Auf Bitte der Kurden

Bundeswehr weitet Trainingsmission im Nordirak aus

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Bundesverteidigungsministerin, Ursula von der Leyen (CDU) sprach auf dem Flug nach Bagdad im Irak an Bord einer Transall C160 der Luftwaffe der Bundeswehr mit Adjutant Oberst Heico Hübner (l) und Sprecher Oberst Boris Nannt. Von der Leyen hielt sich zu politischen Gesprächen für zwei Tage im Irak auf.

Bei ihrem Einsatz im Nordirak will die Bundeswehr die kurdischen Peschmerga-Kämpfer künftig auch außerhalb der Metropole Erbil ausbilden. Damit kommt die Bundeswehr einer Bitte der Kurden nach.

Mit der räumlichen Ausweitung der Ausbildungsmission in ruhige Gebiete außerhalb der Regionalhauptstadt komme die Bundeswehr einer Bitte der Kurden nach, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstagabend in Erbil. Sie betonte, dass sich die Bundeswehr weiterhin von Kampfgebieten fernhalte: "Für uns ist oberste Priorität die Sicherheitslage."

Es sei lediglich eine "Frage der Effizienz, der Zeitersparnis", die Ausbildung auch dort anzubieten, wo sich die kurdischen Verbände aufhielten, sagte von der Leyen. Einige der Partnerländer des internationalen Einsatzes hätten dies bereits "mit großem Erfolg" gemacht. In Frage kämen für die Bundeswehr nur "ruhige Gebiete entfernt von der Front".

Zahl der Bundeswehrsoldaten im Irak bleibt gleich

Eine Änderung des vom Bundestag erteilten Einsatzmandats sei dafür nicht erforderlich, sagte von der Leyen. Auch werde die Zahl der Bundeswehrsoldaten im Irak nicht erhöht. "Das Ganze bewegt sich absolut innerhalb des Mandats", sagte sie.

Bislang konzentrierte sich die Ausbildungsmission der Bundeswehr auf ein Camp in Erbil. Derzeit sind dort rund 140 deutsche Soldaten stationiert. Nach Angaben der Ministerin bildeten sie bislang mehr als 10.000 Kämpfer im Nordirak aus. Schwerpunkt des Bundeswehr-Einsatzes im Nordirak ist laut dem Bundestagsbeschluss der "nachhaltige Fähigkeitsaufbau der irakischen Streitkräfte sowie der Sicherheitskräfte der Regierung der Region Kurdistan-Irak".

Ziel: IS in Mossul schlagen

Nach Angaben aus Bundeswehrkreisen hatten die Peschmerga darum gebeten, die Trainingseinheiten in nicht allzu großer Entfernung von den Einsatzgebieten an der Front anzubieten. Damit sollten Wege verkürzt werden, und es solle sichergestellt werden, dass die Peschmerga schnell zum Einsatz im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) abgerufen werden können. Die Anfragen sollten auf Einzelfallbasis sorgfältig geprüft werden.

Die kurdischen Verbände und die irakische Armee bereiten derzeit eine Offensive zur Rückeroberung der vom IS gehaltenen Großstadt Mossul im Nordirak vor. Gemeinsames Ziel sei es, "dass wir die Peschmerga so gut wie möglich ausbilden, dass sie diese große Aufgabe leisten, den IS auch in Mossul zu schlagen", sagte von der Leyen.

Bei ihren politischen Gesprächen in Bagdad am Donnerstag habe sie den Eindruck gewonnen, dass "darauf im Moment alles ausgerichtet" sei, sagte die Ministerin. Sie bezeichnete Mossul als die "entscheidende letzte Bastion des IS".

AFP

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