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Lisicki und Görges weiter, Beck raus

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    • 27.06.12
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Lisicki und Görges weiter, Beck raus

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London - Die deutschen Akteure schlugen sich bei ihren Spielen in Wimbledon unter den Augen von Prinz Charles unterschiedlich gut. Sabine Lisicki hatte schwer zu kämpfen.

© dpa

Sabine Lisicki musste lange kämpfen

Prinz Charles hat sich erstmals seit 1970 wieder beim Tennisturnier in Wimbledon sehen lassen. Gemeinsam mit seiner Frau Camilla verfolgte der älteste Sohn der Queen von der Royal Box auf dem Centre Court aus, wie Roger Federer im Eiltempo die dritte Runde erreichte. „Ich hatte die Chance, Prinz Charles fünf Minuten kennenzulernen“, verriet der Schweizer nach seinem 6:1, 6:3, 6:2-Sieg gegen den Italiener Fabio Fognini.

Bei dem Plausch in den Wimbledon-Katakomben dabei gewesen seien auch Federers Mutter Lynette und Camilla. „Camilla hat sich nach meinen Zwillingsmädchen erkundigt, sie ist ja Großmutter von Zwillingen. Und sie hat gesagt, wie leicht mein Tennis aussieht.“ Mit Charles habe er über Polo geredet. „Er meinte, dass er sich dabei mal den Arm gebrochen hat“, erzählte der sechsmalige Sieger des berühmtesten Tennisturniers der Welt.

Spannendere Spiele hätte seine königliche Hoheit allerdings auf den Außenplätzen bestaunen dürfen - mit deutscher Beteiligung. Der Prinz von Wales hätte sich besonders beim Auftritt von Sabine Lisicki königlich amüsiert. Die Vorjahres-Halbfinalistin, die in diesem Jahr an Position 15 gesetzt ist, kämpfte sich in einem dramatischen Match gegen die Serbin Bojana Jovanovski mit 3: 6, 6:2, 8:6 in Runde drei und trifft dort auf die US-Amerikanerin Sloane Stephens. „Ich habe jetzt die Chance, im nächsten Match besser zu spielen“, sagte Lisicki.

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Sie war selbst überrascht, wie nervös sie vor der Begegnung mit der Weltranglisten-117. war: „Ich habe gekämpft, nur das zählt am Ende.“ Die 22-Jährige beschwerte sich zwischenzeitlich beim Schiedsrichter über das laute Stöhnen ihrer Kontrahentin. „Ich habe die Bälle kaum noch gehört. Dafür haben wir Regeln“, sagte Lisicki, die in Runde drei ihrer Fed-Cup Kollegin Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 22) bereits einen Schritt voraus ist.

Görges litt am Dienstagabend unter dem englischen Landregen und musste in ihrer Partie gegen Shahar Peer (Israel) in die Verlängerung. Die Aufgabe meisterte die 23-Jährige allerdings mit Bravour, ließ sich von der Unterbrechung nicht verunsichern und gewann 6:2, 6:2 und spielt nun entweder gegen Mandy Minella (Luxemburg) oder Anastasia Jakimowa (Bulgarien). „Ich habe heute aggressiv weitergespielt“, erklärte Görges.

Am Abend hatte zudem die deutsche Nummer eins, Angelique Kerber (Kiel/Nr. 8), die Chance, die dritte Runde zu erreichen. Ausgeschieden ist dagegen Annika Beck bei ihrer Grand-Slam-Premiere. Die erst 18-Jährige aus Bonn kämpfte gegen die Weißrussin Olga Goworzowa verbissen um jeden Punkt, musste sich letztlich jedoch mit 3:6, 6:3, 3:6 geschlagen geben. Noch bei den French Open in Paris hatte Beck das Turnier der Juniorinnen gewonnen und sich in Wimbledon ohne Satzverlust durch die Qualifikation gekämpft.

