Laut Medienbericht

Geplante Anschläge von Düsseldorf: Hatte Tippgeber Kontakt zum BND?

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Der Bundesnachrichtendienst hatte möglicherweise über eine Quelle Kontakt zum Tipp-Geber.

Düsseldorf - Im Juni stellte sich in Paris ein Mann, der Hinweise auf einen Anschlag in Düsseldorf lieferte. Die Behörden griffen ein. Möglicherweise stand der Mann aber schon vorher in Kontakt zum BND.

Der in Paris im Zusammenhang mit möglichenIS-Anschlagsplänen in Düsseldorf inhaftierte Tippgeber Saleh A. hatte nach einem Zeitungsbericht Kontakte zum Bundesnachrichtendienst (BND). Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ soll eine Quelle des deutschen Auslandsgeheimdienstes, die mehrfach im BND-Auftrag in den Nahen Osten gereist sei, den geständigen 25-Jährigen als „Informanten“ geführt haben. Es gebe zwar keine unmittelbare Verbindung zwischen dem Syrer und dem BND, er sei aber „Zuträger“ einer wichtigen BND-Quelle.

Der BND erklärte auf Anfrage, man äußere sich zu operativen Aspekten seiner Arbeit ausschließlich gegenüber der Bundesregierung und den zuständigen Gremien des Bundestages.

Saleh A. verriet angebliche Terrorkomplizen

Saleh A., der früher in einer Flüchtlingsunterkunft in Kaarst bei Düsseldorf lebte, hatte sich im Februar in Paris den Behörden offenbart und angebliche Terrorkomplizen verraten. Demnach sollten sich zwei Attentäter im Auftrag der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in der Düsseldorfer Altstadt in die Luft sprengen, weitere dann mit Schusswaffen und Sprengsätzen so viele Menschen wie möglich töten. Konkrete Vorbereitungen gab es nach Erkenntnissen der Ermittler noch nicht.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe übernahm den Fall. Anfang Juni wurden drei mutmaßliche Komplizen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg festgenommen. Mittlerweile gibt es laut „Welt am Sonntag“ bei Sicherheitsbehörden und Justiz erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen von Saleh A. Der Mann, der von den Ermittlern als „Selbstanbieter“ bezeichnet werde, soll sich mehrfach in Widersprüche verstrickt haben. Zudem lägen keine konkreten Beweise vor, dass tatsächlich Attentate vorbereitet wurden.

dpa

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