Beinschuss-Classics: Vent hat einen Lauf, Marktl nicht!

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Während Torschütze Thorsten Vent (links) mit Endorf auf der Erfolgswelle reitet, passten bei Marktls Rotsünder Jürgen Dienersberger nur die elegant geschwungenen Bartkoteletten.

Wir haben für Euch unser Archiv durchstöbert und die alten Beinschuss-Hefte ausgegraben. Während der Winterpause präsentieren wir Euch einige Highlights aus vergangenen Tagen.

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Handspiel von Jürgen Dienersberger bringt die Danzl-Elf auf die Siegerstraße

"Das war bisher unser bestes Rückrundenspiel", seufzte Marktls Co-Trainer Auberger kurz vorm Schlusspfiff. Er glaubte nicht mehr an die Wende. Und viele andere zu diesem Zeitpunkt auch nicht. Es lief einfach zu vieles gegen den TSV Marktl. Die Schlüsselszene: Jürgen Dienersbergers Handspiel direkt nach dem Wiederbeginn. "Das war drei Meter außerhalb und der "Schauer" pfeift Elfmeter", schimpfte der Sünder beim vorzeitigen Gang in die Kabine.

Die Gunst der Stunde nutzte Thorsten Vent, der den Elfer zum goldenen Treffer in den Winkel setzte. Bereits sein fünfter Treffer im fünften Rückrundenspiel (insgesamt sein 16. Treffer). Und weil es bei Vent läuft, läuft es auch bei Endorf, das 1998 noch ungeschlagen ist. Davon kann in Marktl nicht die Rede sein. In den letzten vier sieglosen Spielen gelangen nur zwei Treffer. Da weiß Trainer Nöbauer wenigstens, wo der Schuh drückt.

Nix los vor dem 1:0

Im nachhinein wog der Ausfall von Marktls Libero Eugen Kubsda doppelt. Denn für Kubsda rückte Dienersberger auf die Liberoposition. Hätte Kubsda gespielt, wäre wohl alles ganz anders gekommen. Aber ein solches Spiel der Eventualitäten und Konjunktiva (hätte, könnte, wäre) gilt nicht. Schließlich musste auch Bad Endorf mit Spielertrainer Danzl den Libero und mit Kasper eine wertvolle Kraft im Mittelfeld ersetzen.

Bis zum 1:0 durch Vent war eigentlich wenig passiert. Kerzen, Preß- und Befreiungsschläge waren Trumpf. Es fehlte der letzte Tick. Erstens, weil beide Abwehrreihen prächtig standen. Vor allem Endorfs Manndecker Manfred Mayer legte mehrmals Zeugnis ab von seiner beeindruckenden Antrittsschnelligkeit und seiner exakten Ballberechnung. Zum zweiten genügte der enge Endorfer Platz selten so wenig Bezirksligaansprüchen wie jetzt. Zu den vielen Löchern gesellte sich auf der Seite am Ströbinger Hang tiefe Furchen, die von den Rädern eines Traktors stammen. So kam es nur zu wenigen Strafraumszenen.

Kapitän geht wegen "schlechter Sicht"

Bei Endorf kamen die typischen Vent-Hacken nur sporadisch (beim zweiten Mann war Endstation), während sich Trebesius und Dorner mit viel Engagement als Ballschlepper und Dribbler versuchten, aber ihre gut gemeinten Schüsse jeweils aus zu ungünstiger Position abfeuerten.

Auf der anderen Seite bereitete Keeper Auer lediglich eine raffinierte Ecke von Hildebrand Mühe. Dass es nicht der Abend des TSV Marktl war, zeigte auch die Auswechslung von Marktls Kapitän Ralf Winzenhörlein. Der Grund: die schlechte Sicht. Als dunkle Wolken den Himmel verdüsterten und das schwache Flutlicht den Platz nur unwesentlich erhellte, musste der kurzsichtige Kapitän streichen. Bereits vorher hatte Dirneichner (verletzt) das Feld verlassen müssen. Ein weiterer Vorfall, der die These, es sei nicht der Abend der Nöbauer-Elf gewesen, erhärtete.

Marktl gibt nicht auf

Entschieden war die Partie nach dem 1:0 und dem Platzverweis aber längst noch nicht. Denn die Platzherren kamen kaum zu Kontern, abgesehen von zwei halben Chancen von Wirl (über links) und Renauer (über rechts). Gefährlicher war in der zweiten Halbzeit der TSV Marktl. Hildebrand setzte einen Freistoß aus 30 Metern an die Lattenoberkante (74.), und der eingewechselte Torjäger Michael Kurta verpaßte die große Chance zum 1:1. Er schoss den Ball aus 14 Metern dem herauseilenden Keeper Auer an die Beine statt zu lupfen.

Kurta wäre vorher auch schon alleine auf den Kasten zugelaufen, als Siebenmorgen maßgerecht passte. Aber Marktls Huber kreuzte ungewollt die "Flugbahn" und klärte. Und Endorfs guter Libero Bayer ging bei einer Szene, die an Dienersbergers Platzverweis erinnerte, mit der Hand zum Ball. Da schwieg die Pfeife des Referees.

Es war eben nicht der Abend des TSV Marktl ...

Quelle: Ludwig Simeth, beinschuss regional 21. April 1998

Quelle: rosenheim24.de

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