Dramatische Szenen

Großeinsatz auf der Tauernautobahn: Rinderherde ausgebrochen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Salzburg - Dramatische Szenen ereigneten sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Zahlreiche, völlig verängstigte Kühe waren entrannt und liefen in äußerst gefährliches Terrain. Deren Rettung erwies sich als äußerst schwierig.

UPDATE, 11.25 Uhr: Pressemeldung der Polizei

Am Donnerstag um ca. 21 Uhr gelangten unmittelbar nach dem Hieflertunnel Nordportal in Fahrtrichtung Salzburg ca. 20 bis 30 Kühe und Kälber auf die Tauernautobahn. Durch die Tiere kam es zu zwei Verkehrsunfällen. Ein 31-jähriger Autofahrer konnte vorerst den Tieren noch teilweise ausweichen. Ein Tier streifte er jedoch mit seinem Fahrzeug. Das Tier wurde bei dem Zusammenstoß getötet. Ein 75-jähriger Pensionist aus Großgmain konnte den Tieren mit seinem Auto nicht mehr ausweichen. Das Fahrzeug erfasste ein Kalb frontal mit voller Wucht. 

Tier verendet noch an der Unfallstelle

Das Tier verendete noch an der Unfallstelle. Das schwer beschädigte Auto des Pensionisten kam in Folge auf dem rechten Fahrstreifen im Brückenabschnitt zum Stillstand. Der Pensionist und sein Beifahrer wurden von der Rettung mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Da einige der Tiere nach den Verkehrsunfällen in die beiden Tunnelröhren des Hieflertunnels (sowohl in Fahrtrichtung Villach als auch in Fahrtrichtung Salzburg) liefen, musste der gesamte Verkehr in beiden Fahrtrichtungen gesperrt werden. Zusätzlich liefen einige Tiere in das steile und unwegsame Gelände über die beiden Tunnelportale des Hieflertunnel-Nordportales und konnten von dort nur mühsam wieder in Richtung Autobahn zurückgetrieben werden. 

Außerdem gelangten mehrere Tiere wieder auf die B 159 zurück, wodurch diese ebenfalls gesperrt werden musste. Da der Besitzer der Tiere nicht genau feststellen konnte wie viele Tiere tatsächlich entlaufen waren und sich vereinzelt immer wieder Tiere auf die Autobahn verirrten musste die A10 in beiden Fahrtrichtung von 21 Uhr bis 23.54 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Von der Autobahnmeisterei wurden im Bereich der Betriebsumkehren im Brückenabschnitt Absperrgitter aufgestellt um zu verhindern, dass die Tiere neuerlich auf die Autobahn gelangen.

Verängstigte Tiere

Einige Tiere sind auf der B159 in Richtung Golling gelaufen und begaben sich schließlich auf die steil abfallende Straßenböschung. Die verängstigten Tiere gingen der Straßenböschung entlang, bis sie an einem schwer zugänglichen und abschüssigen Teil der Böschung nicht mehr vor und zurück konnten. Ein Kalb stürzte die ca. 5 Meter hohe Steinböschung hinab in einen Wasserschacht. 

Trotz zahlreicher Versuche, konnten die Tiere nicht wieder der Böschung entlang zurück getrieben werden. Aus diesem Grund musste die Feuerwehr Golling 4 Kälber mittels Kran von der Böschung bergen. Das in den Schacht gestürzte Kalb wurde ebenfalls mittels Kran geborgen. Die B159 war während der Bergungsarbeiten in der Zeit von 22 Uhr bis 04.30 Uhr total gesperrt. Im Zuge der Bergungsarbeiten sprang ein Kalb über die Leitschiene auf die Gleisanlage der ÖBB. Aus diesem Grund musste der Eisenbahnverkehr zwischen Golling und Sulzau, in der Zeit von 00.54 Uhr bis 02:01 Uhr, eingestellt werden.

Insgesamt waren 7 Streifen der Polizei, 5 Streifen der Autobahnmeisterei Golling, die Freiwillige Feuerwehr Golling sowie mehrere private Personen im Einsatz.

