Katholischer Bischof in Türkei erstochen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Bischof Luigi Padovese ist erstochen worden.

Ankara - Im Süden der Türkei ist der Apostolische Vikar in Anatolien, Luigi Padovese, in seinem Haus in der Hafenstadt Iskenderun erstochen worden.

Nach offiziellen Angaben wurde Padovese von seinem Fahrer erstochen. Der unmittelbar nach der Tat festgenommene Mann sei geistig verwirrt, sagte der Gouverneur der Provinz Hatay, Mehmet Celalettin Lekesiz. “Erste Ermittlungen zeigen, dass der Vorfall nicht politisch motiviert war“, betonte der Gouverneur.

In der Türkei sind in den vergangenen Jahren wiederholt Angehörige der christlichen Minderheit angegriffen worden: Im April 2007 wurden bei einem Überfall auf einen Bibelverlag drei Christen getötet, darunter ein Deutscher. Acht Monate später wurde in Izmir der italienische Priester Adriano Franchini niedergestochen, er überlebte den Anschlag mit einer Bauchverletzung. 2006 erschoss ein 16-Jähriger in der Stadt Trabzon den katholischen Priester Andrea Santoro.

Der Vatikan zeigte sich tief bestürzt über den gewaltsamen Tod Padoveses. In Rom herrsche “Fassungslosigkeit“ über die Tat, die zeige, dass die christliche Minderheit in der Region unter “schwierigen Umständen“ lebe, erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zeigte sich erschüttert. “Ein großer Seelsorger und Hirte der katholischen Kirche ist von uns gegangen“, erklärte Zollitsch. Padovese habe in den vergangenen sechs Jahren als Bischof viel für die Christen in der Türkei bewirkt.

Die Unionsfraktion im Bundestag forderte nach einer Reise von Parlamentariern und Kirchenvertretern in die Türkei mehr Solidarität mit verfolgten Christen weltweit. “Der Einsatz für Religionsfreiheit ist Teil unserer wertegeleiteten Außenpolitik“, erklärte Fraktionschef Volker Kauder am Donnerstag. Er kritisierte: “Religionsfreiheit wird in der Türkei nicht in vollem Umfang gewährt.“

apn

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser