130 Tote bei Selbstmordanschlägen im Irak

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Im Irak sind mindestens 136 Menschen bei einem Selbstmordanschlag ums Leben gekommen.

Blutiger Sonntag im Irak: Zwei Selbstmordattentäter haben mitten in Bagdads Regierungsviertel über 130 Menschen mit in den Tod gerissen. 136 Menschen starben und rund 500 wurden verletzt.

Augenzeugen erklärten jedoch, die genaue Zahl der Opfer sei wegen der großen Wucht der Explosion schwer zu ermitteln. Viele Menschen seien geradezu in Stücke gerissen worden. Es war die folgenschwerste Terrorserie im Irak seit zwei Jahren. Die irakische Regierung machte das Terrornetz El Kaida und Anhänger der unter dem früheren Diktator Saddam Hussein herrschenden Baath Partei für das Blutbad verantwortlich.

Die US-Truppen hatten im Juli ihre Stützpunkte in den irakischen Städten geräumt und die Kontrolle an die irakischen Sicherheitskräfte übergeben. Seither hat die Gewalt im Irak wieder zugenommen. Die beiden Terroristen sprengten sich nach Angaben von Augenzeugen fast zeitgleich in die Luft. Der erste Attentäter brachte seinen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in der Nähe des Justizministeriums zur Explosion. Der zweite Terrorist zündete seine Autobombe neben dem Gebäude des Provinzrates. “Die Explosionen waren so schrecklich laut, dass jeder von Panik und Horror ergriffen wurde, und danach hing eine riesige Rauchwolke über der Stadt“, sagte der Fotograf Habib al-Lami, der sich in einem benachbarten Hotel aufhielt. “Die Wucht der Explosion (vor dem Provinzratsgebäude) war so groß, dass die Leichenteile weit durch die Luft geschleudert wurden. Viele Menschen verbrannten in ihren Autos.“

Erst am 19. August hatten Attentäter Bombenanschläge auf Regierungsgebäude in Bagdad verübt. Damals starben über 100 Menschen. “Die Anschläge tragen die Handschrift von El Kaida und Baath- Extremisten. Sie ähneln denen vom vergangenen August“, sagte der Regierungssprecher Ali al-Dabbagh. Auch die Anschläge vom Sommer gingen nach Ansicht der Behörden auf das Konto der Baathisten. Das Blutbad vom Sonntag war das folgenschwerste seit August 2007. Damals starben bei Bombenanschlägen auf zwei Dörfer nahe Mossul im Nordirak rund 500 Menschen. Hunderte wurden verletzt. Die Arabische Liga in Kairo verurteilte die Attacken. In einer Erklärung heißt es, die Liga unterstütze die irakische Regierung bei allem, das dazu diene, Recht und Gesetz herzustellen und Gewalt und Terror zu bekämpfen“. Auch die Bundesregierung in Berlin verurteilte “feigen Anschläge“ in einer Erklärung von Außenamtssprecher Andreas Peschke auf das Schärfste.

dpa

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