Vorschau: SV Erlbach - TSV 1882 Landsberg

"Mentalität muss Qualität schlagen!"

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Am Ende zählt der Wille - und den wollen die Jungs vom SV Erlbach vor sicherlich wieder vielen Zuschauern im Waldstadion auf jeden Fall an den Tag legen.

Erlbach - In der zweiten und über den Bayernligaverbleib entscheidenden Runde der Relegation trifft der SV Erlbach am Mittwochabend auf den TSV 1882 Landsberg. Nachdem die Erlbacher mit einem 2:0 Auswärtserfolg und einer 0:1 Heimniederlage in der Summe den Landesligisten FC Deisenhofen niedergerungen hatten, treffen nun zwei Bayernligisten in Hin- und Rückspiel aufeinander. Nur einer von ihnen wird sich auch kommende Saison so nennen dürfen. Alles oder Nichts also für die von Verletzungssorgen geplagten Erlbacher.

Auch der TSV 1882 Landsberg hatte sich in der ersten Runde eines Landesligisten erwehrt. Und das mit zwei Siegen – 3:1 auswärts und 1:0 zuhause wurde der schwäbische Nachbar SV Mering geschlagen. Dass die Lechstädter überhaupt in dieser Relegation um den Klassenerhalt spielen müssen, verdanken sie einer absolut katastrophalen Rückrunde:

In insgesamt 13 Partien in der regulären Saison im Jahr 2016 konnte nur ein einziges Mal gewonnen werden - und das beim abgeschlagenen Tabellenletzten und Absteiger Ruhmannsfelden. Auch Unentschieden sprangen nur wenige heraus: ganze vier Stück. Macht magere sieben Punkte nach dem Winter. Sage und schreibe acht mal verließ man als Verlierer das Feld. Die Auswärtsbilanz liest sich noch schlimmer – bis auf den angesprochenen Sieg in Ruhmannsfelden und ein Unentschieden in Sonthofen im allerersten Punktspiel des Jahres hat man auswärts ausnahmslos verloren! Ein Fakt, den sie sicher auch im Holzland vor dem Hinspiel am Mittwoch aufmerksam registriert haben.

Salemovic-Abschied Grund für Landsberger Absturz?

Woran lag es? Was war los am Lech? Woher kommt diese durchaus abstiegswürdige Bilanz? Nach der Hinrunde waren die Landsberger schließlich noch Fünfter mit starken 29 Punkten und damit zum Beispiel zwei Zähler vor den Rosenheimern, die jetzt auch in der Relegation spielen – allerdings um den Aufstieg in die Regionalliga gegen Viktoria Aschaffenburg.

Service:

Da spielte allerdings mit Ass und Torjäger Muriz Salemovic auch noch ein Ausnahmekicker für den TSV. Und steuerte in neunzehn Spielen dreizehn Tore zur äußerst erfolgreichen Hinserie der Landsberger bei. Der kickt jedoch nach fünfeinhalb treffsicheren Jahren jetzt eine Liga höher beim Nachbarn FC Memmingen. Sicherlich ein schwerer Verlust - doch das alleine kann es auch nicht sein. Die Lechstädter haben sich da irgendwie in eine völlige Abwärtsspirale gespielt, aus der sie nicht mehr herausfanden und bis zuletzt den Schalter nicht mehr umlegen konnten.

Bis zur Relegation eben. Das ihnen ausgerechnet gegen den SV Mering zwei Siege gelangen, war also durchaus überraschend. Zumindest Nervenstärke haben sie also bewiesen. Ist der TSV 1882 Landsberg also wieder erstarkt und im Aufwind. Die Spiele gegen Erlbach werden es zeigen.

"Erlbach hat seine Spielweise, von der es keinen Millimeter abrückt."

„Ich denke, wir haben gegen einen bayernligareifen Gegner ein tolles Ergebnis erzielt und sind verdient weiter! Erlbach stellt eine immense Aufgabe dar. Sie sind ganz eklig zu bespielen, denn sie verteidigen extrem gut und spielen bei hohem Engagement viele lange Bälle.“, sagte der Trainer des TSV Sven Kresin nach der ersten Relegationsrunde gegenüber dem Kreisboten.

Der Augsburger Allgemeinen sagte Kresin vor dem Duell mit den Holzländern: „Erlbach hat seine Spielweise, von der es keinen Millimeter abrückt. Und diese konzentriert sich in erster Linie auf die Defensivarbeit. Nicht umsonst hatten dort auch andere Bayernliga-Teams so ihre Schwierigkeiten. Aber sehe es als Prüfstein, ob wir bayernligatauglich sind oder nicht. Wir werden uns dieser Aufgabe stellen!“.

Fehlende Akteure auf beiden Seiten

Fehlen wird den Lechstädtern dabei allerdings Mittelfeldmotor Thomas Spannenberger. Dieser hatte gegen Mering nach einer Tätlichkeit Rot gesehen und ist gesperrt. Eine Undiszipliniertheit, welche den TSV teuer zu stehen kommen könnte. Denn Spannenberger wird nicht leicht zu ersetzen sein.

