Entdeckung der Saison

Erik Durm: Schon jetzt einer fürs DFB-Team?

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Erik Durm (r.) im Kopfballduell mit Real Madrids Gareth Bale.

Dortmund - Erik Durm ersetzte in der laufenden Saison mehrfach den verletzten Nationalspieler Marcel Schmelzer in der Abwehr von Borussia Dortmund - und überzeugte auf der ganzen Linie.

 Der „königliche“ Angel di Maria von Real Madrid sah kaum Land, vier Tage später trieb Erik Durm auch Arjen Robben von Bayern München fast zur Verzweiflung. Doch schon vor den beiden Reifeprüfungen feierten die Fans von Borussia Dortmund den 21-Jährigen als Entdeckung der Saison, sie sehen ihn schon als kommenden Nationalspieler. Trainer Jürgen Klopp hält Durm ohnehin für ein „außergewöhnliches Talent mit einer unfassbar rasanten Entwicklung“.

Wenn man dem Youngster vor einem Jahr Duelle mit den Besten der Fußball-Welt prophezeit hätte, Durm hätte jeden für verrückt erklärt. „Mir ist das alles noch immer unbegreiflich, ich habe das alles noch nicht realisiert“, wurde der Shootingstar kürzlich in der Stadion-Zeitung „Echt“ zitiert.

Das Verletzungspech von Marcel Schmelzer war das Glück für den talentierten U21-Nationalspieler. Nach einer Oberschenkelblessur Schmelzers im September musste Durm von Beginn an ran, und er nutzte seine Chance. Derzeit vertritt er Schmelzer (Muskelfaserriss am Schambeinansatz) erneut auf der linken Abwehrseite und erledigt seine Aufgaben mit der Selbstverständlichkeit eines Routiniers.

Beim 3:0 bei Bayern München am Samstag bestritt Durm sein 18. Bundesligaspiel. Außerdem stehen sieben Champions-League-Einsätze und bislang zwei im DFB-Pokal in seiner Vita. Er scheint ernsthafte Konkurrenz für Schmelzer zu sein, denn Durm präsentiert sich mit seiner Schnelligkeit, seiner Zweikampfstärke und seinem Spielverständnis als starke Alternative. „Erik kann auch auf der rechten Seite spielen, ist flexibel einsetzbar“, sagte Klopp.

Es ist imponierend, mit welchem Selbstbewusstsein und welcher Souveränität der gebürtige Pirmasenser seine Aufgaben erledigt. In den bisherigen 18 Liga-Spielen leistete er sich nur zehn Fouls und sah noch keine Gelbe Karte. Selbst gefoult wurde er jedoch schon 19-mal. Das sind Werte, die Klopp darin bestätigen, den gelernten Stürmer umgeschult zu haben.

Vor etwa einem Jahr hatte der BVB-Coach dem Torjäger aus der U23 des BVB eine Bundesliga-Zukunft als Außenverteidiger prophezeit. Nach einer Bedenkzeit stimmte Durm zu: „Ich musste nicht groß darüber nachdenken.“

Erst 2010 war Durm vom 1. FC Saarbrücken in die Jugendabteilung von Klopps Ex-Klub FSV Mainz 05 gewechselt. Zwei Jahre später kam das Angebot aus Dortmund. Nach 28 Einsätzen im Drittliga-Team des BVB folgten der Sprung in den Bundesliga-Kader und das zweiminütige Erstliga-Debüt beim Saisonauftakt in Augsburg (4:0).

„Er hat wie mehrere andere eindrucksvoll gezeigt, dass Spieler bei Borussia Dortmund durch Top-Leistungen in der zweiten Mannschaft nach wie vor den Sprung in den Profikader machen können“, betonte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, und laut Klopp ist Durm geduldig genug, weiter an sich zu arbeiten.

Derzeit lebt Durm seinen Kindheitstraum. Allein der Rückblick auf sein erstes Spiel vor 80.000 Zuschauern im Signal Iduna Park beschert ihm noch immer eine Gänsehaut. In Dortmund sind sie sich sicher, dass Durms Höhenflug noch lange andauern wird - ohne dass dieser die Bodenhaftung verliert.

sid

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