Erstmeldung, 10.35 Uhr

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag spielten sich auf der Tauernautobahn bei Stegenwald bzw. der Tunnelkette Golling dramatische Szenen ab. Laut Informationen von vor Ort löste ein Baum, der wegen des starken Regens umstürzte und den Zaun einer freigehaltenen Rinderherde in Stegenwald zerstörte, die Ereignisse aus. Nachdem der Baum umgestürzt war, machten sich Rinder, hauptsächlich Kälber und eine ältere Kuh, auf ihren verhängnisvollen Weg.

Mindestens 20 Tiere liefen so zunächst über die Salzach, dann entlang der Eisenbahnverbindung zwischen Golling und Bischofshofen, die sogenannte Tauernlinie, und anschließend weiter über die B159 Salzachtal Bundesstraße Richtung Autobahn. Bei der Rettungsauffahrt zwischen den beiden Tunneln bei Golling gelangten sie dann auf die Autobahn und liefen in den fließenden Autobahnverkehr Richtung Norden.

Bilder vom Ausbruch einer Rinderherde auf die Tauernautobahn

Mehrere Tiere sterben sofort

Ein Auto fuhr dabei drei Tiere an, die unmittelbar auf der Autobahn verendeten. Sieben weitere Tiere liefen in den mittlerweile von der Tunnelwarte in Lunggau gesperrten Tunnel und sorgten für einen erheblichen Stau. Der Verkehr stand in südlicher wie auch in nördlicher Richtung. Ein weiteres Tier verirrte sich in Richtung Salzach und soll dort in diese gestürzt sein. Von dem Tier fehlt weiterhin jegliche Spur.

Neun weitere Rinder liefen auf der B159 entlang der Eisenbahnschienen Richtung Golling. Auf Höhe der Autobahnrettungszufahrt liefen sie über die Mauer. Nach rund 700 Metern stürzte dann ein Tier sieben Meter in einen großen Abwasserschacht und blieb dort stecken. Das Tier erlitt Verletzungen unbestimmten Grades. Die acht weiteren Tiere liefen so lange, bis sie weder vor noch zurück konnten und standen nun an einer Felswand rund sechs Meter über der B159. Autofahrer hatten die Tiere entdeckt und der Polizei Bescheid gegeben. 

Großes Aufgebot an Rettungskräften vor Ort

Es folgte ein großer Rettungseinsatz. Die völlig verängstigten Tiere, die sich nun in absoluter Bergnot befanden, mussten irgendwie gerettet werden. Dazu wurde die freiwillige Feuerwehr Golling alarmiert, welche mit fünf Einsatzfahrtzeugen und rund 40 Einsatzkräften zum Pass Lueg eilte. Doch die Rettung der Tiere, gestaltete sich äußerst schwierig und nicht ganz ungefährlich aufgrund der Verängstigung der Tiere. Erst mittels des Kranes eines Rüstwagens der freiwilligen Feuerwehr gelang es vier Rinder aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Es bedurfte enormer Kräfte die Tiere in bereitgestellte Transportfahrzeuge zu verladen. Ein Tier soll laut Berichten von vor Ort sogar nach seiner Rettung auf die rund 1,5 Meter tiefer liegende Eisenbahnstrecke gesprungen sein, weswegen diese für den gesamten Zugverkehr für rund eine Stunde gesperrt werden musste. Ein junger Stier habe beim Anseilen außerdem derartig gescheut, dass er aus rund sieben Meter Höhe von der Felswand in die Tiefe sprang und auf der B159 aufschlug. Erstaunlicherweise rappelte er sich jedoch sofort wieder auf und rannte wild brüllend davon und konnte nur unter großen Mühen eingefangen werden. Ob er sich schwere Verletzungen zuzog konnte vor Ort nicht festgestellt werden.

Nur die letzten drei Kühe, darunter das Alttier, konnten den Weg, den sie gekommen waren, zurück laufen bzw. klettern und nach mehreren Stunden Richtung in ihre ursprüngliche Koppel getrieben werden. Die B159 war für mehr als 4,5 Stunden total gesperrt. Einige Berufskraftfahrer, die den Stau auf der Tauernautobahn umfahren wollten, steckten nun mehrere Stunden auf der gesperrten Straße fest, da das Wenden unmöglich war.

Fotos/Text: Aktivnews

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser