Bundesliga

Werder verliert auch unter Aushilfscoach Nouri

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Trainer Nouri steht mit den Spielern und Betreuern nach Spielende im Kreis zusammen. Foto: Carmen Jaspersen

Auch Aushilfstrainer Alexander Nouri kann keine Wunderdinge vollbringen. Bis zur 87. Minute durfte Werder Bremen vom ersten Saisonsieg träumen, dann schlägt Mainz zweimal eiskalt zu. Werder bleibt Letzter.

Bremen (dpa) - Der SV Werder Bremen hat nach einem Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit auch unter Interimstrainer Alexander Nouri die Pleitenserie fortgesetzt. Die Hanseaten verloren nach späten Gegentoren durch Yunus Malli und Joker Pablo de Blasis mit 1:2 (1:0) gegen den FSV Mainz 05.

Damit kassierte Werder die fünfte Pflichtspielpleite in Serie und bleibt Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga. Die Mainzer, die für ihre starke zweite Halbzeit belohnt wurden, liegen mit sieben Punkten im vorderen Tabellenmittelfeld.

"Das fühlt sich extrem bitter an. Die Mannschaft ist mit Herz aufgetreten, hat bis kurz vor Schluss geführt, dann hat die Brutalität dieses Sports zugeschlagen", sagte Nouri nach seinem erfolglosen Einstand auf der Werder-Bank.

Drei Tage nach der Entlassung von Chefcoach Viktor Skripnik, der vor zwei Jahren mit einem Sieg über Mainz gestartet war, hatte Izet Hajrovic (12. Minute) Werder vor 37 108 Zuschauern in Führung gebracht. Für den ersten Sieg der Spielzeit 2016/17 reichte es aber nicht. Die Schlussphase des Spiels sah Nouri nur noch von der Tribüne aus, nachdem er wegen Meckerns aus dem Innenraum verbannt worden war.

"Wir haben 85 Minuten gut gestanden, wenig zugelassen. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da. Wenn man unten steht, kommt auch noch Pech dazu", sagte Bremens Florian Grillitsch. Der Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder, der im Vorjahr noch in Bremer Diensten stand, war dagegen glücklich: "Die Jungs wollten den Lucky Punch. Sie waren nicht mit dem 1:1 zufrieden. Es ist ein Ruck durch unser Team gegangen."

Die Bremer präsentierten sich im Vergleich zum desolaten 1:4 in Gladbach am Wochenende zunächst wie verwandelt. Lauf- und spielfreudig, dazu aggressiv in die den Zweikämpfen zeigten die Gastgeber - zumindest in der ersten Halbzeit - die geforderte Reaktion.

Bereits nach vier Minuten schnellte der Puls von Nouri erstmals in die Höhe, als Ousman Manneh einen Volleyschuss verlängerte und dabei Mainz-Keeper Jonas Lössl am Kopf traf. Manneh war eine von drei Änderungen in der Startelf, und die überraschendste obendrein. Nouri hatte den Stürmer aus seiner U23 mit hoch genommen und gleich das Vertrauen geschenkt. Der 19-Jährige hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich, vor zwei Jahren war Manneh aus Gambia geflogen.

Hatten die Bremer in dieser Szene noch Pech, war es acht Minuten später doch passiert. Nachdem 05-Akteur Gaetan Bussmann im Mittelfeld an einem Ball vorbeigerutscht war, zog Hajrovic mit Tempo in Richtung Tor und setzte den Ball aus gut 20 Metern mit einem sehenswerten Schuss in die Maschen. Auch Hajrovic, der in der Sommerpause noch auf der Werder-Verkaufsliste gestanden hatte, war auch neu ins Team gerückt. Im Tor machte Nouri indes den Wechsel von Felix Wiedwald zu Jaroslav Drobny nicht rückgängig.

So ruhig wie in der Anfangsphase wurde es für Drobny im Laufe der ersten Halbzeit nicht mehr. Einen ersten Warnschuss gab Bussmann ab, ehe der Ex-Bremer Levin Öztunali die große Chance zum Ausgleich besaß. Der Enkel von Uwe Seeler trauchte nach Vorlage von Jhon Cordoba frei vor dem Werder-Tor auf, setzte den Ball aber hoch über das Tor. Auf der Gegenseite sorgte Manneh ein weiteres Mal für Gefahr (28.).

In der zweiten Halbzeit übernahmen die Mainzer das Kommando und deckten einige Unsicherheiten in der Bremer Hintermannschaft auf. Angriff für Angriff rollte auf das Bremer Tor zu. Zunächst setzte Daniel Brosinski einen 18-Meter-Schuss neben das Tor (50.), dann war Drobny zweimal gegen Fabian Frei (55.) und Christian Clemens (57.) zur Stelle. Turbulent ging es in der 63. Minute zu. Erst scheiterte Cordoba nach einem groben Fehler von Robert Bauer an Drobny, im direkten Gegenzug parierte Lössl gegen Hajrovic.

Das sollte sich rächen. In der Schlussphase schlug Mainz gnadenlos zu und gewann noch durch späte Tore von Malli und de Blasis.

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