EM 2016: Island erkämpft Punkt

Ronaldo und Portugal blamieren sich zum EM-Start

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Wie im falschen Film: Cristiano Ronaldo muss sich gegen Island mit einem Punkt begnügen.

St. Etienne - Portugal und Cristiano Ronaldo müssen schon im ersten EM-Spiel einen herben Rückschlag einstecken. Gegen Island verpasst der drückend überlegene Favorit den Sieg.

Update 2 vom 29. Juni 2016: Wer hat die Favoritenrolle im Spiel Portugal gegen Polen? Wir haben uns beide Teams vorab genauer angeschaut.

Update 1 vom 29. Juni 2016: Bei Polen gegen Portugal kommt es zum Stürmer-Duell zwischen Robert Lewandowski und Cristiano Ronaldo. Hier erfahren Sie, wie Sie das EM-Viertelfinale zwischen Polen und Portugal live im Free-TV und im kostenlosen Live-Stream sehen können.

Update 2 vom 17. Juni 2016: Was für die Isländer eine Riesen-Sensation war, ist für Cristiano Ronaldos Portugiesen ein ziemlicher Dämpfer gewesen. Nun muss beim Abendspiel am Samstag gegen die ebenfalls unter Zugzwang stehenden Österreicher ein Sieg her. Wie Sie das Spiel Portugal gegen Österreich live im Free-TV und im Live-Stream ansehen können, lesen Sie hier.

Update 1 vom 17. Juni 2016: Nach dem sensationellen Remis gegen den Favoriten Portugal will Island im zweiten Spiel seinen EM-Traum weiterschrieben. Der Gegner siegte durchaus überraschend in seinem ersten Spiel. Wie Sie die Partie Island gegen Ungarn live im Free-TV und im Live-Stream ansehen können, lesen Sie hier.

Rekordmann Cristiano Ronaldo kämpfte und schimpfte, er feuerte aus allen Lagen - doch auch der Superstar konnte die Blamage zum Auftakt der Gruppe F nicht verhindern. In seinem 127. Länderspiel mussten sich der dreimalige Weltfußballer und seine Portugiesen gegen EM-Neuling Island mit einem enttäuschenden 1:1 (1:0) begnügen - eine böse Überraschung zum EURO-Auftakt gegen den krassen Außenseiter.

Mittelfeldmann Birkir Bjarnason (50.) vom FC Basel glich in Saint-Étienne Portugals Führung durch Nani (31.) aus, der den 600. Treffer der EM-Geschichte erzielte. Dabei schienen Island nach gutem Beginn gegen technisch stärkere Portugiesen, bei denen der künftige Münchner Renato Sanches eingewechselt wurde (71.), die Mittel auszugehen.

Doch die tapferen Nordmänner - wilde Bärte, lange Haare - steckten nie auf und wurden belohnt. Auch, weil Ronaldo in der 85. Minute den Siegtreffer per Kopf vergab. Und es hätte sogar noch schlimmer kommen können: Joker Alfred Finnbogason vom FC Augsburg hatte die Sensation auf dem Fuß (86.).

Island hat so viele Einwohner wie Bielefeld

Islands Birkir Bjarnason jubelt.

Für die kleinste Nation, die je bei einem großen Turnier dabei war, war schon die Teilnahme eine Sensation. Auf der Insel leben 330.000 Menschen - wie in Bielefeld. Portugal hat 32-mal so viele Einwohner. Und doch schaltete Island in der Qualifikation sogar die Niederlande um Superstar Arjen Robben mit zwei Siegen (2:0/1:0) aus.

Ronaldo wusste um die Schwere der Aufgabe, beim Warmmachen feuerte er die Fans wild winkend zum Anfeuern auf. Dazu streute er ein paar Übersteiger in seine Vorbereitung ein - noch ohne Gegenspieler. Als es los ging, nahmen ihn die Isländer gleich ordentlich ran. Auch an "netten" Worten für den bisweilen selbstgefälligen Star mangelte es nicht.

Trainer Lars Lagerbäck hatte die Begegnung bereits im Vorfeld angeheizt, als er Ronaldo und Abwehrchef Pepe "Schauspielerei" vorwarf. Beim Versuch, sich sportlich zu revanchieren, lief sich Ronaldo immer wieder in den beiden Viererketten des Außenseiters fest. Die erste Chance gehörte dem Underdog durch den ehemaligen Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson (3.).

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Island-Keeper Halldorsson immer wieder im Fokus

Doch der Favorit wurde bald munter. Wolfsburgs Vieirinha prüfte Kult-Keeper Hannes Halldorsson (18.), im "richtigen" Leben Filmregisseur. Dann hatte "CR7" seinen ersten großen Auftritt: Popowackler, ansatzlose Flanke - Halldorsson rettete gegen Nani bärenstark (21.).

Der Torhüter rückte vor 38.742 Zuschauern im Stade de Geoffroy Guichard nun in den Blickpunkt. Ronaldo köpfte vorbei (23.), Ronaldo scheiterte an Halldorsson (25.). Portugals Fußball-Held, der noch vor wenigen Tagen mit Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa speisen durfte, fehlte die Präzision. Nani machte es besser, als er eine flache Hereingabe von André Gomes nach schulbuchmäßiger Vorarbeit von Vieirinha verwertete.

Ronaldo läutete Hälfte zwei mit einem weiteren Torschuss ein (47.), als urplötzlich Island eiskalt zuschlug. Bjarnason nutzte ein Missverständnis zwischen Vieirinha und Pepe. Ronaldo nahm das 1:1 als persönliche Beleidigung auf, er fluchte und meckerte - auch gegen seine Kollegen. Portugal erhöhte am Ende den Druck, doch letztlich jubelte der Außenseiter.

sid

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