SV Bruckmühl - SV Ostermünchen 0:2

Killer-Kaya und Schenk lassen Ostermünchen jubeln

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Onur Kaya(l.) und Thomas Hanslmaier(r.) bejubeln das wichtige 0:1 für den SVO im Spitzenspiel.

Bruckmühl - In einem weitestgehend ausgeglichenen Spitzenspiel der Kreisliga 1, in dem allerdings die Gastgeber die Mehrzahl der Chancen hatten, gewinnt Tabellenführer SV Ostermünchen beim Verfolger und bis dahin Zweiten SV Bruckmühl. Garant für den Auswärtserfolg der Gäste sind deren bessere Chancenverwertung sowie Torhüter Johannes Schenk. 

aus Bruckmühl berichtet Christian Schulz

Die Ausgangslage vor dem Kracherspiel der Kreisliga 1 war klar. Ostermünchen reiste mit 48 Punkten als Tabellenführer an, der SV Bruckmühl hatte als Zweiter des Klassements 44 Zähler auf der Habenseite. Ein eindeutiges Sechs-Punkte-Spiel also. Dementsprechend auch die stattliche Zuschauerkulisse. Trotz Kälte und Nieselregen hatten 400 Besucher den Weg ins Sportzentrum Bruckmühl gefunden und wollten sich das Kreisliga-Spitzenduell nicht entgehen lassen.

Blitzstart der Gastgeber

Und die Bruckmühler wollten wohl umgehend ein Zeichen setzen, dass sie in Sachen Meisterschaft noch ein gewichtiges Wort mitreden wollten. Denn sie gingen sofort mit Anpfiff in die Offensive. Gleich beim ersten Angriffsversuch wurde mit einem schnellen Ball das Mittelfeldfeld überbrückt und das Leder landete bei Sebastian Marx. Der fackelte nicht lange, zog ab – und hätte den Ball um ein Haar im Winkel des Ostermünchner Tores versenkt. Stattdessen streifte er nur das Außennetz (1.).

Service:

Nach fünf Minuten die nächste gefährliche Aktion der Gastgeber: Maximilian Gürtler schnappte sich die Kugel, setzte zum Dribbling an und ging durch die Mitte ab. Ostermünchens Kapitän und Routinier Bernd Schiedermeier kam nicht richtig hin beziehungsweise wurde im Zweikampf überlaufen und Gürtler kam etwa zwölf Meter vor dem Tor zum Abschluss. Doch sein Schuss strich rechts unten am SVO-Gehäuse vorbei.

SVO tut sich zunächst schwer - Vorteile für Bruckmühl

Der Tabellenführer tat sich hier sichtlich schwer ins Spiel zu kommen und konstruktiv eigene Angriffe vorzutragen. Obwohl das Match im Mittelfeld ausgeglichen wirkte, hatten die Bruckmühler am Ball leichte Vorteile, waren bissiger und in den entscheidenden Momenten spritziger. So hatten auch zunächst nur die Hausherren torgefährliche Szenen.

Nach zwölf Minuten hatte nach einer Flanke von links Gerhard Stannek eine gute Kopfballmöglichkeit aus Elfmeterdistanz. Der starke Johannes Schenk im Kasten der Ostermünchner war jedoch auf dem Posten und fischte den Ball aus dem rechten oberen Toreck. Gute zehn Minuten später gab es einen direkten Freistoß aus 25 Metern Tordistanz für den SVB. Marx knallte ihn ans Lattenkreuz! So langsam wäre eine Führung für Bruckmühl verdient gewesen.

Niedermeier auf Kaya - Ostermünchen trifft aus dem Nichts

Kurz darauf ging dann allerdings Ostermünchen in Front. Mit dem ersten richtigen eigenen Angriff. Weil Bruckmühl in der Abwehr wesentlich unsortierter und weniger entschlossen war, als in der Offensivabteilung. Andreas Niedermeier bekam halbrechts im Strafraum das Leder, setzte sich gegen den ersten Gegenspieler durch und behauptete auch gegen den zweiten im Zweikampf stark den Ball. Anschließend musste er am Fünfmeterraum nur noch quer spielen und der abgezockte Onur Kaya hatte keine Probleme aus kurzer Distanz das 0:1 zu markieren (26.).

Noch bevor Bruckmühl die Chance hatte, den Gegentreffer wegzustecken, schlugen die nun stärker werdenden Gäste erneut zu: Thomas Hanslmaier bediente Tobias Kroll auf der linken Außenbahn, der zog das Leder fast von der Eckfahne scharf nach innen – und Unglücksrabe Philipp Manuel Keller, der mit einer Grätsche die Hereingabe klären wollte, lenkte die Kugel zum 0:2 ins eigene Netz (32.)

Auch Bruckmühl trifft - aber nur ins eigene Netz

Die Heimelf steckte jedoch auch nach diesem zweiten Rückschlag binnen weniger Minuten nicht auf. Und erarbeitete sich kurz vor der Halbzeit die große Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Über links setzte sich Bruckmühls Gürtler schön durch. Seine Hereingabe ging an allen Abwehrspielern vorbei und fand am langen Fünfereck Marx – doch Schenk rettete in höchster Not reaktionsschnell mit einer Fußabwehr (42.).

