CSU-Vizevorsitz: Ramsauer kritisiert Gauweiler

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Peter Ramsauer hat Kritik an Peter Gauweiler geübt.

München - Im Kampf um einen Posten als CSU-Vizevorsitzender hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer seinen Herausforderer, den Euro-Rebellen Peter Gauweiler, angegriffen.

Im Kampf um einen Posten als CSU-Vizevorsitzender hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer seinen Herausforderer, den Euro-Rebellen Peter Gauweiler, angegriffen. Natürlich könne man über den Euro offen diskutieren, sagte Ramsauer dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“. “Allerdings darf man es sich nicht so leicht machen und jetzt jede Maßnahme zur Euro-Rettung einfach verteufeln.“ Die CSU müsse “weiter als Partei der Wirtschaft und Europas wahrgenommen“ werden.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Gauweiler sagte dem Nachrichtenmagazin, in der Europapolitik seien Entscheidungen der Partei zu oft von der Realität überholt worden. “Ich will die CSU nicht in ein konservatives Disneyland verwandeln“, betonte Gauweiler. Doch in der Europapolitik sei “vieles von dem, was wir ausdrücklich nicht mitmachen wollten, zwischenzeitlich eingetreten, ohne dass wir es verhindert hätten“.

Ramsauer machte in einem Interview mit dem “Münchner Merkur“ (Samstag) deutlich, dass er sein Amt als einer von vier Vize-Parteivorsitzenden verteidigen will. “Wer mich kennt, der weiß, dass ich in meinem Leben noch nie gekniffen habe“, sagte Ramsauer mit Blick auf Gauweilers Ankündigung, dass er gegen Ramsauer kandidieren wolle. Beim zweitägigen CSU-Parteitag, der am kommenden Freitag in Nürnberg beginnt, wird die CSU-Spitze neu gewählt. CSU-Chef Horst Seehofer stellt sich zur Wiederwahl, außerdem werden vier Vize-Parteivorsitzende gewählt.

Schützenhilfe erhielt Ramsauer von Markus Ferber, dem Chef der CSU im Europaparlament. “Eine Volkspartei muss in ihrer Europapolitik eine größere Bandbreite anbieten, als sie Gauweiler vertritt“, sagte Ferber dem “Spiegel“. Der Chef der CSU-Zukunftskommission, Manfred Weber, sagte dem Nachrichtenmagazin, die CSU bleibe aus Überzeugung proeuropäisch. “Diese Koordinaten darf niemand verschieben.“ Zugleich betonte Weber: “Wenn Gauweiler hilft, offene Flanken bei den Konservativen abzudecken, ist er herzlich willkommen.“

In der CSU wird das Duell zwischen Gauweiler und Ramsauer mit Spannung erwartet. Gauweiler hat selbst gesagt, dass er gegen keine Frau antreten und auf den Regionalproporz Rücksicht nehmen will. Damit bleibt als Kontrahent nur Ramsauer, weil zwei der Vizevorsitzenden Frauen sind - Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Bayerns Justizministerin Beate Merk. Ein dritter Kandidat, Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt, ist Franke.

Bayerns Grüne reagieren unterdessen gelassen auf einen möglichen Einzug Gauweilers in die CSU-Spitze. “Wird Gauweiler CSU-Vize, würde ich das nicht als Rechtsruck empfinden“, sagte Margarete Bause, Grünen-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, der “Welt am Sonntag“. Gauweilers Wahl “wäre eher der Ausdruck einer großen Unzufriedenheit mit einem trägen Verkehrsminister Peter Ramsauer und der Unzufriedenheit mit dem Politikstil in der CSU, in der nichts richtig diskutiert wird, siehe Energiewende.“ Der Aufwind für Gauweiler sei auch Ausdruck der Unzufriedenheit mit Parteichef Seehofer.

dpa

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