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Harte Aussage

Deutscher Verkehrsforscher sicher: Autofahren muss „finanziell unattraktiv“ werden

Damit eine Verkehrswende in Deutschland überhaupt gelingen kann, braucht es laut einem Forscher Maßnahmen, die den Menschen das Autofahren „verleiden“.

Nähert sich die Tanknadel der roten Zone, dann kreisen die Gedanken der meisten Autofahrer im Moment schon um die gewaltige Rechnung an der Zapfsäule. Nach dem Ende des umstrittenen Tankrabatts schossen die Spritpreise sofort wieder in die Höhe – wobei auch in den drei Monaten der Steuersenkung Benzin und Diesel nicht wirklich günstig waren. Alle, die auf ein Auto angewiesen sind, hoffen nun auf bessere Zeiten, was den Spritpreis angeht – nicht so ein Forscher der TU Berlin. Er fordert, jegliche Subventionen für das Auto zu stoppen, um die Menschen dazu zu bringen, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.

Laut einem Forscher der TU Berlin muss man den Menschen das Autofahren „verleiden“. (Symbolbild)

Deutscher Verkehrsforscher: Autofahren muss „finanziell unattraktiv“ werden

 „Die Zeiten, in denen das Auto den Vorrang vor allen anderen Verkehrsmitteln hat, sind vorbei“, sagt Oliver Schwedes, Leiter des Fachgebiets Integrierte Verkehrsplanung an der TU Berlin. Seiner Meinung nach scheue sich die Politik bislang, die Autofahrer mit dieser Wahrheit zu konfrontieren. Dem Wissenschaftler zufolge tritt Deutschland bei der Verkehrswende auf der Stelle: Zwischen 1990 und 2020 – also innerhalb von 30 Jahren – seien laut Bundesumweltamt im Verkehrssektor lediglich zehn Prozent an CO₂-Emissionen eingespart worden. Lag der Treibhausgas-Ausstoß 1990 bei 164 Millionen Tonne CO₂, so seien es 2020 immer noch 146 Millionen Tonnen gewesen. Dass die Bundesregierung ihr Ziel erreiche, bis zum Jahr 2030 nur noch 85 Millionen Tonnen CO₂ im Verkehrssektor auszustoßen, hält Schwedes für „fraglich“.

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Wissenschaftler: Nachhaltige Verkehrspolitik darf sich nicht am „Wohl des Autofahrers“ orientieren

Daher hat der Wissenschaftler das Forschungsprojekt „Pull & Push – Gut und Böse“ initiiert, das untersuchen soll, mit welchen Strategien eine nachhaltige Verkehrspolitik umsetzbar ist. Der Plan soll sich dabei aber nicht am „Wohl des Autofahrers“ orientieren, sondern am Klimawandel, wie einer Kurzbeschreibung des Projekts zu entnehmen ist. Über die Lösung von Problemen, die zum Beispiel Familien mit Kindern oder Menschen auf dem Land ohne ein Auto haben würden, ist darin allerdings nichts zu finden. Vielen Menschen fällt nämlich der komplette Verzicht aufs Auto ganz schön schwer – das zeigte erst kürzlich ein Versuch von Wissenschaftlern der Universität Hamburg.

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

Forscher der TU Berlin kritisiert „Parallelfinanzierung“ von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket

Besonders kritisch sieht Oliver Schwedes jedenfalls die parallele Finanzierung von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket: Das sei einer der „schwerwiegendsten Fehler deutscher Verkehrspolitik“. Für Autofahrer gäbe es keinen Grund vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen, wenn gleichzeitig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auch der Sprit subventioniert werde. Den Politikern fehle dem Forscher zufolge der Mut, die „attraktiven Angebote“, die den Autofahrer zu den öffentlichen Verkehrsmitteln ziehen sollen, mit Maßnahmen zu kombinieren, die „ihm das Autofahren verleiden“ – sprich das Autofahren finanziell unattraktiv machen.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Deshalb fordert der Wissenschaftler, sämtliche Subventionierungen des Autos einzustellen – also beispielsweise auch die Pendlerpauschale, die Dieselsubventionierung und das Dienstwagenprivileg.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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