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Hohe Bußgelder drohen

Sicherheitsabstand im Straßenverkehr: Das müssen Autofahrer wissen

Zu wenig Sicherheitsabstand auf der Straße erhöht die Unfallgefahr. Autofahrern, die sich nicht daran halten, drohen hohe Bußgelder und Fahrverbote.

Drängler sind nicht nur nervig, sondern stellen im Straßenverkehr eine extreme Gefahr dar – speziell auf der Autobahn bei höheren Geschwindigkeiten. Denn: Wer keinen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Vordermann einhält, kann womöglich im Notfall nicht mehr rechtzeitig bremsen – und es kommt zum Unfall. Die entscheidende Frage ist allerdings: Wie viel Abstand ist „ausreichend“? In der StVO ist dabei kein konkreter Wert genannt – dieser hängt nämlich von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Im Gesetz heißt es lediglich, dass der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug in der Regel so groß sein muss „dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird.“

Zu dichtes Auffahren ist gefährlich und kann Autofahrer teuer zu stehen kommen. (Symbolbild)

Sicherheitsabstand im Straßenverkehr: Das müssen Autofahrer wissen

Um den nötigen Sicherheitsabstand zum Vordermann zu berechnen, gibt es zwei Faustformeln, die den meisten Autofahrern bekannt sein sollten. Die erste lautet „halber Tacho“: Außerhalb geschlossener Ortschaften gilt als Mindestabstand der halbe Tachowert. Wer also auf einer Landstraße mit 100 km/h unterwegs ist, muss mindestens 50 Meter Abstand zum Vordermann halten. Wer sich schwer mit der Einschätzung von Abständen tut, dem rät der Automobilklub ACV, sich nach den Leitpfosten richten, die entlang von Autobahnen und Landstraßen aufgestellt sind: Diese stehen üblicherweise im Abstand von 50 Metern. Für den Bremsweg ist die Berechnung etwas komplizierter.

Wissenstest Verkehrsschilder: Hätten Sie alle erkannt und wissen, was sie bedeuten?

StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Das Verkehrszeichen für den Überholverbot dürfte allen Autofahrern bekannt sein. Dieses neue Straßenschild ist eine Abwandlung dessen. Es gilt explizit als Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen. Das bedeutet in Straßenabschnitten, die mit diesem Verkehrszeichen ausgeschildert sind, dürfen mehrspurige Fahrzeuge (Autos, LKWs) keine Motorräder oder Fahrräder überholen. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Auch dieses Straßenschild dient dem Schutz von Fahrradfahrern. Es markiert einen Bereich, der als Fahrradzone gilt. Das bedeutet für Autofahrer, dass sie ab diesem Schild maximal mit Tempo 30 km/h fahren dürfen. Außerdem dürfen sie den Radverkehr weder gefährden noch behindern. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Mal Hand aufs Herz: Vermutlich haben viele Radfahrer ohnehin von dieser Regelung Gebrauch gemacht - auch wenn sie bislang als Verstoß gewertet wurde. Jetzt ist das rechts Abbiegen an einer roten Ampel offiziell erlaubt - zumindest dort, wo der Grünpfeil für Radfahrer das kennzeichnet.  © Bundesanstalt für Straßenwesen
Abbiegepfeil für Autofahrer
Das gleiche Verkehrszeichen gibt es seit geraumer Zeit auch für Autofahrer. Doch es herrscht weiterhin noch viel Unwissenheit unter den Verkehrsteilnehmern bezüglich des Grünpfeils. Denn korrekterweise muss man sich hierbei wie bei einem Stoppschild verhalten. Das bedeutet, das Fahrzeug muss zunächst vollständig anhalten und laut Straßenverkehrsordnung mindestens drei Sekunden stehenbleiben. Erst dann darf man bei einer roten Ampel rechts abbiegen, sofern kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet wird. Die gleichen Regelungen gelten auch für Radfahrer.  ©  Malte Christians/dpa (Archivbild)
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Dieses Verkehrszeichen kennzeichnet Radschnellwege unabhängig von der Beschaffenheit der Straße. Zum Beispiel bei sandigen Straßen soll so kenntlich gemacht werden, dass es sich um einen Radschnellweg handelt. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Mit diesem Straßenschild sollen künftig Bereiche für Lastenfahrräder freigehalten werden, wie etwa Parkbereiche, Abstellflächen oder Ladezonen. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Fahrzeuge von Carsharing-Diensten müssen mit dieser Plakette an der Windschutzscheibe klar erkennbar sein. Der Firmenname sowie das Kennzeichen müssen darauf zu sehen sein.  © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
PKWs, LKWs, Fahrräder, Fußgänger: Die meisten Verkehrsteilnehmer haben ein entsprechendes Sinnbild für Verkehrszeichen. Ab sofort gibt es auch eins für Fahrgemeinschaften. Allerdings gibt es noch keine Bereiche, wo dieses zum Einsatz kommen könnte. Ähnliches gilt beim folgenden Verkehrsschild. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Auch Carsharing-Fahrzeuge bekommen ein eigenes Sinnbild. Es soll unter anderem in Parkbereichen eingesetzt werden, die für Carsharing-Autos bestimmt sind. © Bundesanstalt für Straßenwesen
Speedmarathon in Baden-Württemberg
Temposünder und Falschparker müssen davon abgesehen seit 9. November 2021 tiefer in die Tasche greifen. Der erneuerte Bußgeldkatalog sieht härtere Strafen vor: Wer beispielsweise innerorts 16 bis 20 Kilometer pro Stunde (km/h) zu schnell fährt und geblitzt wird, der zahlt 70 Euro statt wie früher 35 Euro. Höhere Geldstrafen gibt es auch für jene, die verbotswidrig auf Geh- und Radwegen parken, unerlaubt auf Schutzstreifen halten oder in zweiter Reihe parken und halten. So kostet das Parken in zweiter Reihe nun 55 statt 20 Euro, noch teurer wird es, wenn andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet werden. Neu ist außerdem eine Geldbuße von 55 Euro für unberechtigtes Parken auf einem Parkplatz für elektrisch betriebene Fahrzeuge und Carsharing-Fahrzeuge. © Uwe Anspach/dpa (Archivbild/Symbolbild)

