Er wurde nie zu einem Gesicht des Vereins

Götze: Das teuerste Missverständnis des FC Bayern

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Mario Götze.

München - Er wollte "ein Gesicht des FC Bayern werden", stattdessen wird Mario Götze bald auf einem anderen Mannschaftsfoto zu sehen sein. In München ist der Weltmeister gescheitert.

Mario Götze hat vermutlich an nichts Böses gedacht, als Carlo Ancelotti am anderen Ende der Leitung war. Er hat womöglich gehofft, dass der neue Trainer des FC Bayern auch ihm mitteilt, was er vor gut zwei Jahren schon Toni Kroos gesagt hat: Du bist mein Mann! Aber: Was Götze zu hören bekam, wird ihm nicht gefallen haben. Er hat sich nach dem ersten Schreck aber vielleicht gedacht: Wenigstens ist mal einer ehrlich.

Im vergangenen Oktober und dann noch mal im Januar hatte Götze hoffnungsfroh verkündet, dass er "ein Gesicht des FC Bayern werden" wolle, stattdessen wird er nun bald auf einem anderen Mannschaftsfoto zu sehen sein. Auf dem der Münchner wäre noch Platz für ihn, auf dem Rasen freilich nicht mehr. Jedenfalls weiterhin nicht regelmäßig. So war es bereits unter Trainer Pep Guardiola, von dem sich Götze (23) so viel erhofft hatte.

Nun aber wird vermutlich noch in diesem Sommer das teuerste Missverständnis enden, das sich der FC Bayern in seiner an Missverständnissen reichen Geschichte geleistet hat. Immerhin 37 Millionen Euro Ablöse und ein Gehalt von angeblich mehr als zehn Millionen Euro pro Jahr war Götze den Münchnern wert. Am Ende seiner dritten Saison beim deutschen Rekordmeister war der Weltmeister in wichtigen Begegnungen nun nicht mal mehr Einwechselspieler.

Guardiola hat sich stets gefragt, wo er hin soll mit diesem Götze: Er hat keine plausible Antwort darauf gefunden. Götze bekam Einsätze, aber wie es um ihn stand, zeigt die Bilanz in der Champions League: keine Minute gegen Juventus Turin; nur sechs Minuten gegen Benfica Lissabon; keine gegen Atlético Madrid. Da durfte er sich im Rückspiel nicht mal mehr warmlaufen. Als es für den FC Bayern um alles ging, war Götze ein Nichts.

So würde es auch unter Ancelotti sein, weshalb Götze und seine Berater jetzt allem Anschein nach angehalten sind, einen neuen Klub zu finden. Borussia Dortmund würde ihn wohl wieder nehmen - aber gerne erst im kommenden Jahr. Dann läuft Götzes Vertrag in München aus, er wäre ablösefrei. Das aber ist wohl keine Option. Götze will spielen, der FC Bayern noch Geld sehen.

Als mögliche Abnehmer kommen aber wohl in erster Linie der FC Liverpool und Juventus Turin infrage. In Liverpool würde Götze mit seinem Förderer Jürgen Klopp wiedervereinigt werden - man kennt und schätzt sich. Und die Turiner hatten schon im vergangenen Jahr Interesse bekundet. Angeblich ist auch der FC Arsenal ein Kandidat. 20 Millionen Euro, ein bisschen darüber vielleicht, dürfte Götze kosten. Ein Weltmeister als Restposten.

Götze wird also auf einen Anruf hoffen von einem Trainer, der ihm sagt: Mario, Du bist mein Mann! So, wie es vor zwei Jahren Ancelotti tat, als er Kroos unbedingt zu Real Madrid holen wollte. Übrigens aus München.

SID

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