Nach Europa-Aus: Hertha muss sich auf Liga konzentrieren

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Die Hertha verlor in Kopenhagen 1:3. Foto: Liselotte Sabroe

Auf den langen Europa-Entzug folgte der Rausch. Hertha BSC stand kurz vor dem Einzug in die Gruppenphase der Europa League. Nun die Ernüchterung: Der Hauptstadtclub ist raus. Trainer Dardai gibt eine neue Devise aus: nicht absteigen.

Berlin (dpa) - Eben noch träumte Hertha BSC von Gegnern wie Manchester United und Inter Mailand. Ein verpatztes Spiel gegen Bröndby IF später und die Berliner sind zurück auf dem Boden der Tatsachen.

"Wenn einige dachten, dass wir besser sind oder sogar Champions League spielen können, dann wurden sie heute eines Besseren belehrt", sagte Cheftrainer Pal Dardai nach dem ersten internationalen Auswärtsspiel des Fußball-Bundesligisten nach sechseinhalb Jahren. "Wir sind in der kommenden Saison international nicht dabei. Das ist sehr schade. Jetzt müssen wir eben internationale Freundschaftsspiele organisieren."

Der Hauptstadtclub verabschiedete sich im Rückspiel in der dritten Qualifikationsrunde wenig rühmlich aus der Europa League. Jetzt muss der Verein sich auf die in drei Wochen beginnende Bundesliga konzentrieren - und bis dahin eklatante Mängel in der Abwehr ausbügeln. "Das Leben geht weiter", sagt Dardai und schraubt die Ansprüche deutlich herunter: "Für uns ist wichtig, dass wir zu Hause Charakter zeigen. Dass wir insgesamt gut mitspielen und nicht absteigen." Der nächste Pflichtspiel-Gegner ist Drittligist Jahn Regensburg - im DFB Pokal am 21. August.

Bereits beim Testspiel gegen den italienischen Vizemeister SSC Neapel am 13. August will Dardai aufhören, im Tor zu rotieren. "Gegen Neapel werden wir sehen, wer in der Bundesliga und im Pokal im Tor steht", sagt der Coach beim Training nach der Bröndby-Niederlage. "Für Torwart Thomas Kraft war es in Kopenhagen ein schwieriges Spiel." Bisher hieß es, erst beim ersten Bundesligaspiel solle der neue Stammkeeper feststehen.

Mit dem schnellen Aus auf der europäischen Bühne geht der Hertha ein ordentlicher Batzen Geld verloren: 2,4 Millionen Euro hätte der Verein für den Einzug in die Gruppenphase bekommen. Jetzt gibt es nichts. "Mehr Geld steht durch das Ausscheiden nicht zur Verfügung", macht Vereinsmanager Michael Preetz klar. "Das bedeutet auch, dass wir nicht mehr so auf dem Transfermarkt tätig werden können." Offensiv sei das Angebot schon gut bestückt.

Bislang hat Hertha für geschätzte 4,2 Millionen Ablöse den slowakischen Nationalspieler Ondrej Duda von Legia Warschau übernommen. Den Mittelfeldspieler Allan wollen die Berliner vom FC Liverpool ausleihen. Interesse hat der Verein zudem am Stürmer Alexander Esswein, der bis 2017 einen Vertrag beim FC Augsburg hat.

Ob nach dem Abwehr-Debakel gegen Bröndby personelle Aufstockung auch in der Verteidigung geplant ist, ist nicht bekannt. In der vergangenen Saison war Hertha noch recht stark in der Abwehr und ließ weniger Gegentore zu als die in der Tabelle weiter vorne gelandeten Vereine FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach.

Zuletzt haben Verkäufe Geld in die Hertha-Kasse gespült: Offensivspieler Roy Beerens ging für rund eine Million Euro an den englischen Zweitligisten FC Reading. Mittelfeldspieler Hajime Hosogai wurde für eine unbekannte Summe vom VfB Stuttgart verpflichtet. Und sollte der geplante Wechsel von Mittelfeld-Mann Tolga Cigerci zu Galatasaray Istanbul zustande kommen, winkt nochmals eine Ablöse von geschätzt mehr als zwei Millionen Euro.

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