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Heikle Technik

Tesla: Hätte der „Wächter-Modus“ in Deutschland keine Chance auf Zulassung gehabt?

Die Kameraüberwachung durch Teslas „Wächter-Modus“ ist in Deutschland im Grunde illegal. Nur: Wieso ist die Technik dann überhaupt verbaut?

Es gibt wohl keinen Autohersteller, der derart umstritten ist wie Tesla. Während die Fangemeinde vor allem den vermeintlichen Technik-Vorsprung ihrer Marke preist, sehen viele andere in dem Elektroauto-Bauer in erster Linie ein großes Sicherheitsrisiko. Vor allem das „Autopilot“-System in seinen verschiedenen Ausbaustufen taucht häufig in den Negativ-Schlagzeilen auf. Zuletzt wurde Tesla in Kalifornien sogar wegen irreführender Werbung verklagt – weil ein Funktionsumfang versprochen wird, der nicht eingehalten werden kann. Auch der sogenannte „Wächter-Modus“ der Stromer wird von vielen Markenfans gefeiert. Doch die quasi ständige Kameraüberwachung ist in Deutschland datenschutzrechtlich eigentlich illegal. Aber warum ist die Technik dann überhaupt in den Fahrzeugen verbaut?

Tesla: Hätte „Wächter-Modus“ in Deutschland keine Chance auf Zulassung gehabt?

Während andere Hersteller lange mit professionellem Personal testen, um eine Technik sicher auf die Straße zu bringen, geht Tesla zumeist einen anderen Weg: So werden beispielsweise Beta-Versionen der „Full Self-Driving“-Software auf öffentlichen Straßen getestet – Verbraucherschützer warnen schon seit langer Zeit, dass die Tesla-Fahrer dabei quasi als „Testingenieure“ eingesetzt werden. Hochumstritten ist hierzulande aber auch der sogenannte „Sentry Mode“ („Wächter-Modus“): Ist er aktiviert, zeichnen in den Fahrzeugen beinahe nonstop acht Kameras die Umgebung auf – mit 250 Metern Reichweite und 360-Grad-Rundumblick. Problem hierbei ist allerdings nicht die Sicherheit im Verkehr – sondern das Thema Datenschutz.

Die Nutzung von Teslas „Wächter-Modus“ ist in Deutschland eigentlich illegal. (Symbolbild)

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Tesla: „Wächter-Modus“ ließ bereits bei Behörden die Alarmglocken schrillen

Vor nicht allzu langer Zeit hatte das Thema „Wächter-Modus“ bereits bei Polizeibehörden die Alarmglocken schrillen lassen – weil ja auch Beamte privat Tesla-Fahrzeuge fahren und sich mitsamt den zahlreichen Kameras auf Dienstgeländen bewegen. Allerdings stellt sich generell die Frage: Ist der Einsatz der Sentry-Technik in Deutschland legal? Laut einem Bericht der TV-Sendung „Auto Mobil“ (VOX) definitiv nicht.

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am Weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

Tesla: Hersteller holt sich laut KBA seine Typgenehmigung in den Niederlanden

In dem TV-Beitrag erklärt ein Vertreter der Berliner Datenschutzbehörde (BlnBDI), der „Wächter-Modus“ sei datenschutzrechtlich unzulässig, wenn er im öffentlichen Raum unbeteiligte Dritte aufzeichne, die davon nichts wissen: „Der Wächter-Modus kann im öffentlichen Raum nicht rechtskonform eingesetzt werden.“ Die Technik stelle im öffentlichen Raum eine Datenschutzverletzung dar – heiß: Sie ist im Grunde illegal. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht das übrigens genauso und hat Tesla unter anderem auch aus diesem Grund verklagt. Denn theoretisch müssten alle, die gefilmt werden, ihr Einverständnis dazu erklären.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Verbaut werden darf die Technik des „Wächter-Modus“ allerdings – den Grund dafür verrät das Kraftfahrtbundesamt (KBA) auf Anfrage von „Auto Mobil“: In Europa haben die Hersteller demnach die Wahl, in welchem Mitgliedsstaat sie ihr Produkt genehmigen lassen – und Tesla hat sich seine Typgenehmigung in den Niederlanden geholt. Dort hatte man offenbar keine Einwände gegen die Technik.

Rubriklistenbild: © Political-Moments/Imago

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