TSV 1860 Rosenheim - SV Pullach 3:0

Sechzig furios! Rosenheimer schießen auch Pullach ab!

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Danijel Majdancevic(l.), Korbinian Linner(m.) und Sascha Marinkovic(r.) bejubeln das 2:0 für den TSV 1860 Rosenheim. 

Rosenheim - Was für ein Fußballnachmittag im altehrwürdigen Jahnstadion in Rosenheim. Die Roten vom TSV 1860 zeigten sich von Beginn an furios und zerlegten Meisterschaftsanwärter SV Pullach schon in den ersten zwanzig Minuten. Marinkovic, Majdancevic, Tomic - das komplette Angriffstrio traf. Und Pullach war erledigt. Nun sieht wirklich alles nach der Relegation zur Regionalliga aus.

aus dem Jahnstadion berichtet Christian Schulz

Wer heute zu spät an der Jahnstraße angekommen war, hatte definitiv was verpasst. Die 600 Zuschauer, die sich am heutigen Tag das absolute und über den Aufstiegs-Relegationsrang entscheidende Spitzenspiel ansahen, sollten ihr Kommen nicht bereuen. Denn es wurde ein echter Knaller!

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Der Schiedsrichter hatte die Partie kaum angepfiffen, da legten die ganz in Rot auflaufenden Sechziger auch schon los, wie die berühmte Feuerwehr. Vollgas-Start im Jahnstadion! Wirklich als hätte man sie von der Leine gelassen, stürzten sich die „jungen Wilden“ aus Rosenheim auf Ball und Gegner. Und legten, sobald sie das Leder erobert hatten, ein unglaubliches Tempo vor! Und sofort den Vorwärtsgang ein.

Rosenheim mit überfallartigem Beginn

Bereits in der allerersten Spielminute die erste gute Chance für die Roten: Korbinian Linner startete auf den linken Flügel, spielte einen blitzgescheiten Doppelpass mit Danijel Majdancevic und drang auf halblinks in den Strafraum der überraschten Pullacher Raben ein. Seinen Schuss konnte Ex-Löwen-Profi Michael Hofmann im Tor der Gäste parieren – Majdancevic nahm den Abpraller von der Strafraumgrenze volley und zog nur knapp links vorbei.

Keine zwei Minuten später wirbelten die Rosenheimer schon wieder in Richtung Pullacher Kasten: Wieder ging es über links. Und wieder in höchster Geschwindigkeit. Sascha Marinkovic schnappte sich am Flügel den Ball, zog auf, suchte im Dribbling energisch den Zweikampf. Rosenheims Sturmtank setzte sich wunderbar durch, düpierte dabei gleich zwei Gegenspieler und brachte den Ball nach innen zu Josip Tomic. Tomic suchte knapp innerhalb des Sechzehners die Lücke um abzuschließen, fand sie jedoch nicht - und legte daher uneigennützig und überlegt auf für Raphael Obermair. Dessen Schuss aus knapp zwanzig Metern strich haarscharf über das Gehäuse (3.).

Die Sechziger ließen hier von der ersten Sekunde an wirklich überhaupt keinen Zweifel daran, wer dieses Spitzenspiel gewinnen – und wer in die Relegation einziehen wollte. Bissig ohne Ende, nah dran an den Gegnern, entschlossen in jedem Zweikampf. Das war eine Ansage – das setzte Zeichen! Und sobald sie im Ballbesitz waren ging es mit Elan und viel Mut in die Offensive. Situativ mit fünf Stürmern. Man bekam hier fast das Klischeebild einer jungen stürmischen Truppe zu sehen, die sich füreinander und den Erfolg zerreißt. Und es war gut anzuschauen.

Leidenschaftliche Sechziger erzwingen frühe Führung

Für den SV Pullach, der noch gar nicht richtig auf dem Platz angekommen schien, ging das alles viel zu schnell. Die überfallartigen Angriffe der Gastgeber stürzten die Abwehrreihen der Münchner Vorstädter teilweise komplett in Verwirrung. Nach nur fünf Minuten sorgte der Blitzstart auch für die Blitzführung! Diesmal allerdings im Anschluss an einen Standard. Eine Ecke von rechts flog über die Köpfe aller Rosenheimer und Pullacher hinweg. Tomic bekam am langen Strafraumeck die zu Boden fallende Kugel, zog sofort ab, traf die Brust des in den Ball springenden Marinkovic – und von dort ging der Ball zum 1:0 in die Maschen.

In diesem Stil ging es in der kompletten Anfangsphase weiter. Herzerfrischender Fußball war das, den die Sechziger auf den Rasen legten. Und ihre Marschroute von Beginn an zu zeigen, wer Herr im Hause Jahnstadion war, ging voll auf! Schon nach knapp zwanzig Minuten belohnten sie sich selbst für ihr forsches Auftreten – und erlegten die hoch gewetteten Gäste aus Pullach mit einem furiosen Doppelschlag!

Doppelschlag von Majdancevic und Tomic - und Pullach geht K.O.!

Bei einem Konter zog Majdancevic aus dem rechten äußeren Mittelfeld diagonal nach innen und ließ mit seiner Dynamik die Gegenspieler stehen, die ihn allesamt nicht zu bremsen vermochten. In der entstehenden Überzahlsituation am Sechzehner hätte er auch noch nach links ablegen können, wo Linner freie Schussbahn gehabt hätte, doch er erspähte selbst die Lücke, guckte sich Hofmann aus und schoss traumhaft sicher zum 2:0 ein (20.).

