Fanclub hat 25 Mitglieder

"Rote Zelle Dortmund": Bayern-Fans im Pott

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Bayern-Fan Frank Birkenfeld und seine Frau Jennifer, die BVB-Fan ist, tragen am 16.05.2013 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) auf ihrem Balkon die Schals ihrer Vereine und freuen sich auf das Champions League Finale zwischen Borussia Dortmund und FC Bayern München.

Dortmund - Rot mitten in Schwarz-Gelb. In Dortmund hat sich ein Bayern-Fanclub gegründet, dessen Hauptsitz gerade einmal einen Kilometer vom Signal-Iduna-Park entfernt ist.

Bayern-Fan Frank Birkenfeld und seine Frau Jennifer, die BVB-Fan ist

Der Bayern-Fanclub „Rote Zelle Dortmund“ lebt im Herzen des Champions League-Finalgegners Borussia Dortmund. Der Club ist neu. Im Winter ist die Rote Zelle um den Vorsitzenden Frank Birkefeld in die Liste der offiziellen Bayern-Fanclubs aufgenommen worden. Die offizielle Club-Adresse liegt bedenklich nahe am Stadion der Borussen - Luftlinie einen Kilometer entfernt vom Signal-Iduna-Park mitten auf dem Weg zur Innenstadt. Das ist das Kreuzviertel, da, wo sich Schwarz-Gelb vorm Spiel erst mal ein Pils auf der Straße genehmigt.

Mit Borussen hat es Birkefeld nicht nur vor der Haustür zu tun. Das fängt schon in der Familie an. Ehefrau Jennifer hält es mit der Borussia. Der Vater hatte beim BVB zu Zeiten von Eike Immel schon in der Jugend dort im Tor gespielt. Töchterchen Ida (3) ahmt der Mutter nach. Die sechsjährige Jana hält es eher mit dem Vater, mag aber auch den anderen Opa so sehr, dass sie gelegentlich zu Königsblau schwenkt. Frank Birkefelds Vater ist Schalker.

Wie sieht es mit gemeinsamen Fußballabenden im erweiterten Familienkreis aus? „Fehlanzeige“, meint Jennifer Birkefeld. „Das lassen wir bleiben.“

Für Papa Frank sind die Vorlieben seiner Lieben kein Problem - zumindest nicht die schwarz-gelben Ambitionen. „Ich war in meinem Leben öfter im Dortmunder Stadion als im Münchner“, bekennt der 43-Jährige. Geboren ist er in Kamen nord-östlich von Dortmund. Die Liebe zu den Bayern ist in der Kindheit gewachsen. „Als ich ein kleiner Junge war, fand ich Rummenigge und Breitner einfach gut.“ Das war in den 70er Jahren. Da hatten die Bayern auch international Erfolg in Serie. Zusammen mit 24 Mitstreitern machte Birkefeld vergangenes Jahr Nägel mit Köpfen und gründete die Rote Zelle.

„Wir haben uns nach dem verlorenen Finale gegen Chelsea gesagt, wir müssen selbst ins Stadion gehen, damit das anders wird.“ Die Club-Idee war geboren. 25 Mitglieder sind nach den Regeln Minimum. „Das war in Dortmund gar nicht so einfach“, bekennt Birkefeld. Seit Anfang 2013 ist der Club nun eingetragen. „Das passt wie die Faust aufs Auge.“ Die Zelle hat sich um Karten für das Finale in Wembley beworben. Das können bei den Bayern nur Fanclubs und Mitglieder.

Klappt Wembley nicht, liebäugelt Frank Birkefeld mit Public Viewing - in München, versteht sich. Da würde aber auch nicht der ganze Fanclub hinfahren, der inzwischen auf 29 Mitglieder angewachsen ist. Wir sind gemäßigt, und viele haben Familie.“

Prima findet Birkefeld, dass es zwei deutsche Mannschaften ins Finale geschafft haben. Sein Tipp: „Das wird eng.“ Er gibt zu bedenken, dass die Bayern schon zwei Finals versemmelt haben. „Ich hoffe aber auf einen Bayern-Sieg. Wenn beide Mannschaften ihren besten Fußball spielen, müssten die Bayern vorn sein“, meint er.

Zur nächsten Saison will die Rote Zelle endlich echte Sitzungen abhalten. Ganz so eng wollen es die Bayern-Anhänger aber auch dann nicht nehmen, genauso wie mit dem Bier. „Pils schmeckt auch gut.“

dpa

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