Karlsruhe soll entscheiden

Homo-Ehe: Seehofer wehrt sich gegen Hektik

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CSU-Chef Horst Seehofer

München - CSU-Chef Horst Seehofer will in Sachen Homo-Ehe auf keinen Fall etwas überstürzen. Sein Motto lautet deshalb: Abwarten und schauen, was Karlsruhe vorschlägt. Bei Dobrindt schaltet er unterdessen auf Durchzug.

Im Streit über die Gleichstellung homosexueller Paare mit der Ehe hofft CSU-Chef Horst Seehofer auf klarstellende Worte des Bundesverfassungsgerichts und wehrt sich gegen Hektik in der Union. Man sei sich bei CDU und CSU einig, nun die Entscheidung der Karlsruher Richter abzuwarten, sagte Seehofer am Montag vor einer gemeinsamen Sitzung des CSU-Präsidiums mit der Spitze des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) in München. Er hoffe, „dass sich das Bundesverfassungsgericht auch mit der besonderen Stellung von Ehe und Familie auseinandersetzt und diese auch entsprechend würdigt“.

Zugleich betonte Seehofer erneut, dass es der CSU um den besonderen Schutz von Ehe und Familie gehe - ohne aber gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften „zu diskriminieren oder gar auszugrenzen“. Er habe Respekt „auch vor diesen Lebensgemeinschaften, soweit dort Verantwortung und Sorge füreinander gelebt werden“. „Aber das darf nicht unsere Grundfesten infrage stellen, nämlich auch in der Zukunft Ehe und Familie besonders zu schützen und auch zu unterstützen“, betonte der CSU-Vorsitzende.

Seehofer: "Kommentiere keine Äußerungen vom Wochenende"

Seehofer mahnte in der Debatte über die Gleichstellung homosexueller Paare und über die Zukunft des Ehegattensplittings erneut zur Ruhe. Ehegatten-, Eltern- oder Familiensplitting seien fachlich sehr komplizierte Gebilde. „Man sollte vorurteilsfrei und ohne Hektik und sehr, sehr sachbezogen diese Dinge durchleuchten - und wenn dies geschehen ist, kann man vernünftige Entscheidungen fällen. Alles andere ist mir zu hektisch.“

Eine umstrittene Äußerung von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt vom Wochenende wollte Seehofer nicht bewerten. „Ach, wissen Sie, ich beteilige mich schön länger nicht mehr an dem Ritual, dass ich am Montag die Interviews des Wochenendes kommentiere“, sagte er. Für die ganze CSU gilt diese Position, die ich Ihnen geschildert habe. Und ich weiß, dass unser Generalsekretär genauso denkt.“ Dobrindt hatte der „Welt am Sonntag“ gesagt: „Die Union als Volkspartei hat die Aufgabe, der stillen Mehrheit eine Stimme zu geben gegen eine schrille Minderheit.“

ZdK-Präsident Alois Glück kritisierte die aktuelle „Aufgeregtheit“ in der ganzen Debatte und mahnte wie Seehofer zur Ruhe. Der langjährige CSU-Spitzenpolitiker wandte sich dagegen, in einer solchen Stimmung möglichst schnell etwas zu verändern. Nötig sei eine ernsthafte und intensive Debatte über Ehe und Familie.

dpa

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