Bei Morden an Migranten und Kindern

Jetzt fordert Anwalt den DNA-Abgleich mit Böhnhardt

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Hat er noch weit mehr Menschen auf dem Gewissen? Uwe Böhnhardt könnte auch die kleine Peggy und weitere Kinder ermordet haben.

München - Hat Uwe Böhnhardt viel mehr Menschen ermordet als bisher bekannt ist? Um diese Frage zu beantworten, soll die DNA des verstorbenen NSU-Mitglieds nun abgeglichen werden.

Angesichts der möglichen Verbindung zwischen dem Mordfall Peggy und dem rechtsextremen NSU hat ein Opferanwalt neue Nachforschungen zu ungeklärten Tötungsdelikten an Migranten und Kindern gefordert. Einen Datenabgleich mit der DNA von NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt müsse es nun für solche Fälle ab 1990 geben, sagte Mehmet Daimagüler der Passauer Neuen Presse vom Samstag. Sonst bleibe das Versprechen der vollständigen Aufklärung der NSU-Mordserie "nur Makulatur".

Laut Daimagüler gab es seit 1990 allein mehr als 700 ungeklärte Tötungsdelikte an Migranten. Ein DNA-Abgleich mit den NSU-Mitgliedern sei "mit großem Aufwand verbunden, aber es führt kein Weg daran vorbei".

Im Zuge der Ermittlungen zu dem bis heute nicht aufgeklärten Mord an der neunjährigen Peggy waren in der Nähe des Fundortes der Leiche vor kurzem DNA-Spuren von Böhnhardt entdeckt worden. Ob Böhnhardt etwas mit dem Tod des Mädchens zu tun hat, muss noch ermittelt werden.

Peggy schon vor 15 Jahren verschwunden

Peggy war 2001 in Oberfranken auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Erst im Juli dieses Jahres wurde in einem Waldstück in Thüringen ein Skelett gefunden, das Ermittler ihr eindeutig zuordneten.

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) wird für eine Mordserie mit zehn Toten verantwortlich gemacht, außerdem für zwei Bombenanschläge. Die Opfer waren zum allergrößten Teil Migranten.

Neben Böhnhardt gehörten dem NSU Uwe Mundlos sowie Beate Zschäpe an, die derzeit in München vor Gericht steht. Böhnhardt und Mundlos nahmen sich 2011 nach bisherigen Erkenntnissen das Leben.

afp

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