Sicherheitsabstand im Straßenverkehr: Die „Zwei-Sekunden-Regel“

Eine weitere Hilfe für den korrekten Sicherheitsabstand können Verkehrsschilder sein, man spricht hier auch von der „Zwei-Sekunden-Regel“: Wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug außerhalb geschlossener Ortschaften ein Schild passiert, sollte man dieselbe Stelle frühestens zwei Sekunden später passieren. Heutzutage kann man sich natürlich auch von Technik unterstützen lassen – wie etwa Abstandswarnern oder Abstandsregel-Tempomaten. Wichtig: Wie der ADAC betont, darf man sich aber nicht allein auf die Technik verlassen – für die Einhaltung des richtigen Abstands bleibt jeder selbst verantwortlich. Auch zu Radfahrern müssen Autofahrer übrigens einen bestimmten Abstand einhalten.

Sicherheitsabstand im Straßenverkehr: Diese Strafen drohen bei Verstößen

Bei Abstandsverstößen bei einem Tempo von weniger als 80 km/h liegt das Bußgeld zwischen 25 und 35 Euro. Über 80 km/h wird es deutlich teurer und es drohen mindestens ein Punkt in Flensburg und auch ein Fahrverbot. Die Höhe der Strafe richtet sich danach, wie weit der Mindestabstand unterschritten wurde.

Diese Strafen drohen bei Abstandsverstößen bei einem Tempo von mehr als 80 km/h:

gefahrenes TempoMindeststrafe/Maximalstrafe
mehr als 80 km/h75 € und 1 Punkt / 320 € und 1 Punkt
mehr als 100 km/h75 € und 1 Punkt / 320 €, 2 Punkte und 3 Monate Fahrverbot
mehr als 130 km/h100 € und 1 Punkt / 400 €, 2 Punkte und 3 Monate Fahrverbot

Der ADAC weist darauf hin, dass nur ein „gefährdender Abstand“ sanktioniert wird. Dieser Fall tritt ein, wenn man den Sicherheitsabstand über einen längeren Zeitraum nicht einhält. Aus diesem Grund wird laut dem Automobilklub der Nah- und der Fernbereich der Messstelle in der Regel durch zwei Videokameras dokumentiert.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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