Mehr US-Drohnenangriffe als je zuvor

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Ein undatiertes Handout der US Air Force zeigt eine Drohne vom Typ MQ-1 Predator.

New York - Der US-Geheimdienst CIA hat in diesem Monat mehr Drohnenangriffe gegen mutmaßliche Aufständische im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan geflogen als je zuvor.

Die “New York Times“ berichtete am Dienstag unter Berufung auf offizielle amerikanische Quellen, die Angriffe mit unbemannten Flugzeugen seien “drastisch“ verstärkt worden. Das sei Teil der Anstrengungen, den Taliban auf der pakistanischen Seite der Grenze zuzusetzen, von wo aus sie Angriffe auf US-Truppen in Afghanistan planen.

Die “New York Times“ schrieb, seit Monatsbeginn habe die CIA bereits 20 Angriffe mit Drohnen ausgeführt. Das sei mehr als doppelt soviel wie im Monatsdurchschnitt. Die Raketenangriffe spiegelten auch die wachsende Frustration in Afghanistan und den USA, dass die pakistanische Regierung nicht aggressiv genug gegen Aufständische in den Stammesgebieten an der Grenze vorgehe.

Nach Zählung der Nachrichtenagentur dpa kam es im September bis zum bislang letzten Angriff am Montag bereits zu mindestens 21 Drohnenangriffen. Dutzende mutmaßliche Aufständische wurden getötet. Im gesamten vergangenen Jahr wurden rund 75 solcher Angriffe im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan bekannt.

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Offiziell verurteilt die Regierung in Islamabad die Angriffe mit Drohnen, unter der Hand duldet sie sie aber. Die pakistanische Armee lieferte den Amerikanern nach Angaben aus Sicherheitskreisen in der Vergangenheit Zieldaten für die Luftschläge. Die ferngesteuerten unbemannten Flugzeuge sind mit Raketen ausgerüstet.

Für heftige Proteste Islamabads am Montag hatten Hubschrauberangriffe der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF im Grenzgebiet gesorgt, bei denen Dutzende Aufständische getötet worden waren. Die pakistanische Regierung drohte mit “entsprechenden“ Gegenmaßnahmen, sollten die Angriffe fortgesetzt werden.

“Diese Zwischenfälle sind ein klarer Verstoß gegen das UN-Mandat, auf dessen Grundlage die Internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF im Einsatz steht“, sagte Außenamtssprecher Abdul Basit in Islamabad. Diese Mandat ende an der afghanischen Grenze. Die NATO-geführte ISAF gab zwar Luftangriffe im Grenzgebiet zu, betonte aber in der Nacht zu Dienstag, zu keinem Zeitpunkt seien Bodentruppen auf pakistanisches Gelände vorgedrungen.

dpa

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