Das Spiel war gerade erst fortgesetzt, da leistete sich Pullach einen groben Schnitzer in der Vorwärtsbewegung. Und das darf man gegen diese Rosenheimer Truppe einfach nicht machen. Ein schlampiges Abspiel im rechten Mittelfeld der Gäste, die sich in dieser Situation nicht ganz einig waren, der Ball konnte nicht richtig verarbeitet werden – und schon spritzte Majdancevic dazwischen und holte sich die Kugel. Und diesmal glänzte Rosenheims abgezockter Goalgetter als perfekter Vorlagengeber: Majdancevic suchte gegen die komplett auf dem falschen Fuß erwischten Verteidiger den direkten Weg in den Strafraum, drang über halblinks ein, schaute kurz was Hofmann diesmal machte und legte dann ganz locker quer auf den mitgelaufenen Tomic, der den Ball nur noch ins Tor schieben musste (22.). 3:0 nach nicht einmal einer halben Stunde. Gegen einen der Favoriten der Liga. Was war denn hier los?

Geschockte Gäste wirken ratlos

Pullach war jedenfalls geschockt – und schwer gezeichnte. Von den Sturmschäden, die der Rosenheimer Wirbelwind hinterlassen hatte, erholten sich die Gäste auch nicht mehr. Zu anders war das, was sich hier abspielte, im Vergleich zu den hohen Erwartungen mit denen die Pullacher angereist waren. Wie ein Meisterschaftskandidat sah hier nur eine Mannschaft aus. In Kombination mit der löchrigen Defensive, der Tatsache, dass sie nicht in die Zweikämpfe kamen - und dem schlimmen Fehler vor dem dritten Tor – ein im wahrsten Wortsinne raben-schwarzer Tag für den SVP.

Erst nach etwa fünfundzwanzig Minuten ließ der Druck der Hausherren etwas nach. Im Wissen um die sichere Führung stellten sie jetzt etwas um, schonten ein wenig die im Anfangssprint verbrauchten Kräfte. Sie zogen sich etwas weiter zurück, erwarteten dort die ratlosen Pullacher – und lauerten auf Konter, um Hofmann ein weiteres Ei ins Nest zu legen.

1860 zieht sich etwas zurück und lauert auf Konter

Da den Gästen nichts einfiel, ihr Offensivspiel - wenn vorhanden – auf eine souverän und umsichtig agierende Abwehr traf und auch die Rosenheimer, welche nun ganz entspannt abwarten konnten, keinen Konter zu Ende spielten und auch seltener nach Vorne kamen, tat sich bis zur Halbzeit vor den Toren nur noch wenig.

Einzig in den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte wurden die Bemühungen der Raben etwas konkreter und zielorientierter. Dies gipfelte schließlich in einer Doppelchance nach einem Eckball: Ecke Pullach von rechts. Am langen Fünfereck kommt es zu einem Kopfballduell, der Ball fällt zu Boden, Schuss aus etwa sechs Metern – doch Dominik Süßmaier im Kasten der Sechziger ist mit einem Reflex zur Stelle. Nachschuss per Schlenzer von halblinks – doch auch den parierte Süßmaier mit einer tollen Flugeinlage glänzend (44.). Die Gäste verloren so langsam den Glauben – gegen dieses Sechzig war an diesem Tage nichts zu wollen.

Rosenheimer spielen die Partie souverän nach Hause

In der zweiten Halbzeit ein völlig anderes Bild, als in der ersten. Und ein wesentlich ruhigeres Spiel. Einerseits sicherlich weil die Perspektive der Rosenheimer sich verändert hatte: sie wussten nun, dass sie nichts mehr zu erobern hatten – sondern das, was sie in der Tasche hatten, auf keinen Fall mehr hergeben durften.

Andererseits aber auch, weil sich hier eine neue Klasse der jungen Truppe zeigte, die in vielen Momenten ja auch immer noch dazulernt. Souverän und clever spielten sie aus einer kompakten Defensive heraus und ließen die ideenlosen Gäste sich abarbeiten. Im Gegensatz zu manch anderem Spiel in dieser Saison eine durchweg abgeklärte Leistung der Sechziger, die zeigten, dass sie eben nicht nur ungestüm und mit jugendlichem Drang nach vorne stürmen können.

Klasse Leistung macht Lust auf Relegation

Da einige wenige Chancen auf beiden Seiten nicht verwertet werden konnten oder von den beiden guten Torhütern zunichte gemacht wurden, blieb es auch nach 90 Minuten beim 3:0. Sichtlich zufriedene Zuschauer im Jahnstadion honorierten das Spiel ihrer Mannschaft immer wieder mit Szenenapplaus.

Und den hatten sich die Hausherren an diesem Samstagnachmittag auch verdient. Auch in dieser Höhe völlig zurecht, schlugen die Rosenheimer in der Anfangsphase völlig überforderte Pullacher, die erst dann ebenbürtig erschienen, als die Sechziger das Tempo drosselten. Das sah heute fast schon ein bisschen zu gut aus für die Bayernliga. 1860 Rosenheim bewegt sich mit Sieben-Meilen-Stiefeln Richtung Aufstiegs-Relegation!

Quelle: rosenheim24.de

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