Enttäuschung in Schweinsteigers Heimat Oberaudorf

"Basti will von uns nichts mehr wissen"

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Bastian Schweinsteiger auf einer Pressekonferenz vor seinem letzten Länderspiel.

Mönchengladbach / Oberaudorf - Schweinsteiger raus, Weigl rein. Mit diesem Wechsel ist die Karriere bei der Nationalmannschaft endgültig Geschichte für den "Fußballgott". Bleibt jetzt endlich mal Zeit für einen Besuch in der Heimat?

Ohne Frage: Die Nationalmannschaftkarriere, die für Bastian Schweinsteiger gestern Abend in Mönchengladbach zu Ende ging, war eine große. Der Höhepunkt zweifellos 2014 im legendären Finale im Maracana: Schweinsteiger fightet, er blutet – und ist wenige Minuten später der Held von Rio de Janeiro, der Held von ganz Deutschland und: Er ist Weltmeister.

Seine Heimat ist stolz auf den Ex-Nationalspieler: Bastian Schweinsteiger ist der Sohn des Dorfes Oberaudorf. Hier im Inntal wuchs er auf, hier schnürte er seine Fußballschuhe für den FVO. Es war sein erster Fußballverein. Doch ein besonders inniges Verhältnis hat der Champions League-Sieger von 2013 anscheinend nicht mehr. „Basti will von uns nichts mehr wissen und wir eigentlich auch nichts mehr von ihm!“ Das erklärte der Fußball-Abteilungsleiter des FVO, Alois Holzmaier, im Gespräch mit dem Beinschuss.

Bender-Zwillinge regelmäßig daheim

Der Premier-League-Star scheint sich völlig abzukapseln von seinem Heimatort und -verein. Jetzt noch mehr, da er in Manchester seine Zelte aufgeschlagen hat. Aber auch schon zu Bayern-Zeiten wurden die Besuche immer seltener.  Schweinsteiger kann freilich selbst entscheiden, ob er mal wieder vorbeischaut.

Zu viel Freizeit habe man als Fußball-Profi ohnehin nicht. Eine englische Woche nach der anderen, im Sommer stehen dann zumeist die großen Turniere auf dem Plan. Ein Besuch in der Heimat wird da schon gleich schwieriger.

Ganz unmöglich ist das aber trotzdem nicht, meint Holzmaier, der auf die Bender-Zwillinge verweist: Ab und an sind Lars und Sven beim TSV Brannenburg anzutreffen. Das ist ihr Heimatverein. Manchmal sind sie beim Training, manchmal bei einem Punktspiel. Und auch für dieses Wochenende haben die Medaillengewinner von Rio ihren Besuch angekündigt.

Schulkinder warten auf Antwort

Bastian Schweinsteiger habe sich aber aber lange nicht mehr blicken lassen, auch auf Anfragen von daheim gibt es keine Antworten. Auf eine Postkarte, die die Schulkinder dem Weltmeister zukommen ließen – keine Reaktion. Die Zeiten, in denen die kleinen Buben mit dem Trikot des wohl bekanntesten Oberaudorfers zum Public Viewing gingen, sind anscheinend vorbei.

Die Enttäuschung ist groß im Inntal. Doch: „Wir schlagen die Türe sicher nicht zu. Bastian ist immer willkommen. Er könnte doch mal wieder vorbeikommen“, wünscht sich der Funktionär wohl stellvertretend für viele Fußballer und Bürger von Oberaudorf.

Es ist und bleibt Schweinsteigers Entscheidung, ob er sich meldet und ob er seinen Oberaudorfern mal wieder einen Besuch abstattet. Es ist sein gutes Recht, auch ohne Begründung aus dem Inntal fernzubleiben. Aber auf jeden Fall würden sich viele freuen, wenn er mal wieder dort wäre. Der Held vom Maracana sollte doch irgendwie auch der Held von Oberaudorf sein. "Fußballgott" wird er aber auf jeden Fall bleiben.

Quelle: rosenheim24.de

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