Bündnispartner nötig

Regierende Islamisten gewinnen Parlamentswahl in Marokko

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Eine Frau wirf in Rabat ihren Stimmzettel in eine Wahlurne. Foto: Abdelhak Senna

Die Bürger Marrokos haben für Kontinuität gestimmt. Die regierenden Islamisten sind weiter stärkste Kraft. Doch sie müssen an den Verhandlungstisch.

Rabat (dpa) - Die regierenden Islamisten haben sich bei der Parlamentswahl in Marokko als stärkste Kraft behauptet.

Die moderate islamistische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD), die seit 2011 eine Koalition mit Liberalen, Kommunisten und Königstreuen anführt, habe 125 der 395 Sitze errungen, teilte das Innenministerium in der Hauptstadt Rabat mit. Sie muss aber erneut ein Bündnis mit anderen Kräften schmieden, um an der Macht zu bleiben.

Regierungschef Abdelilah Benkirane, der zugleich PJD-Generalsekretär ist, pries das Ergebnis als "Sieg der Demokratie". Ein Bündnis mit der königsnahen Partei der Authentizität und Modernität (PAM), das dem Innenministerium zufolge auf 102 Mandate kommt und damit zweitstärkste Kraft ist, schloss Benkirane aus. "Mit den anderen Parteien ist alles möglich."

Die drittstärkste Fraktion sind die Konservativen der Unabhängigkeitspartei, die den Ergebnissen zufolge 46 Sitze errangen. Die Wahlbeteiligung bei den knapp 16 Millionen registrierten Wählern in dem nordafrikanischen Land habe bei 43 Prozent gelegen.

Die PJD hatte im Wahlkampf mit der Fortsetzung der Sozial- und Wirtschaftsreformen geworben. Die PAM präsentierte sich dagegen als liberale Partei und stellte die Themen Freiheit und Frauenrechte in den Vordergrund. Sie befürchtet eine schleichende Islamisierung des Königreiches.

Das Land kämpft mit großen Problemen im Bildungsbereich, mit Korruption und einer hohen Jugendarbeitslosigkeit, an der auch die Reformen nach den arabischen Aufständen 2011 wenig geändert haben. Anders als viele Krisenländer in der arabischen Welt ist Marokko aber stabil. Die Monarchie gilt als autoritär, wichtige Entscheidungen werden von König Mohammed VI. getroffen.

Mehr als 30 Parteien waren zur Wahl am Freitag angetreten. Die Abstimmung wurde von mehr als 4500 Wahlbeobachtern begleitet.

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