Fehlende Spieler sind derzeit auch das Dauerthema beim SV Erlbach. Das Lazarett bestand vor den Aufeinandertreffen mit Deisenhofen bereits aus Stefan Schaumeier, Walter Kirschner, Sebastian Spinner und Johannes Penkner. Spinner und Penkner werden am Mittwoch zwar wieder zurück im Kader sein, jedoch hat sich im Rückspiel gegen den FCD am vergangenen Samstag mit Johannes Maier ein weiterer absoluter Leistungsträger verletzt.

Der offensive Mittelfeldspieler, der zu den tragenden Säulen der Holzland-Truppe gehört, hat sich eine Kapselverletzung im Sprunggelenk zugezogen und fällt für den Rest der Saison aus. Glück im Unglück für Maier – der befürchtete Syndesmosebandriss bewahrheitete sich nicht. Maier wird also etwa drei bis vier Wochen ausfallen und noch während der Vorbereitung auf die neue Saison wieder einsteigen können.

Wieviel Kraft hat das Duell mit Deisenhofen gekostet?

Gegen Deisenhofen in Runde Eins hatte es gerade so noch einmal gereicht – allerdings hat es auch unfassbar viel Kraft gekostet. Nach ihrem Sieg in Deisenhofen agierte die Elf von Robert Berg zuhause äußerst defensiv und war mit einer Fünferkette darauf aus, den Vorsprung aus dem Hinspiel zu verwalten und einen entscheidenden Konter zu setzen. Das ging gut – allerdings mussten die Gastgeber zum Ende des Rückspiels nach dem Platzverweis für Kapitän Peter Schreiner noch einmal gehörig Zittern. Und war am Ende ihrer Kräfte. Eine jederzeit möglich Verlängerung wäre wohl nicht gut für den SVE ausgegangen.

Trozdem ist Coach Berg optimistisch: „Meine Jungs sind stark und stehen körperlich im Saft. Wir werden wieder topfit sein für das Duell mit Landsberg! Die Pause von Samstag bis Mittwoch war lang genug. Das sind ja alles junge Burschen. Und wir haben dementsprechend auch im Training Wert auf Regeneration gelegt.“

"In einer Relegation muss Mentalität Qualität schlagen!"

Den Schlüssel zum Erfolg in dieser zweiten Relegationsrunde macht er im Kopf aus – und vertraut voll auf den besonderen Charakter seiner Mannschaft: „Die Frage wird sein: Können wir nochmal alles abrufen und aufs Feld bringen? Ob dann die Qualität reicht um Landsberg zu schlagen? Mal schaun. In dieser zugespitzten Extremphase einer Relegation am Saisonende muss Mentalität Qualität schlagen! Und die Mentalität haben wir!“

Entsprechend hoffnungsvoll und mit dem Blick nach vorne geht Berg mit seiner Elf auch in die beiden Spiele gegen die Lechstädter: „Auch wir haben eine junge Truppe, die natürlich ständig dazulernt. Wir haben in Deisenhofen gelernt und auch zuhause gegen sie. Die Erfahrungen, die Du in so einer Relegation machst, sind unbezahlbar. Und der Faktor, wie sehr es zusammenschweißt, wenn Du als Mannschaft so ein enges Duell überstehst ebenso. Das bringt unendlich viel Selbstvertrauen! Und setzt im Kopf noch einmal zusätzliche Kräfte frei!“

Ausgeglichene Bilanz in der regulären Runde

In der regulären Saison hatten die Erlbacher ihr Heimspiel gegen den TSV 1882 Landsberg verloren. Allerdings durch Tore zu äußerst unglücklichen Momenten. Die Gegentreffer fielen in der ersten und 86. Minute. Ansonsten war man weitestgehend ebenbürtig. Und beide Tore erzielte damals eben jener Salemovic – ohne den der TSV nicht mehr derselbe ist.

Im Rückspiel am Lech gewann jedoch die Elf aus dem Holzland durch Treffer von Christoph Jäger und Harald Bonimeier. Für Landsberg war es wiederum Salemovic, der einen Treffer beisteuerte. Auf ihn werden sich die Landsberger nun nicht mehr verlassen können – dies und die beiden Ergebnisse sprechen tatsächlich dafür, dass uns ein enges Duell erwartet, in dem für beide alles möglich ist.

Beide Trainer wollen ein Resultat, das ihnen fürs Rückspiel alles offen lässt

So sehen es auch beide Trainer. Landsbergs Mann an der Seitenlinie Kresin gibt vor dem ersten Aufeinandertreffen in Erlbach folgende Losung aus: “Für uns wird es wichtig sein, dass wir auf Tuchfühlung bleiben und dann am Samstag zuhause den Sack zu machen können! Wir haben in der Relegation einmal zu Null gespielt und jetzt auch wieder das Glück im Abschluss, das uns in den letzten sechs oder sieben Punktspielen gefehlt hat.“

Sein Gegenüber Berg schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Wer denkt, wir können nur ein System spielen und davon keine Variation, der täuscht sich. Wir möchten, wie schon in Deisenhofen, auch unsere Möglichkeiten suchen – dabei allerdings auch unsere Balance finden und halten. Nicht das nach dem Hinspiel schon alles vor bei ist. Denn dieses Ding wird in zwei Spielen entschieden. Und wir brauchen zwei gute Tage um durchzukommen!“

Quelle: rosenheim24.de

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