Fast im direkten Gegenzug hätte aber auch Ostermünchen noch höher in Führung gehen können: Silvio Havic flankte bei einem Konter von der rechts in die Mitte, am langen Pfosten kam Kaya zum Kopfball. Der Goalgetter des SVO hätte nur noch einköpfen brauchen – doch er traf den Ball nicht richtig (44.).

Mehr tat sich nicht mehr und so ging es nach einer eigentlich recht ausgeglichenen ersten Halbzeit, mit leichten spielerischen Vorteilen für den SV Bruckmühl, mit einer schmeichelhaften Führung für den SV Ostermünchen in die Kabinen.

Nach Wiederbeginn Kopie der Anfangsphase

Die zweite Hälfte begann wie die erste. Der SVB wollte es nochmal wissen und legte offensiv los. Gürtler wurde halbrechts im Sechzehner angespielt, schlug einen Haken und vernaschte so seinen Gegenspieler – doch sein Schussversuch wurde im letzten Moment geklärt. Nach der anschließenden Ecke von rechts kam Anian Folger angerauscht und acht Meter vor dem Tor zum Kopfball – doch der geht ganz knapp drüber (48.)

Keine fünf Minuten später wieder Bruckmühl: Angriff über rechts. Wieder war Gürtler beteiligt und brachte den Ball nach innen – doch Marx vergab die Riesenchance, weil er völlig freistehend aus sieben Metern Torentfernung den Ball nicht richtig traf (52.).

Bruckmühl geht Risiko - Ostermünchen lauert auf Konter

Die Gastgeber waren jetzt wesentlich agiler als die Gäste, gingen mehr Risiko und forcierten ihr Angriffspiel. Klar – sie mussten ja auch einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen. Ostermünchen hingegen beschränkte sich darauf hinten gut zu stehen und den Vorsprung zu verwalten. Aus dieser luxuriösen Position des Abwartens setzte der SVO auf Konter.

In der 56. Minute bewahrte wieder der glänzend aufgelegte Keeper die Gäste vor dem Anschlusstreffer: Nach einer Flanke von links wäre es fast Ostermünchens Nico Blaimberger gewesen, der seinen eigenen Torhüter überwunden hätte. Er köpfte bei seinem Abwehrversuch an den eigenen Pfosten – den anschließenden Nachschussversuch lenkte Schenk mit einer Glanzparade gerade noch zur Ecke.

Schwäche im Abschluss und Schenk treiben SVB zur Verweiflung

Nach einer guten Stunde schien es dann so, als hätten die Hausherren ihr Pulver verschossen und müssten ihrer Energieleistung zu Beginn der zweiten Halbzeit Tribut zollen. Das Tempo der Partie ging zurück, es wurde nun merklich ruhiger auf dem Rasen. Die Fehler auf beiden Seiten häuften sich und das Spiel wurde zerfahrener.

Als nach 70 Minuten Bruckmühls Stannek wegen eines taktischen Fouls im Mittelfeld die gelb-rote Karte sah, war das Spiel somit fast entschieden. Ostermünchen tat nun in Überzahl und angesichts der beruhigenden Führung endgültig nicht mehr als nötig. Aber mehr war ja auch nicht verlangt. Aus einer sicheren Abwehr heraus initiierten die Gäste immer wieder Konterangriffe, verpassten es allerdings diese zu Ende zu spielen und mit einem weiteren Punch abzuschließen.

Gelb-Rot für Stannek - kein Elfmeter für Ostermünchen

Eine Viertelstunde vor Schluss hätte es noch einen Strafstoß für den SVO geben müssen: Kaya wurde, nach dem er im Strafraum der Gastgeber einen Gegner mit einem schnellen Haken stehen ließ, ganz klar regelwidrig von den Beinen geholt. Schiedsrichter Michael Hofbauer aus Halfing jedoch verweigerte dem fälligen Elfmeter seine Anerkennung.

Doch auch das änderte nichts mehr am aufgrund der besseren Chancenverwertung letztlich nicht unverdienten Auswärtserfolg des Spitzenreiters. Das Spiel plätscherte seinem Ende entgegen. Und wäre wohl auch vollständig zufriedenstellend für die Ostermünchner geendet, wenn es nicht Sekunden vor dem Schlusspfiff noch einen letzten Aufreger gegeben hätte.

Tuna hat seine Nerven nicht im Griff und handelt sich Sperre ein

Nach einem harmlosen Foul im Mittelfeld kam es wohl aufgrund des verständlichen Frusts der Gastgeber zu Rudelbildung und Handgemenge rund um den Gefoulten. In der anschließenden unübersichtlichen Situation hatte Ostermünchens Ridvan Tuna sein Temperament nicht unter Kontrolle und sah wegen einer Tätlichkeit eine völlig unnötige Rote Karte (89.).

Seiner Mannschaft hat er damit einen Bärendienst erwiesen – denn noch sind schwere Spiele zu spielen und der Weg zur Meisterschaft wird durch die Sperre des Leistungsträgers nicht einfacher werden. Vor allem, da der Verfolger aus Reichertsheim keine Anstalten macht nachzulassen.

Wie sich die Reichertsheimer genau schlugen, könnt Ihr hier nachlesen.

Quelle: rosenheim24.de

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