"Holländischer Griff"

Darum haben Sie die Autotür bisher falsch geöffnet - und warum das drastische Folgen haben kann

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Wer unachtsam die Autotür öffnen, verursacht schnell einen Unfall. Ein bestimmter Griff soll helfen.
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Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob Sie die Autotür richtig öffnen? Vermutlich nicht. Doch es gibt einen Griff, der sogar Leben retten kann.

Der Schulterblick wird in jeder Fahrschule gelehrt. Er ist aber nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Aussteigen wichtig. Denn wer nicht aufmerksam nach hinten schaut, übersieht schnell einmal einen anderen Verkehrsteilnehmer - allen voran Radfahrer.

Unvorsichtiges Öffnen der Autotüren kann schwere Folgen nach sich ziehen

Die Unfallforschung der Versicherer stellte 2017 im Rahmen einer Studie fest, dass sieben Prozent der Unfälle zwischen Rad- und Kraftfahrern aufgrund von unvorsichtig geöffneten Fahrertüren zustande kommen. Damit ist es zwar eine vergleichsweise seltene Unfallkonstellation, jedoch oft mit schweren Folgen: Jeder fünfte dieser Unfälle endet mit schweren Verletzungen für den Radfahrer. In Berlin kam es 2018 deshalb schon zu einem Todesfall. Dabei wäre die Situation so leicht vermeidbar, wie die Unfallforschung erklärt.

Die Lösung trägt den Namen "Holländischer Griff". Damit ist gemeint, dass Autofahrer anstatt der linken Hand die rechte benutzen sollten, um die Fahrertür zu öffnen. Im Umkehrschluss öffnen Beifahrer ihre Tür mit der linken Hand. Durch das Öffnen der Tür mit der entfernteren Hand sind Insassen gezwungen den Oberkörper zur Seite zu drehen - und der Schulterblick stellt sich automatisch ein.

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Autotür öffnen: "Holländischer Griff" vermeidet Unfälle

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrerclub spricht sich dafür aus, dass der holländische Griff an deutschen Fahrschulen gelehrt werden soll: "Es ist eine gute Maßnahme, um Fahrschülern den Schulterblick beim Aussteigen anzutrainieren", heißt es gegenüber dem Online-Portal Express.

Dieter Quentin, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, stimmt dem zu: "Die Fahrschulen in Deutschland lehren seit Jahrzehnten, dass vor dem Öffnen der Türen auf den nachfolgenden Verkehr zu achten ist. Der holländische Griff ist eine gute Möglichkeit."

Der holländische Griff kommt aus den Niederlanden, wo er in rund 50 Prozent der Fahrschulen unterrichtet wird, wie Martijn Es, Sprecher vom Fietsersbond, der Interessenvertretung der Radfahrer in den Niederlanden, gegenüber dem Express erklärt. Trotzdem ist er nicht zwingend jedem Holländer bekannt. Jedoch seien die meisten niederländischen Autofahrer gleichzeitig Radfahrer: "Sie wissen wohin sie schauen müssen und wissen, wie Radfahrer denken."

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