Eine gewisse Nervosität kann Sepp Doff nicht verbergen: „Es ist schließlich mein erster Stoißer Alm-Berglauf als Abteilungsleiter und damit Hauptverantwortlicher“. Doch der 42-Jährige weiß ein erfahrenes Helfer-Team des Sportclubs Anger hinter sich, das mit allen Wassern gewaschen ist. Schließlich geht am kommenden Samstag, 26. Mai, bereits die 28. Auflage des Berglauf-Klassikers in der Region über die Bühne. Hermann Fagerer, Peter Fröhlich, Susi Schlosser & Co. wissen, worauf es ankommt, wissen, was zu tun ist. „Das beruhigt mich schon“, lacht Doff, wobei er auch zugibt, den Aufwand, der für eine derartige Sport-Veranstaltung betrieben werden muss, ein wenig unterschätzt zu haben.
Seine rund 15-köpfige Mannschaft arbeitet seit Monaten an der erneuten Ausrichtung, die schon alles erlebt hat: Blauen Himmel mit Hitze, Dauerregen, Schnee-, Graupel- und Hagelstürme. „Freilich, mit dem Wetter steht und fällt fast alles“, sagt der neue Angerer Abteilungsleiter, der im Januar dieses Jahres sein Amt von Peter Fröhlich übernommen hatte. Auch mit den Anmeldungen lief es bislang noch leicht schleppend, doch in dieser Hinsicht beruhigt Doff sein Vorgänger: „Die kommen schon noch, viele melden im letzten Moment – das war schließlich immer so“, weiß Fröhlich. „An die 100 Aktiven sollten es schon werden“, hofft sein Nachfolger. Immerhin: Mit einem 14-Jährigen ist die Jugend bereits gut vertreten, erfahrungsgemäß ist im höheren Alter mindestens auch ein bereits 70 Lenze zählender Teilnehmer mit dabei.
Ein paar Gedanken, Neuerungen einzuführen, hatte Sepp Doff mit seinem Team, „doch die haben wir vorerst verworfen“. Eine geringfügige Streckenänderung, das Ziel eventuell hinter der Alm (weil mehr Platz) oder gar auf dem Gipfel (400 bis 500 Meter länger) und dadurch einem Berglauf noch stärker entsprechend, jedoch bei schlechtem Wetter wieder schwieriger... – „vielleicht kommen die Änderungen dann zum 30er in zwei Jahren“, schmunzelt der Angerer. 2014 möchte man den eigenen Bewerb wie 2009 erneut als Bayerische Meisterschaft deklarieren.
Um auch entsprechendes Feedback zu erhalten – von Aktiven wie Zuschauern – denkt Sepp Doff an eine Art Gästebuch, das bei der Stoißer Alm (1.270 m) aufgelegt werden soll. „Da kann dann jeder seine Gedanken zum Lauf, Wünsche oder Anregungen hinterlassen“.
Der Lauf ist über die bayerischen Landesgrenzen hinaus bekannt: Viele Stammteilnehmer, starke Läufer aus ganz Deutschland oder dem angrenzenden Salzburger Land gehen regelmäßig an den Start.
Anmeldungen nimmt der SC Anger über seine Homepage (www.sc-anger.de) oder per Fax (08656/983099) entgegen. Meldeschluss ist am 24. Mai, 20 Uhr. Nachmeldungen sind bis eine Stunde vor dem Start gegen eine zusätzliche Gebühr möglich. Die trockene Wechselkleidung der Athleten wird wie üblich vorab durch den Veranstalter zum Ziel gebracht.
Der Start am Pfingstsamstag, 26. Mai, erfolgt wie gewohnt um 16 Uhr am Achner Lagerplatz, rund zwei Kilometer von Anger entfernt entlang der Kohlhäuslstraße. Die Streckenlänge beträgt sieben Kilometer und weißt zirka 670 Höhenmeter auf – der Bewerb findet auf einer durchgehend gut ausgebauten Forststraße statt. Die kürzlich abgegangene Lawine sollte kein Problem sein, der Weg ist geräumt - der übrige Schnee wird bis 26. Mai ohnehin geschmolzen sein.
Den Stoißer Alm-Streckenrekord hält seit 2010 René Stöckert vom TSV Ostheim in der Rhön mit 30.11 Minuten – er verbesserte am 22. Mai vor zwei Jahren die Uralt-Bestmarke von Philipp Kehl (SVO Germaringen), die seit 1994 nur vier Sekunden „schlechter“ stand. Bei den Damen kann nach wie vor Lokalmatadorin Birgit Koch ihre Bestzeit (36.59) halten, seit mittlerweile 14 Jahren. Die meisten Teilnahmen verbucht – wie sollte es anders sein – ein echter Stoißberger auf sich: Stolze 20 Mal war Engelbert Wimmer von der LG Festina Rupertiwinkel beim heimischen Berglauf vor seiner Haustüre dabei.
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