Zitat über Boateng steht in langer Tradition

AfD-Vize Gauland: Berüchtigt für Entgleisungen

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Quell unendlicher Sprüche, die für Empörung sorgen: Der stellvertretenden AfD-Vorsitzende Alexander Gauland.

Berlin - Fragwürdige Gauland-Sprüche und kein Ende: Der AfD-Vize ist berüchtigt für umstrittene Zitate. Die jüngste Entgleisung, der Fußballstar Jérôme Boateng zum Opfer fiel, ist vorläufiger Höhepunkt einer langen Liste.

Alexander Gauland hat nicht nur in den sozialen Medien viel Gegenwind und Kritik abbekommen, nachdem der stellvertretende AfD-Vorsitzende den Fußballer Jérôme Boateng verunglimpft hatte. In einem Gespräch mit der er „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) hatte der 75-jährige Gauland mit Bezug auf den Nationalspieler gesagt: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Damit löste Gauland einen Sturm der Empörung aus.

"Nicht von Kinderaugen erpressen lassen"

Eine Auswahl von umstrittenen Gauland-Zitaten aus den letzten Monaten:

  • „Wir müssen die Grenzen dichtmachen und dann die grausamen Bilder aushalten. Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen.“ (Gauland zur Flüchtlingspolitik)
  • "Man kann sich nicht einfach überrollen lassen. Einen Wasserrohrbruch dichten Sie auch ab". (zur Flüchtlingspolitik)

Gauland-Zitate zum Islam 

  • „Der Islam ist ein Fremdkörper in Deutschland.“

  • „Wir sollten eine Einwanderung von Menschen, die unserer kulturellen Tradition völlig fremd sind, nicht weiter fördern, ja wir sollten sie verhindern.“ 

  • „Es gibt kulturelle Traditionen, die es sehr schwer haben, sich hier zu integrieren. Von dieser kulturellen Tradition möchte ich keine weitere Zuwanderung. Diese kulturelle Tradition ist im Nahen Osten zu Hause.“ (Gauland am 28. Januar 2015 im „Tagesspiegel“.)

  • „Ich glaube einfach, dass der Islam in seiner heutigen Form nicht integrierbar ist in eine westliche Gesellschaft, viele Einzelne schon, der Islam nicht.“ (Gauland am 13. April 2016 in der „Zeit“.)

  • „Das Minarett und der Ruf des Muezzin sind für uns Ausdruck eben jenes politischen Anspruchs an die Gesellschaft, den wir nicht haben wollen.“ (Gauland am 2. Mai 2016 im Deutschlandfunk.)
  • Die Forderung des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, den Islamunterricht auf alle Schulen auszuweiten, nannte Gauland „irre“. Der Afd-Vize sagte dazu außerdem: „Einmal abgesehen davon, dass wir derzeit viel wichtigere Baustellen im Schulunterricht haben, kann es nicht wahr sein, dass ein christlicher Bischof den Islam fördert“.

Weitere Gauland-Zitate

  • Beim Katholikentag in Leipzig war die AfD nicht eingeladen. AfD-Funktionäre reagierten darauf mit heftiger Kritik. Gauland warf den Kirchen in Sachen Flüchtlingspolitik den Versuch vor, „den Staat zu manipulieren“.
  • "Man muss den FN ja nicht lieben" ... "Aber es kann der Moment kommen, in dem man sagen muss, wir können mit dem FN zusammenwirken, auch wenn wir nicht mit allem einverstanden sind, wofür er steht." (zu einem möglichen Beitritt seiner Partei zu einer neuen Europafraktion unter Beteiligung der rechtsextremen französischen Front National (FN))
  • „Wir sind die Opposition, die die anderen vor sich hertreiben“ (zu den Erfolgen seiner Partei bei den Landtagswahlen als klare Absage an die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel)

So reagierte übrigens Jerome Boateng auf die Aussage Gaulands: "Kann ich nur drüber lächeln."

js

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