeckt sei das Handeln in so einem Fall durch den „rechtfertigenden Notstand“ (§34 StGB): „In einem Notfall mit akuter Gefahr für Leib und Leben führt eine rechtswidrige Tat nicht dazu, dass man bestraft wird“, erklärt Heimgärtner. Vor Haftungsansprüchen ist man laut dem Experten durch §228 des Bürgerlichen Gesetzbuches geschützt: Die Zerstörung der Sache werde in diesem Fall schließlich vorgenommen, um eine Gefahr abzuwenden – in einem Fall in Mittelfranken schlug beispielsweise die Polizei selbst die Scheibe ein.

Außerdem hat der ADAC noch einen wichtigen Tipp: Sein Vorgehen sollte man mit Polizei oder Feuerwehr besprechen – und außerdem alles filmen. Dann sei man auch für eventuelle Streitigkeiten im Anschluss gerüstet.

Rubriklistenbild: © Gottfried Czepluch/Imago

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