Waldkraiburg - Jessie Mweshipopya will dabei sein, wenn die Eisstock-Weltmeisterschaft beginnt. Ein besonderes touristisches Angebot kriegen alle, die für seine Teilnahme spenden:

© red
Der erste Eisschütze des Ovambostammes: Afrikameister Jessie Mweshipopya.
So manch einer glaubt an einen Scherz, doch es ist wahr. Eisstockschießen in Namibia? Ja, das gibt es.
Man wusste gerade in welche Richtung man den Stock wirft und das Zielschießen entdeckte man unmittelbar vor dem Wettkampf. Gottseidank gab es einige Herren, vor allem aber auch einige Damenmannschaften, die dem unerfahrenen namibischen Team den richtigen Weg weisen sollten. So konnte man dann auch schließlich das gesteckte Ziel, nicht Letzter zu werden, erreichen - man wurde Vorletzter.
Bei der gleichzeitig stattfindenden ersten Afrikameisterschaft schlug man die A-Liga-Mannschaft aus Tunesien und wurde Zweiter hinter Kenia. Schon ein Jahr später gelang die erfolgreiche Revanche gegen Kenia beim ersten Afrika-Cup, den man mit einem deutlichen 7,5:3,5 gewann. 2007 und 2009 wurde der Titel erfolgreich verteidigt.
Die Damen starteten bei ihrer ersten Weltmeisterschaft besser als erwartet. Zur Halbzeit lag man knapp hinter dem Bronzeplatz auf Rang vier in der B-Gruppe, musste sich aber auch hier letztendlich mit dem fünften Rang begnügen.
Allerdings konnte 2010 keine Meisterschaft ausgetragen werden, da der Eisstockverband sein einziges Spielfeld durch den neuen Belag in der Sporthalle des DTS (Deutscher Turn- und Sportverein Windhoek) verlor und bisher noch keinen Ersatz gefunden hat. Es ist das Bestreben des Verbandes, in Verbindung mit ansässigen Vereinen und internationalen Institutionen die erste Eisstockbahn in Afrika zu errichten.
Im März soll es aber erst einmal zur neunten Weltmeisterschaft nach Deutschland gehen - und das hoffentlich mit dem erfolgreichsten Spieler aus dem Ovamboland. Noch sind die finanziellen Mittel nicht gesichert. Mweshipopya verdient nicht mehr als 300 Euro im Monat. Dennoch hat er bereits die Hälfte seines Flugtickets durch Spenden gesammelt. Aber Jessie Mweshipopya ist nicht jemand, der nur die Hand aufhält. Nein, er bietet auch was Besonderes. Jedem Namibia-Reisenden, der mindestens 100 Euro für seine WM-Teilnahme spendet, bietet er an, mit ihm ein Wochenende in seinem traditionellen Ovambo-Dorf zu verbringen. Ein Erlebnis besonderer Art, das man in keinem Reisebüro buchen kann.
Im Laufe des Jahres plant der namibische Eisstockverband ein weiteres Abenteuer. Der Eisstocksport soll nun auch im Heimatort Jessies bekannt gemacht werden. Ein Eisstockturnier in der Gemeindehalle von Eehnana - dem Geburtsort Jessies - nahe der angolanischen Grenze, ist geplant, um seiner Familie und seinen Freunden den Sport, den er so liebt, nahezubringen. Gerne würde der Verband diese Expedition auch mit einem Fernsehteam begleiten, um die besonderen Momente des Zusammentreffens dieser doch so unterschiedlichen Kulturen festzuhalten.
red/Oberbayerisches Volksblatt



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.