Beinschuss-Direkt: "Tore sind nicht alles"

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ASV-Akteur Dejan Pajic (re.) gemeinsam mit Beinschuss-Reporter Max Böning auf dem Grassauer Sportplatz.

Goalgetter Dejan Pajic über Tore, seinen Wechsel in die Kreisklasse und seine neue Rolle als Co-Trainer

In dieser Woche traf sich Beinschuss-Reporter Max Böning mit Torjäger Dejan Pajic, der im Frühjahr vom Bezirksligisten Raubling in die Kreisklasse zum ASV Grassau wechselte, zum Interview auf der Sportanlage seines neuen Vereins.

Beinschuss: Zwei Spiele, zwei Siege und dazu drei Tore bei Deiner Heimpremiere! Ein perfekter Start in Grassau?

Pajic: Es geht, das ist ja nur meine persönliche Bilanz (fehlte die ersten beiden Begegnungen aufgrund einer Sperre aus der letzten Spielzeit; die Redaktion). Zum Auftakt in Seeon wurden wir früh überrumpelt und hatten keine Chance mehr auf den Sieg, gegen Türkspor Rosenheim hätten wir natürlich mehr als ein Remis holen wollen – hatten aber auch ein bisschen Pech. Aber die Auftritte in Kiefersfelden und gegen den ESV am Samstag waren schon ganz gut – das waren richtig wichtige Zähler.

Viele hat es überrascht, dass Du als einer der besten Torjäger der Bezirksliga in die Kreisklasse wechselt. Was waren die Gründe?

Pajic: Hauptsächlich hatte es berufliche Gründe. Den hohen Aufwand in der Bezirksliga mit drei Trainingseinheiten und den Spieltagen, die oft auch im Münchner Raum stattfanden, wollte und konnte ich deswegen nicht mehr mitgehen.

Warum wurde es dann aber ausgerechnet Grassau?

Pajic: Viktor Gruber, Übungsleiter des ASV, kannte ich noch aus meiner Raublinger Zeit. Nach der letzten Saison hat er mich kontaktiert und mich gefragt, ob ich mir einen Wechsel ins Achental vorstellen kann.

Und hat Dir eine Stelle als Co-Trainer angeboten.

Pajic: Richtig. Er wusste, dass ich gerne mal in das Trainergeschäft reinschnuppern möchte – auf unseren Auswärtsfahrten haben wir immer viel gequatscht. Ich möchte für mich selbst erfahren, ob ich später mal einen Trainerschein machen will. Ich sehe es als eine Art Praktikum. Es ist eine tolle Gelegenheit, mehr Verantwortung innerhalb der Mannschaft zu übernehmen. Dass mir der ASV Grassau dazu die Gelegenheit gibt, ist super. Dafür muss ich mich bei den Verantwortlichen bedanken!

Wie sind Deine ersten Eindrücke hier?

Pajic: Die Arbeit mit Viktor macht mir sehr viel Spaß. Mit ihm zusammen stelle ich die Traningspläne auf und bekomme einen ganz anderen Einblick auf den Fußball. Wir haben hier eine sehr engagierte und ehrgeizige Truppe, die viel Potential hat. Mit den Jungs kann man sicher oben mitspielen - das ist auch ein Ziel von mir. Zudem ist die Sportanlage ein Traum: Selbst die Trainingsplätze hier sind ideal - und der Rasen im Stadion ist ein Teppich.

Also genau der richtige Untergrund für Techniker wie dich..

Pajic: (Lacht) Nein, das können andere schon besser als ich!

Was ist Deiner Meinung nach der größte Unterschied zwischen Bezirksliga und der Kreisklasse?

Pajic: Du hast mehr Zeit! Vor allem bei der Ballannahme hast du in dieser Liga ein paar Augenblicke mehr, um einen Ball anzunehmen und dann weiter zu verarbeiten.

Zurück zu Deinem Ex-Klub Raubling: Hast Du schon ein TuS-Spiel in der neuen Saison ansehen können?

Pajic: Nein, leider nicht. Aber wenn es sich mal wieder ergibt, komme ich gerne an meine alte Wirkungsstätte zurück. Meine ehemalige Kollegen habe ich vor kurzem auf dem Herbstfest getroffen. Das Verhältnis ist nach wie vor überragend.

Am Samstag kommt es zum Topspiel zwischen Prien und Seeon. Geht der Aufstieg im nächsten Frühjahr nur über diese beiden Teams?

Pajic: Das glaube ich nicht, aber für eine Überraschung sind die beiden auf jeden Fall gut. Vor allem Prien, das letztes Jahr noch gegen den Abstieg spielte, überzeugt in diesem Jahr mit einer jungen Truppe und einem jungen Trainer.

Wer ist denn Deiner Ansicht nach ein Kandidat für ganz oben?Pajic: Der ESV! Zu Beginn der Runde mussten die Rosenheimer auf einige Leistungsträger verzichten. Ich denke, dass die allmählich in Fahrt kommen und ein Wörtchen um den Aufstieg mitsprechen wollen. Die Saison ist noch lang!

Dejan, in einigen Wochen müsst Ihr nach Bernau. Ein besonders Spiel, oder?

Pajic: Natürlich ist es was besonderes, wenn man mit einem anderen Klub auf seinen Heimatverein trifft und gegen die ganzen Jugendfreunde spielt. Aber es wird für mich ein Spiel wie jedes andere auch sein. Ich will immer gewinnen!

Letzte Saison waren es für dich 18 Tore in der Bezirksliga. Wie viele dürfen es heuer in der Kreisklasse 1 sein?

Pajic: Das ist mir egal. Mit ist wichtig, dass die Mannschaft funktioniert und sich alle verbessern können. Ich würde sofort unterschreiben, wenn wir aufsteigen, ich dafür aber gar keinen Treffer mehr erziele. Tore sind nicht alles.

Die beiden großen Rosenheimer Vereine stehen in der Bayernliga in der Abstiegszone. Was hältst Du von einer möglichen Fusion von 1860 und dem Sportbund?

Pajic: Ich würde mir schon freuen, falls es zu einer Zusammenlegung der Abteilungen kommen würde. Nur so kann garantiert werden, dass in Rosenheim weiter höherklassiger Fußball gespielt wird. Eine Fusion ist definitiv der richtige Weg und tut der Fußball-Region sicher gut.

Dejan, vielen Dank für Deine Zeit und eine erfolgreiche Saison beim ASV Grassau!

 

 

 

Quelle: rosenheim24.de

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