WM-Held von 2006

Was macht eigentlich David Odonkor?

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David Odonkor will Trainer werden.

Verl  - Mit einem Sprint für die Ewigkeit wurde David Odonkor 2006 populär. Wegen Knieproblemen musste er die aktive Karriere aber früh beenden und hat als 29-Jähriger in der Regionalliga seine Trainer-Laufbahn begonnen.

Es ist David Odonkor anzumerken, dass sich der einstige WM-Star auch in der Fußball-Provinz wohlfühlt. „Es macht totalen Spaß, die Arbeit mit den jungen Spielern ist sehr interessant“, sagte der einstige pfeilschnelle Flügelstürmer der deutschen Nationalmannschaft. Beim West-Regionalligisten SC Verl hat er in dieser Saison als Assistent von Chefcoach Andreas Golombek den zweiten Teil seiner Karriere ins Visier genommen: Im kommenden Frühjahr will Odonkor den Lehrgang zum A-Trainerschein absolvieren.

Die B-Lizenz hat der 29-Jährige bereits. „Wenn ich die Prüfung zum A-Schein mit einer guten Note bestehe und dann passende Angebote kommen, werde ich als Trainer arbeiten“, erklärte Odonkor dem Fachmagazin „kicker“. Seiner aktiven Laufbahn, die er nach mehreren Knieoperationen im vergangenen Sommer offiziell beendet hat, trauert er nicht hinterher: „Trübsal zu blasen, bringt doch nichts. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben.“

Beim SC Verl ist der Co-Trainer nun der Star. Odonkor ist nicht der Typ, der zu Allüren neigt, muss aber oft von der Weltmeisterschaft 2006 erzählen, als er durch eine Szene populär wurde. Es war ein Sprint für die Ewigkeit, mit dem er seine Last-Minute-Torvorlage auf Oliver Neuville beim 1:0 im damaligen Vorrunden-Gruppenspiel gegen Polen in Dortmund vorbereitete und damit eine bundesweite WM-Euphorie entfachte. „Es war einfach unbeschreiblich, die WM war ein entscheidender Moment in meiner Karriere“, erinnert sich Odonkor.

Viel konnte er anschließend nicht mehr bewirken. Unmittelbar nach der WM und insgesamt 75 Bundesligaspielen (zwei Tore) für Borussia Dortmund wechselte Odonkor zu Betis Sevilla. Wirklich glücklich wurde er in Spanien nicht. Durch ständig wiederkehrende Verletzungen konnte er bis 2011 nur 40 Einsätze in der Primera Division bestreiten. Ein Comeback-Versuch bei Alemannia Aachen endete 2012 mit dem Abstieg aus der 2. Liga. Danach konnte er in der Ukraine beim Erstligaaufsteiger FC Hoverla-Zakarpattya Uschhorod auch nicht Fuß fassen.

Bei Belastungen machte meist das lädierte Knie Probleme. „Ich musste mir eingestehen, dass der Abschied vom aktiven Fußball wegen des diagnostizierten Knorpelschadens einfach unumgänglich war“, erklärte Odonkor. 16 Länderspiele stehen in seiner Vita. Auch bei der EM 2008 gehörte er dem deutschen Kader an, konnte sich aber nicht mehr in Szene setzen.

Jetzt gibt Odonkor, der vor den Toren Bielefelds aufgewachsen ist, seine Erfahrungen zunächst an die Verler Spieler weiter und blüht in seiner ostwestfälischen Heimat richtig auf. „Anpassungsprobleme gab es nicht“, meinte der Familienvater, der als Coach schon erste Erfolge feiern konnte. Seit seiner Einstellung als Co-Trainer, die Ende Oktober im Anschluss an ein Praktikum folgte, hat der SC Verl in der Regionalliga nur ein Spiel verloren.

dpa

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