Ein spaßiger Zeitvertreib für die feine Gesellschaft wäre auch die deutsche Partie zwischen Florian Mayer und Philipp Petzschner gewesen. Die beiden 28-jährigen Bayreuther schenkten sich in ihrem vierten Aufeinandertreffen nichts. Zwei Sätze sah Doppelspezialist Petzschner, der sich nicht erst seit seinem Sieg 2010 mit Jürgen Melzer (Österreich) auf dem heiligen Rasen besonders wohlfühlt, wie der sichere Sieger aus. Dann drehte der an Position 31 gesetzte Mayer allerdings auf und gewann 3:6, 3:6, 6:4, 6:2, 6:4.

Damit steht die deutsche Nummer eins zum vierten Mal in ihrer Laufbahn in Runde drei von Wimbledon. Bei seinem Debüt 2004 war Mayer sogar einmal ins Viertelfinale eingezogen. Auf dem Weg dorthin wartet nun entweder Ernests Gulbis (Estland) oder Jerzy Janowicz (Polen).

„Ich bin heute über den Platz geschlichen wie ein Häufchen Elend“, sagte Mayer: „Er ist dann im vierten Satz eingebrochen. Am Ende war ich der glücklichere, aber nicht der bessere Spieler.“ Bereits bei den Australian Open vor zwei Jahren hatte Mayer nach 0: 2-Satzrückstand Petzschner bezwungen: „Das ist mir erst zum zweiten Mal in meiner Karriere gelungen. Immer gegen ihn. Das ist schon komisch.“

Einen Befreiungsschlag schaffte Björn Phau in seiner Auftaktpartie gegen den US-Amerikaner Wayne Odesnik. Der 31-Jährige aus Darmstadt gewann sein erstes Grand-Slam-Match seit sechs Jahren. Der Weltranglisten-88. triumphierte in der Fortsetzung der am Abend zuvor unterbrochenen Begegnung mit 6:3, 3:6, 6:7 (3:7), 6: 3, 6:4. Ausgeschieden ist dagegen Qualifikant Dustin Brown.

Partien von Scharapowa und Becker abgebrochen

Die Tennis-Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa muss in Wimbledon nachsitzen. Die Vorjahresfinalistin und French-Open-Siegerin musste ihre Zweitrundenpartie gegen Zwetana Pironkowa wegen Dunkelheit bei 7:6 (7:3), 3:1 unterbrechen. Bis dahin hatte sich die Russin unerwartet schwer getan gegen die Weltranglisten-38. aus Bulgarien. Scharapowa, die neben Serena Williams (USA) als Topfavoritin gilt, peilt ihren zweiten Wimbledon-Titel nach 2004 an.

Der Mettlacher Benjamin Becker nimmt sein Match gegen den an Nummer 28 gesetzten Tschechen Radek Stepanek am Donnerstag beim Stand von 2:6, 6:5 wieder auf. Top-Ten-Spielerin Angelique Kerber aus Kiel konnte ihr Duell mit der Russin Jekaterina Makarowa wegen einer langen Regenpause in London gar nicht erst beginnen.

Djokovic erreicht die dritte Runde

Titelverteidiger Novak Djokovic steht in Wimbledon in der dritten Runde. Unter Fluglicht auf dem wegen Regens geschlossenen Centre-Court-Dach setzte sich der Weltranglisten-Erste am späten Mittwochabend mit 6:4, 6:4, 6:4 gegen den 20-jährigen Amerikaner Ryan Harrison durch.

Nun trifft der Serbe entweder auf den Mettlacher Benjamin Becker oder den an Nummer 28 gesetzten Radek Stepanek aus Tschechien. Im Halbfinale der 126. All England Championships könnte es Djokovic mit dem sechsfachen Turniersieger Roger Federer aus der Schweiz zu tun bekommen. Der 25 Jahre alte Djokovic hatte 2011 erstmals den Titel bei dem wichtigsten Rasentennisturnier der Welt in London gewonnen.

sid/dpa

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