Die rauschende Siegesfeier für Geburtstagskind Andre Greipel fiel aus, stattdessen versetzte der Franzose Pierrick Fedrigo auf der 15. Etappe der Tour de France seine Landsleute in einen weiteren Jubelrausch. Auf der mit 158,5 km vergleichsweise kurzen Etappe von Samatan nach Pau siegte der FDJeux-Profi im Sprint einer Ausreißergruppe vor dem US-Amerikaner Christian Vande Velde (Garmin-Sharp).
Rund sechs Kilometer vor dem Ziel hatten Fedrigo und Vande Velde aus einer sechsköpfigen Fluchtgruppe heraus den entscheidenen Angriff gesetzt. Das Duo distanzierte die vier weiteren Profis, zu denen auch der französische Volksheld Thomas Voeckler (Europcar) zählte, und sprintete verbissen um den Tagessieg. Dabei ließ Fedrigo seinem Gegner Vande Velde, dem Tour-Vierten von 2008, keine Chance.
Die Gewinner der Tour de France seit 1989
Nachdem das Peloton kurzzeitig das Tempo verschärft und den Rückstand verkürzt hatte, schaltete das Feld vor den drei kleineren Bergen auf den letzten rund 50 Kilometern wieder einen Gang zurück und ließ die Ausreißer den Sieg unter sich ausmachen. Auch Greipels Lotto-Team brachte sich nicht mehr in die Nachführarbeit ein und sparte Kräfte für die anstehenden Bergetappen. Dort soll Kletterspezialist Jurgen Van Den Broeck (Belgien) auf die Podiumsplätze gefahren werden. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden trägt nach dem Ruhetag am Dienstag der Brite Bradley Wiggins in die erste schwere Pyrenäenetappe. Der Sky-Kapitän führt weiterhin mit 2:05 Minuten vor seinem Landsmann und Teamkollegen Christopher Froome und dem Italiener Vincenzo Nibali (Liquigas-Cannondale). Titelverteidiger Cadel Evans (Australien), dem am Sonntag nach der skandalösen Nagel-Attacke durch Unbekannte gleich drei Defekte zugesetzt hatten, aber ohne Zeitverlust geblieben war, ist mit 3:19 Minuten Rückstand Vierter.
Die Suche nach den Tätern des Angriffs auf der 14. Etappe läuft unterdessen auf Hochtouren. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen und sichtete neben TV-Bildern am Montag auch Amateur-Videos von Augenzeugen, zudem wurden beteiligte Fahrer befragt. Dies berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise. Hoffnungen, anhand von Fingerabdrücken auf den Nägeln Rückschlüsse auf die Täter zu bekommen, zerschlugen sich jedoch. „Zu viele Menschen haben die Nägel angefasst, daher ist es unwahrscheinlich, dass sich brauchbare Spuren darauf finden“, sagte ein Ermittler. Am zweiten Ruhetag der Tour haben die Fahrer noch einmal die Möglichkeit, sich vor den schweren Bergetappen in den Pyrenäen etwas zu erholen. Doch schon am Mittwoch steht die 197 km lange Königsetappe von Pau nach Bagneres-de-Luchon auf dem Programm. Dabei sind gleich vier schwere Anstiege, davon zwei der Ehrenkategorie, zu überwinden. Wiggins wird sich auf einige Angriffe der Mitfavoriten einstellen müssen.
SID



































