Vom Jubel, Neunern und zerrissenen Trikots

Das sind die TOPS und FLOPS der EM 2016

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Das sind die TOPS und FLOPS der EM 2016

München - Die EM ist fast rum. Europameister wird Portugal oder Frankreich. Doch das, was wirklich Spaß machte, spielte sich auch um das Spiel herum ab. Dagegen gab es auch fürchterliche Pannen.

Update: Hier gibt es den Live-Ticker zum EM-Finaltag.

TOPS

SCHIEDSRICHTER: Gibt es sie bei der EM überhaupt? Stets wurden Turniere von hitzigen Diskussionen über Abseits, lachhafte Elfmeter und Witz-Platzverweise geprägt. In Frankreich: Fehlanzeige. Das Urteil: unsichtbar - es ist das größte Lob, das es für die Unparteiischen geben kann.

WILL GRIGG: Will Grigg's on fire! Das weiß jeder, der diese Europameisterschaft irgendwie verfolgt hat. Grigg spielte für Nordirland keine Sekunde, doch seinen Song grölten Schweden in Nizza und Albaner in Lens. Einmal im Ohr, gibt es kein Entrinnen: nanananananana, nanana, nana!

FANS: Bunt, laut, kreativ. Die Iren sangen zu Hunderten für eine hübsche Französin, sie säuselten in der U-Bahn ein Baby in den Schlaf. Isländer legten ihre ganze Insel lahm, der Bürgermeister von Reykjavik filmte seine Eruption in Superzeitlupe. Nordiren flippten aus, auch Waliser und Österreicher waren ein Gewinn.

HUH: Isländische Spieler stehen vor der Kurve, klatschen rhythmisch, brüllen "Huh". Der "Viking clap". Gänsehaut. Aber: Erfunden haben das die Anhänger des FC Motherwell/Schottland. Aufgegriffen 2014 von Fans des isländischen Klubs UMF Stjarnan. Nachgemacht jetzt auch von den Franzosen (unpassend).

BAYERN MÜNCHEN: Brachte acht Spieler ins Halbfinale, die zweitbeste Mannschaft war, bedingt durch Wales, Crystal Palace (5). Stand somit als einzige Mannschaft schon nach dem ersten Halbfinale als "Europameister" fest. Bekam den überragenden deutschen Spieler Jerome Boateng allerdings verletzt zurück.

STOSSSTÜRMER: "Falsche Neun"? Ist sowas von mega-out. Selbst die Spanier als Erfinder haben keine mehr. Mega-in: die echte Neun, auch genannt: Stoßstürmer. Frankreich hatte Giroud, Portugal drei gelernte Stürmer: Ronaldo, Nani und Quaresma. Deutschland hatte Mario Gomez. Immerhin. Aber leider auch nur Mario Gomez.

FLOPS

ENGLAND: Verwandeln neuerdings Elfmeter, lassen sich aber von Einwurftricks überraschen. Junge, stürmische Mannschaft - aber jetzt kommt schon wieder ein neuer Teammanager. Wird gesucht von einem, der sagt, er habe keine Ahnung von Fußball. Angeblich ist Jürgen Klinsmann ein Kandidat.

RUSSLAND: Zwei Jahre vor seiner Heim-WM desaströs in allen Belangen. Die Mannschaft war chancenlos, Hooligans versetzten Marseille in Angst und Schrecken, zwei Fans schlugen sie fast tot. Aus der Heimat feuerten führende Funktionäre die Idioten sogar noch an. Vorfreude auf 2018: null!

SCHWEIZER TRIKOTS: Beißender Spott prasselte auf Puma ein, als die Schweizer Trikots wie Esspapier rissen. Xherdan Shaqiri fasste die Aufregung perfekt zusammen: "Zum Glück macht Puma keine Pariser!" Eine Dame dagegen wünschte sich bei Twitter: "Kann bitte noch mal jemand bei Ricardo Rodriguez...?"

RASEN: War der einzige niederländische EM-Teilnehmer - und bereitete ein Tor vor! Paul Pogba nämlich rutschte bei einem 60-Meter-Pass aus, der Ball fiel seinem Mitspieler auf den Fuß. Ansonsten: desolat. Horden von Greenkeepern trampelten in der Halbzeit die rausgegrätschten Stücke wieder ein. Es half nichts.

MODUS: Weil vier der sechs Gruppendritten weiterkamen, war tagelang unklar: Wer spielt wann und wo gegen wen? Fans wussten nicht: heimfliegen oder bleiben? Albanien erwischte es am schlimmsten. Der EM-Neuling musste drei Tage warten, und dann trotzdem heim. Man wird sich dran gewöhnen müssen. Leider.

HANDSPIEL: Erst war es nur Joachim Löw, der, nun ja, mit seinen Handbewegungen für Belustigung sorgte. Jerome Boatang sah dann schon aus, als wolle er seinen Namen tanzen, ging aber gerade nochmal gut. Bastian Schweinsteiger, nun ja, verortete seinen Kopf an die Fingerspitzen. Dumm gelaufen.

Hooligans: Leider kehrten sie zurück auf die ganz große Fußballbühne, lieferten sich Schlachten auf den Straßen und verlegten diese teilweise ins Stadion. Einige kamen nur um sich gegenseitig zu verprügeln. Verprügel-Europameister wurden diesmal Engländer und Russen.

sid

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