Hoffenheim-Trainer räumt auf

TSG mustert zehn Profis aus - Derdiyok wehrt sich

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Eren Derdiyok wurde auch aussortiert.

Hoffenheim - Kurz vor Beginn der Saison-Vorbereitung am Samstag hat Trainer Markus Gisdol zehn Profis bei Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim aussortiert.

(Zusammenfassung 1745 - neu: Reaktion Derdiyok im 3./4. Absatz) Gisdol greift mit harter Hand durch - Spieler überrascht Von Eric Dobias, dpa (Foto - Archiv) =

Beim Trainingsauftakt der TSG 1899 Hoffenheim fehlten am Samstag eine Reihe namhafter Profis. Gleich zehn Spieler hat Trainer Gisdol kurz vor dem Start in die Saisonvorbereitung ausgemustert. Das sorgte auch mannschaftsintern für Diskussionen.

Sinsheim (dpa) - Mit der Ausmusterung von zehn Profis hat Trainer Markus Gisdol schon zum Trainingsstart der TSG 1899 Hoffenheim ein deutliches Zeichen gesetzt. "Das war in der Mannschaft natürlich ein Thema. Wir müssen die Sache erst mal sacken lassen und schauen, was drumherum alles passiert", sagte der wie seine Kollegen überraschte Kapitän Andreas Beck am Samstag nach dem lockeren Trainingsauftakt in Sinsheim.

Wenn sich der Hoffenheimer Tross am Sonntag mit dem Bus auf den Weg ins Trainingslager nach Westerburg macht, werden etliche namhafte Profis nicht dabei sein. Zu den Aussortierten gehören unter anderen Torwart Tim Wiese, Abwehrspieler Matthieu Delpierre, Mittelfeldspieler Tobias Weis, der von Eintracht Frankfurt umworbene Angreifer Joselu sowie dessen Sturmkollege Eren Derdiyok.

Der Schweizer wehrte sich am Samstag in einem Gespräch mit dem Internetportal "SPORT1" gegen seine Ausmusterung. "Wir haben alle enttäuscht. Es kann nicht sein, dass ich jetzt der Buhmann bin", beschwerte sich Derdiyok. Er beklagte, dass ihm Dinge versprochen wurden, "die am Ende nicht eingehalten wurden. Es wurde viel falsch gemacht."

Immerhin vermied Derdiyok Kritik an Gisdol. "Er hat mir gesagt, dass es nichts mit meinem Charakter zu tun hat, sondern eine interne Entscheidung ist. Man will mit den Jugend-Spielern eine neue Planung und das muss ich respektieren", erklärte der Angreifer. "Wir haben jedem Spieler mitgeteilt, was die Gründe sind. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen", sagte Gisdol.

Das galt auch für die von der Maßnahme überraschten Teamkollegen aus dem A-Kader. "Wenn die sportliche Führung das so entscheidet, wird sie ihre Gründe dafür haben. Uns gegenüber wurde das nicht kommuniziert. Ich weiß nicht, wie die Verträge der Jungs aussehen und was unter vier Augen besprochen wurde", meinte Beck.

Auch wenn Gisdol betonte, dass "die Tür weiter offen steht", spielen die in die Trainingsgruppe II abgeschobenen Profis in den Planungen des Vereins keine Rolle mehr. Sie steigen erst am Montag ins Training ein und sollen, um möglichen juristischen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, weiter professionell von Trainer Sascha Koch betreut werden. "Wir wollen jedem eine gute Vorbereitung liefern, damit jeder zu hundert Prozent fit werden kann", sagte Gisdol.

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Er will in Westerburg die ersten Grundlagen für "eine sorgenfreie Saison" legen. Hochgesteckte Ziele wie sein Vor-Vorgänger Markus Babbel, der in die Europa League wollte, ließ sich Gisdol nach der Horrorsaison mit dem Happy End in der Relegation nicht entlocken: "Ich halte in unserer Situation überhaupt nichts davon, dass wir über Tabellenplätze sprechen."

Um nicht noch einmal in Abstiegsgefahr zu geraten, will Gisdol personell nachlegen. "Wir müssen uns punktuell verstärken und werden das auch tun. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass wir für unsere Torgefahr etwas tun müssen", räumte er der Verpflichtung eines Stürmers Priorität ein. Dabei hat er auch den Österreicher Philipp Hosiner weiter auf dem Zettel, obwohl Austria Wien zuletzt abgewunken hatte. "Ich glaube nicht, dass der Poker schon beendet ist", sagte Gisdol.

dpa

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