Für 2,7 Millionen Euro

Großbritannien will Mauer gegen Flüchtlinge bauen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Großbritannien plant den Bau einer kilometerlangen Mauer in Calais, um illegale Flüchtlinge abzuwehren.

London - Um illegale Einwanderer abzuwehren, will Großbritannien im französischen Calais eine meterhohe Mauer errichten - in Bulgarien werden Flüchtlinge für einen Waldbrand verantwortlich gemacht.

Die Bauarbeiten für die vier Meter hohe und einen Kilometer lange Mauer an der Zufahrtsstraße zum Hafen sollten noch in diesem Monat beginnen, erklärte das Innenministerium in London am Mittwoch. Das Bauwerk soll einen bereits bestehenden Zaun am Eingang zum Eurotunnel und rund um den Hafen ergänzen.

"Wir haben den Zaun gemacht, jetzt machen wir eine Mauer", sagte Innenstaatssekretär Robert Goodwill am Dienstag vor Parlamentariern. Die Mauer soll 2,7 Millionen Euro kosten, finanziert wird sie von der britischen Regierung. Frankreich und Großbritannien hatten sich im März auf den Mauerbau geeinigt.

Tausende Flüchtlinge campieren seit Jahren in einem Lager bei Calais an der Küste des Ärmelkanals, um zu versuchen, auf Lastwagen oder Fähren nach Großbritannien zu kommen.

Am Montag hatten französische Lkw-Fahrer und Bauern die Zufahrtsstraßen von und nach Calais blockiert und die Schließung des Flüchtlingslagers gefordert. Immer wieder stoppen Flüchtlinge vor dem Eingang des Hafens von Calais mit Barrikaden Lastwagen, um an Bord der Fahrzeuge versteckt auf Fähren zu gelangen. Transportunternehmen kritisieren die Zustände schon seit Langem als unhaltbar.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hatte Ende vergangener Woche zwar eine Schließung des Lagers angekündigt, einen präzisen Zeitplan nannte er aber nicht.

Bulgarien macht Flüchtlinge für Waldbrand verantwortlich

Die bulgarischen Behörden machen illegal über die Grenze gelangte Flüchtlinge für einen Waldbrand im Grenzgebiet zur Türkei verantwortlich. „Die Flüchtlinge müssen nun zur Verantwortung gezogen werden, sagte der Bürgermeister der Grenzstadt Malko Tarnowo, Ilijan Jantschew, dem bulgarischen Staatsradio. Die Anklage solle noch am Mittwoch erhoben werden.

Ermittler fanden am Brandort eine Jacke, die nach Medienberichten einem Flüchtling gehören soll. Der Mann sei mit einer Gruppe von 17 Migranten illegal über die türkische Grenze nach Bulgarien gelangt. Die später festgehaltenen Menschen hätten am Dienstag am Feuer Essen zubereitet. Dann seien sie eingeschlafen, ohne die Feuerstelle zu löschen.

Bei starkem Wind und Temperaturen um 30 Grad hatte sich das Feuer schnell ausgebreitet. Das EU-Land Bulgarien verlängert zurzeit seinen Drahtzaun zur Türkei, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Ungarische Kamerafrau ein Jahr nach Tritten gegen Flüchtlinge angeklagt

Ein Jahr, nachdem sie mit Tritten gegen Flüchtlinge weltweit Empörung ausgelöst hatte, ist eine ungarische Kamerafrau angeklagt worden. Petra L. werde Landfriedensbruch vorgeworfen, erklärte die Staatsanwaltschaft von Csongrad am Mittwoch. L. hatte unter anderem einem rennenden Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm ein Bein gestellt. Beide stürzten daraufhin zu Boden. Auf anderen Aufnahmen ist zu sehen, wie die Frau einem fliehenden Mädchen einen Tritt versetzt.

Die Vorfälle ereigneten sich im September 2015 nahe der Grenze zu Serbien, als hunderte Flüchtlinge nahe dem Ort Röszke eine Polizeiabsperrung durchbrachen. Zwar sei bei ihren "gewaltsamen Taten" niemand verletzt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Ihr Benehmen sei jedoch "geeignet, Empörung in der Öffentlichkeit auszulösen". Hinweise, dass das Verhalten der Frau "durch ethnische Erwägungen oder den Migrantenstatus der Opfer motiviert" gewesen sei, gebe es dagegen nicht.

Die Kamerafrau arbeitete für den Internet-Fernsehsender N1TV, der der rechtsextremen ungarischen Partei Jobbik nahe steht. Nach dem Vorfall wurde sie gefeuert. Im vergangenen September waren täglich tausende Flüchtlinge aus Serbien nach Ungarn gelangt. Eine Woche nach dem Vorfall in Röszke stellten ungarische Soldaten einen 175 Kilometer langen Grenzzaun fertig.

AFP/dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser