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Urteil des LG Köln

Dooring-Unfall mit Fahrradfahrer: Autofahrer haftet allein

Ein Rennradfahrer krachte in eine geöffnete Autotür und verletzte sich schwer – das Landgericht urteilte nun: der Autofahrer trägt die Haftung zu 100 Prozent.

Oft lässt sich ein Zusammenprall im letzten Moment noch abwenden – doch in diesem Fall nicht: In Nordrhein-Westfalen war ein Rennradfahrer in die sich öffnende Tür eines parkenden Autos gekracht und gestürzt. Der Radler zog sich dabei schwere Verletzungen zu – unter anderen einen Rippenbruch und diverse Prellungen. Auch das Rennrad wurde beschädigt. Die Versicherung des Autofahrers erklärte sich bereit, den Schaden zu 75 Prozent zu übernehmen – doch den Fahrradfahrer treffe ein Mitverschulden in Höhe von 25 Prozent, weil er nicht genügend Abstand zu dem geparkten Wagen gehalten habe. Dagegen klagte der verunfallte Radler – mit Erfolg.

Hochgefährlich: Bei sogenannten Dooring-Unfällen können sich Radfahrer schwer verletzen. (Symbolbild)

Dooring-Unfall mit Radfahrer: Autofahrer haftet zu 100 Prozent

Die Versicherung des Autofahrers, der den sogennanten „Dooring“-Unfall verursacht hatte, muss den Schaden nun zu 100 Prozent übernehmen, wie aus einer Mitteilung des Landgerichts Köln hervorgeht. Das Gericht sprach dem Fahrradfahrer in seinem Urteil (Az. 5 O 372/20) ein Schmerzensgeld in Höhe von 7.500 Euro zu – obwohl der Mann „deutlich schneller gefahren sei als der durchschnittliche Radfahrer“. Laut eigener Aussage war der Radler mit mehr als 30 km/h unterwegs gewesen. Doch laut dem Urteil habe der Radler mit so einer „groben Unachtsamkeit des Autofahrers“ einfach nicht rechnen müssen. Um Dooring-Unfälle zu vermeiden, sollten Autofahrer ihre Tür mit dem sogenannten „Holländer-Griff“ öffnen.

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Zum 9. November 2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Wer innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt statt wie früher 35 nun 70 Euro. © Sebastian Gollnow/dpa
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder. © Uwe Anspach/dpa
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläutert hatte. Dies gelte dann, wenn Radfahrer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fahren.  © Paul Zinken/dpa
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen.
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen. (Archivbild/Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.  © Patrick Seeger/dpa
Polizei-Kontrollaktion zu Drogen und Alkohol
Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten. (Archivbild/Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.  © Patrick Pleul/dpa

Dooring-Unfall mit Radfahrer: Seitenabstand zu parkenden Autos laut Gericht eine Einzelfallentscheidung

Ein Mitverschulden des Fahrradfahrers sah das Landgericht Köln nicht. Ein nicht ausreichend eingehaltener Seitenabstand habe dem Mann nicht nachgewiesen werden können. Die Frage des Abstands sei eine Einzelfallentscheidung, bei der es auf die Verkehrslage, die Geschwindigkeit, die bauliche Situation sowie die Breite der Straße und die Art der beteiligten Fahrzeuge ankomme. Der Seitenabstand solle in der Regel so bemessen sein, dass ein „geringfügiges Öffnen der Fahrertür“ noch möglich sei. 50 Zentimeter können hierfür schon ausreichend sein. Andersherum gibt es für das Überholen von Fahrrädern durch Autos genaue Vorgaben.

Laut dem Gericht habe der Fahrradfahrer keinen so großen Seitenabstand zum Fahrzeug einhalten müssen, dass er auch bei einer vollständig geöffneten Tür nicht mit ihr kollidiert wäre. Begründet wurde die Entscheidung auch auf Grundlage der Straßenverkehrsordnung (§ 14 Abs. 1), laut der sich Autofahrer beim Ein- und Aussteigen so zu verhalten haben, dass eine Gefährdung anderer auszuschließen sei. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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