Minister auf diplomatischer Mission

Milchkrise: Brunner sucht Unterstützung Frankreichs

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München - In der Milchkrise ist Agrarminister Brunner auf europäischer Ebene in diplomatischer Mission unterwegs und sagt: "Wir müssen an die Beschränkung der Milchmenge ran."

Die Staatsregierung sucht im Kampf gegen den dramatischen Preisverfall bei Milch die Unterstützung Frankreichs. Agrarminister Helmut Brunner (CSU) hat sich daher in Paris mit seinem französischen Amtskollegen Stéphane Le Foll getroffen - und ist nach seiner Rückkehr zufrieden, dass die französische Regierung in eine ähnliche Richtung steuert wie die Staatsregierung. „Auch die Franzosen sind der Meinung, dass wir mit finanziellen Hilfen allein das Problem nicht lösen werden“, sagte Brunner am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir müssen an die Beschränkung der Milchmenge ran.“

Der Anlass für Brunners diplomatische Mission: Am 15. Juli wollen sich die deutschen Länderagrarminister mit EU-Agrarkommissar Phil Hogan, Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) und Le Foll in Brüssel zu einer Sonderkonferenz treffen, um nach einem Ausweg aus der Milchkrise zu suchen. Am 23. Juli tagt dann der Agrarrat der EU.

Der Wegfall der europäischen Milchquote im vergangenen Jahr hat zu einem rapiden Preisverfall der Erzeugerpreise geführt, weil die Milchbauern in mehreren europäischen Ländern ihre Produktion seither massiv erhöht haben - in Irland um 35 Prozent, in Dänemark um 20 Prozent und in den Niederlanden um 19 Prozent.

Brüssel soll Milchproduktion vorübergehend beschränken

Brunner und die Staatsregierung fordern ein Einschreiten der EU: Brüssel soll die Milchproduktion vorübergehend beschränken, um die Preise zu stabilisieren. In Bayern bekommen die Bauern derzeit im Schnitt noch zwischen 24 und 28 Cent pro Kilo Milch - mehr als im Rest Deutschlands, aber nicht genug, um die Produktionskosten zu decken. Deswegen sind viele Milchbetriebe in ihrer Existenz gefährdet.

Diskutiert werden zwei Modelle: Ein Zuschuss der EU für die Milchbauern, die ihre Produktion freiwillig herunterfahren, oder eine verpflichtende Vorgabe Brüssels ohne finanzielle Entschädigung für die einzelnen Betriebe. Die französische Regierung ist nach Brunners Worten „für beide Optionen offen“.

Brunner und die Staatsregierung favorisieren das zweite Modell. Der bayerische Agrarminister hat eine europaweite Reduzierung der Milchproduktion um fünf Prozent für ein halbes Jahr ins Spiel gebracht. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) allerdings sieht eine solche verpflichtende Reduktion der Milchproduktion nach wie vor skeptisch. Brunner dagegen betonte: „Das ist aus meiner Sicht die am wenigsten bürokratische und auch für die Steuerzahler günstigste Lösung.“ Der erhoffte Effekt ist, dass die Milchpreise bei einer Verknappung des derzeitigen Überangebots wieder steigen.

 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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