De Maizière (CDU) nennt neue Zahlen

Deutlich weniger Flüchtlinge kommen nach Deutschland

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Berlin - Die Zahl der neuen Asylsuchenden in Deutschland ist im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Von Anfang Januar bis Ende Juni 2016 wurden insgesamt 222.264 Neuankömmlinge registriert.

Im gesamten vergangenen Jahr waren es bundesweit insgesamt 1,1 Millionen. Die neuen Zahl teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Freitag in Berlin mit. Annähernd 75.000 davon kamen aus Syrien. Weitere wichtige Herkunftsländer waren Afghanistan (39.000) und der Irak (38 000).

De Maizière: Maßnahmen greifen

Als Gründe für den Rückgang nannte de Maizière die Schließung der sogenannten Balkanroute sowie die Vereinbarungen zwischen der EU und der Türkei. „Wir sehen daran, dass die Maßnahmen auf deutscher und europäischer Ebene greifen.“ Der Minister fügte hinzu: „Die Flüchtlingskrise ist zwar nicht gelöst. Aber ihre Lösung kommt in Europa gut und in Deutschland sehr gut voran.“ Auf eine Prognose für das Gesamtjahr wollte sich de Maizière trotzdem nicht festlegen. Dazu sei die Situation noch zu „labil“.

Die größte Gruppe der neu registrierten Asylsuchenden - annähernd 75.000 - kam auch im ersten Halbjahr aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Weitere wichtige Herkunftsländer waren Afghanistan (39.000) und der Irak (38.000), gefolgt vom Iran (9200) und Russland (5300).

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 sanken die Zahlen ebenfalls. Damals waren nach Angaben des Nürnberger Bundesamts für Migration und Flüchtlinge etwa 227 000 Asylsuchende neu erfasst worden. Die Zahlen gingen dann allerdings nach dem Sommer richtig in die Höhe. Im zweiten Halbjahr 2015 waren es mehr als 865 000.

Seit Jahresbeginn ging die Zahl der registrierten Asylsuchenden praktisch auch von Monat zu Monat zurück. Im Januar wurden von dem bundesweiten Erfassungssystem (Easy) noch mehr als 91 000 Neuankömmlinge gezählt. Im Juni waren es bundesweit nur noch etwa 16 300. In der ersten Juli-Woche waren es nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ etwa 3000.

Pro Asyl: „Kein Grund zur Freude, sondern zur Besorgnis“

Der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt, sagte, die Entwicklung sei „kein Grund zur Freude, sondern zur Besorgnis“.In Deutschland stünden Unterkünfte leer, während in Griechenland Flüchtlinge auf der Straße lebten und oft über Monate nicht einmal die Chance auf Registrierung ihres Asylgesuchs bekämen. Die Hilfsorganisation Medico International warf der Bundesregierung vor, sie betreibe eine Politik der „Flüchtlingsabwehr“.

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr annähernd 397.000 Asylanträge gestellt - mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Annähernd 149.000 Menschen wurden als Flüchtlinge anerkannt. Abgelehnt wurden mehr als 70.000 Anträge. Nach Angaben des Innenministers verließen bis Ende Mai etwa 25.000 Flüchtlinge Deutschland wieder freiwillig. Zudem habe es etwa 12.000 Abschiebungen gegeben.

dpa

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