München - In Deutschland soll Gewalttäter Dereck Chisora nie mehr in einen Boxring steigen, weltweit droht ihm eine Sperre für mindestens ein Jahr. David Haye könnte ungeschoren davonkommen.

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In Deutschland soll Gewalttäter Dereck Chisora nie mehr in einen Boxring steigen, weltweit droht ihm eine Sperre für mindestens ein Jahr.
Die zunächst auf 50 000 Dollar festgesetzte Strafe für Chisora ist laut BDB mittlerweile auf 70 000 Dollar erhöht worden. Dieser Teil von Chisoras 500 000-Dollar-Börse wurde mittlerweile einbehalten. Das Geld soll zu gleichen Teilen an gemeinnützige Einrichtungen und Stiftungen in Deutschland und des Weltboxverbandes WBC fließen.
Der britische Verband British Boxing Board of Control (BBBofC) will eine Sondersitzung einberufen und über Sanktionen beraten. Hier ist eine einjährige Suspendierung im Gespräch. Die englischen Zeitungen äußerten Abscheu. “The Times“ schrieb von “Neandertalern“, laut “Daily Telegraph“ ist das “des Boxens dunkelster Tag“, der “Daily Star“ sieht “das britische Boxen in die Gosse gerissen“ und die “Daily Mail“ fordert: “Verbannt diese Gangster“. WBC-Präsident Jose Sulaiman kündigte an, Chisora mindestens für ein Jahr nicht mehr für Kämpfe zuzulassen, die vom WBC angesetzt werden.
Strafen für Haye stehen derzeit nicht zu Debatte. Zwar wird dem Ex-Champion vorgeworfen, den ersten Schlag geführt zu haben. “Das kann man aber auch als Selbstschutz sehen. Schließlich kam Chisora vom Podium herunter, stieß dabei Drohungen aus und stürzte auf Haye zu“, sagte Pütz. Während Haye, der im vergangenen Jahr einen WM-Kampf gegen Wladimir Klitschko verlor, als berechnender Showman mit großer Klappe gilt, wird Chisora als gemeingefährlich eingestuft, der sich häufig nicht unter Kontrolle hat.
Haye besitzt zudem keine Boxlizenz mehr. Die hat er an seinem 31. Geburtstag im vergangenen Jahr abgegeben. Damit steht er nicht unter der Jurisdiktion des britischen Verbandes. In München war er als Co-Kommentator für einen britischen Fernsehsender und damit als Journalist bei der Pressekonferenz im Einsatz.
Pütz würdigte ausdrücklich das Verhalten der Klitschkos. “Die sind nicht nur Champions im, sondern auch außerhalb des Rings.“ Sowohl Vitali, der eine schallende Ohrfeige von Chisora erhielt, als auch Bruder Wladimir, dem der Engländer unmittelbar vor dem Kampf ins Gesicht spuckte, hielten sich trotz verständlicher Wut zurück und attackierten den Provokateur nicht. “Diese eiserne Selbstdisziplin ist bewundernswert“, sagte der BDB-Präsident. Er war von Chisora als “fucking german guy“ beschimpft worden.
dpa



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