Unterwegs im Elektro-Golf

VW blue-e-motion
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Ein Druck aufs Gaspedal und der Elektro-Golf setzt sich rasant in Bewegung.

Erst ist es mal ungewohnt: Man drückt den Startknopf - und nichts passiert. Erst nach längerem Druck sieht man einen Zeiger im Armaturenbrett etwas nach oben wandern, alles in totaler Stille.

Doch das Auto ist jetzt startklar. Ein Druck aufs Gaspedal und der Elektro-Golf setzt sich rasant in Bewegung. Lautlos spurtet er die Testgerade entlang, ähnlich wie in der Straßenbahn. Das Tempo wird bestimmt von dem Zeiger, der den Energiehaushalt verrät und von der Anzeige für die noch verfügbare Reichweite.


Statt Drehzahlmesser: Das linke Instrument im Armaturenbrett informiert über den Energieverbrauch.

Aber wann kommt das Elektroauto tatsächlich mit akzeptabler Technik, genügend Reichweite und nicht zuletzt zu konkurrenzfähigen Preisen? Sicherlich, ein paar Hersteller bringen ihre E-Mobile kurzfristig auch auf den deutschen Markt, aber von großen Stückzahlen ist die Industrie noch weit entfernt. Zu viele Hürden muss dieser Antrieb in Zukunft noch nehmen.

Bei VW machen sich Manager und Techniker schon lange Gedanken, wie man die Probleme lösen könnte. Der Hauptansatz für die Wolfsburger lautet dabei, die Energie muss regenerativ erzeugt werden. Hier sind neue Ideen, Partner und Geschäftsmodelle gefragt, die VW mit teilweise kleinen Unternehmen und Universitäten angeht.


Diese Elektroautos gibt's schon

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Alles Elektro? Auch Sportwagenfans können mit Watt und Volt ihre Musklen spielen lassen. Doch ohne Motorsound - der Tesla-Roadster fährt elektrisch. © Hersteller
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Maximale Reichweite: 350 Kilometer. © Hersteller
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Der kompakte Sportwagen hat seinen Preis: Der einfache Roadster kostet 99 960 Euro und der Roadster Sport ist für 117 810 Euro zu haben. © Hersteller
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Exotisch: Seit den 90er Jahren ist der CityEL auf den Straßen unterwegs. Für Kurzstrecken beschleunigt das Gefährt bis zu 63 km/h. Je nach Tempo beträgt die Reichweite 60 bis 120 Kilometer. Preis cirka ab 10.000 Euro. © Hersteller
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Think Global verkauft in Norwegen, Niederlande und in Österreich. Das Modell Think City ist ab 44 400 Euro zu haben. Auch mit Faltdach (1057 Euro) fährt das Modell bis zu Tempo 100. Reichweite 160 Kilometer. © Hersteller
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Das Geländestrommobil: Der mit einem DirektDrive Elektromotor ausgestattete neue LUIS 4U hat seine Wurzeln in China. Ist aber schon bei Ahrensburger Firma Luis zu haben. © Hersteller
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Die leistungsstarken Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus ermöglichen eine Reichweite von über 200 km. Die Basisversion kostet ab 12.000 Euro. © Hersteller
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REVA Electric Car Company baut das Stadtwägelchen Reva i. Das in Indien gebaute Modell hat zwei Sitze. Fährt Spitze Tempo 75. Der Basispreis liegt bei 17 999 Euro. © Hersteller
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Der Reva NXR bietet Platz für vier Personen. Für den Hersteller eine echte Alternative zum Zweitwagen. Das E-Mobil fährt Höchstgeschwindigkeit 104 km/h. Länge: 3,20 Meter, Breite 1,56 Meter. Reichweite mit Lithium Batterie 160 km (Preis 17.000 Euro) © Hersteller
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Der fesche Italiener: Tazzari ZERO fährt Tempo 100. Preis ab 23 990 Euro © Hersteller
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Peugeot iOn kann für 500 Euro pro Monat beim Hersteller geleast werden. Das Elektro-Auto mit vier Plätzen hat eine Reichweite von 140 Kilometern, 47 kW (64 PS). Ab Ende 2010. © Hersteller
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Das geliche gilt für den Citroen C-Zero. © Hersteller
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700 in Handarbeit umgerüstete Mini E-Prototypen sind unterwegs. Bei den Versuchsmodellen belegt die Batterie die Sitze auf der Rückbank. © Hersteller
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Ende 2010 soll der Nissan E-Leaf auf den Markt kommen. © Hersteller
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Renault startet 2011 mit diversen Elektro Modellen: Darunter der Kangoo Rapid Z.E. mit 70 kW/95 PS. © Hersteller
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Auch die Stufenhecklimousine Fluence Z.E. soll auf den Markt kommen. © Hersteller
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Der neue smart fortwo electric drive läuft seit Mitte November 2009 vom Band. Das emissionsfreie Fahrzeug ist mit einer Lithiumionenbatterie ausgerüstet. 2012 soll der Zweisitzer für jedermann verfügbar sein. © Hersteller
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Mercedes die Funktionen vom Vito bei Minus 30 Grad schon geshat testet. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf Tempo 80 begrenzt. Reichweite liegt bei 130 Kilometern. © Hersteller
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Rinspeed UC: Der keine 2,60 Meter kurze Flitzer soll helfen den innerstädtischen Verkehrsinfarkt zu vermeiden. Das Fahrzeug selbst ist ein auf Basis des Fiat 500 entwickeltes Elektrofahrzeug. © Hersteller
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Opel verspricht mit dem Elektro Ampera eine verlängerte Reichweite von 500 Kilometern. Die ersten 60 Kilometer fährt der Ampera dabei rein elektrisch. Dank eines kleinen Verbrennungsmotors wird die Batterie danach wieder mit Strom gespeist. © Hersteller
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Audi e-tron: Obwohl allein die Akkus fast 400 Kilogramm wiegen, bringt der mit viel Aluminium konstruierte Zweisitzer nur 1350 Kilogramm auf die Waage. Das Tempo für die Studie ist auf 200 begrenzt. © Hersteller

Die Kernfrage: Wie können wir im Jahr 2020 die geplanten insgesamt rund eine Unterwegs im Elektro-Golf Die E-Mobilität muss in der Praxis noch viele Hürden nehmen Million Elektrofahrzeuge ohne zusätzliche Kraftwerke mit Strom versorgen? VWManager sind sicher, dass die ausreichende Menge Energie schon heute vorhanden ist. Es geht also um die intelligente Verwendung dieser Menge. Die zweite Herausforderung liegt im Produkt: Wie wird aus dem E-Fahrzeug ein fürdenbreiterenMarktattraktives Auto?

Dazu müssen die Batteriekosten drastisch sinken - derzeit kostet ein Akku je kW-Stunde 500 Euro und die Batterie von der Größe des VW Golf blue-e-motion hat 26,5 kW/h. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, deutlich unter 200 Euro zu kommen“, sagt Sven Patuschka, bei VW verantwortlich für die Elektrik-Entwicklung. Trotzdem wird die Batterie ein sehr teures Bauteil bleiben, selbst wenn bei den Lithium- Ionen-Zellen mittelfristig noch eine Menge machbar ist.

Nachtanken: Hinter der Klappe verbirgt sich die Steckdose für die Stromzufuhr.

Vor allem sind Fortschritte bei Materialkosten und Energieausbeute notwendig. Weitere Verbesserungen könnten sich in rund 20 Jahren auch durch neue Batterie- und Zellentypen ergeben, doch die sind heute noch in der Grundlagenforschung. Aber solange preiswerte Lösungen nicht in Sicht sind, hängt der Erfolg des E-Autos stark davon ab, ob der alternative Antrieb staatlich gefördert wird. Neben der direkten Förderung mittels Prämien sind Infrastrukturmaßnahmen wie Ladestationen oder die Unterstützung der Forschung nötig. Viele Hersteller fordern Landesund EU-weite Anpassungen, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Energie-Management: Auf dem Bildschirm kann man stets verfolgen, wie sparsam man gerade unterwegs ist

Die Ideallösung wäre ein weltweit kompatibles Laden mit Starkstrom. Zum Einstieg ins elektrische Fahren dürfte die Versorgung mit Strom über die übliche Haushaltssteckdose ausreichen. Künftig wird aber der Übergang vom Gleichstrom zum Wechselstrom nötig sein, um die Ladezeit von sechs bis acht Stunden auf gut 20 Minuten zu senken. In Ländern mit 110 Volt, wie in USA und Japan, dauert das Aufladen erst recht zu lang.

Ein anderer Punkt: Bisher sind bei den Forschungsfahrzeugen die Wechselrichter jeweils in dem betreffenden Auto. Aber: Kosten, Platz und Gewicht im Auto könnten gespart werden, wenn es Ladestationen für viele Fahrzeuge gäbe. Über die Gewichtsreduzierung würde dann auch die Reichweite von derzeit bis zu 150 Kilometer für einen Golf Blue-e-Motion steigen.

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