Mit ihren Gasgeneratoren für Airbags und Gurtstraffer ist die TRW Airbag Systems GmbH weltweit präsent. Jeder vierte Generator kommt heute aus den beiden Werken des Unternehmens, das am Wochenende in Aschau seine Türen für die Angehörigen der Mitarbeiter und die interessierte Bevölkerung öffnete.
Unter den zahlreichen Besuchern, die die Gelegenheit nutzten, das Werk bei einem Rundgang in Augenschien zu nehmen, hieß Geschäftsführer Richard Stanzel auch Politiker aus der Region willkommen, unter ihnen Stephan Mayer. „Die Umsatzzahl ist aller Ehren wert“, lobte der Bundestagsabgeordnete die Entwicklung des Unternehmens. 2011 hat die GmbH 417 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, womit der Wert des Erfolgsjahres 2010 (443 Millionen Euro) nicht erreicht wurde. Dennoch prophezeite Mayer dem Unternehmen eine rosige Zukunft.
„In den letzten Jahren wurde viel in den Standort Aschau investiert, vor allem in die Entwicklung“, so Mayer. Dies stimme ihn zuversichtlich für die Zukunft.
Trotzt schwankender Umsatzzahlen wächst die Belegschaft von TRW laut Angaben der Geschäftsleitung beinahe stetig. So ging die Zahl der Beschäftigten in den letzten zehn Jahren lediglich einmal zurück. 2011 vergrößerte das Unternehmen seine Belegschaft von 1517 auf 1551 Mitarbeiter. Davon arbeiten 950 in Aschau und 601 im 1996 gebauten Werk in Laage bei Rostock.
Geschäftsführer Richard Stanzel bereitet der Fachkräftemangel derzeit noch wenig Sorgen. "Wir haben keine großen Einstellungswellen. Die Fluktuation, die wir haben, können wir auffangen." TRW arbeite bei Neuanstellung vor allem mit Zeitarbeitsfirmen, wobei die Zeitarbeiter nach einiger Zeit häufig fest übernommen werden. "Wenn sie gute Arbeit leisten und auch bei uns bleiben wollen", erklärte Stanzel.
Dennoch sieht das Unternehmen Handlungsbedarf seitens der Politik. Harald Lutz, Direktor der Produktlinie Gasgeneratoren, forderte in seiner Ansprache Investitionen in die Infrastruktur. "Eine Autobahnanbindung würde uns sehr helfen. Viele aus München trauen sich nicht hier raus." Stephan Mayer indes lobte den Baufortschritt der A94. "Überall, wo Baurecht besteht, wird gebaut." Dennoch versprach er, "alles dafür zu tun, dass die A94 und der zweigleisige Bahnausbau schneller vorangehen als bisher."
China als wichtiger Markt
Die TRW Airbag Systems GmbH gehört zu TRW Automotive, ein in über 26 Ländern vertretener Konzern mit Hauptsitz in Livonia, USA. Doch auch die TRW Airbag Systems GmbH ist mit ihren Gasgeneratoren weltweit präsent. Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte ist die Eröffnung eines Werks in Xi'an in China. "Seit Frühjahr produzieren wir in China, ab August läuft die Produktion richtig an", berichtete Geschäftsführer Richard Stanzel. Auf dem globalen Automobilmarkt müsse man global produzieren. "Nur wenn wir in Asien produzieren, haben wir Zugang zu den asiatischen Automobilherstellern, vor allem den chinesischen."
Für die deutschen Standorte bedeute das Engagement in China zunächst viel Arbeit. "Vom Ingenieur, über die Techniker und Mechaniker, bis hin zum Bediener der Maschinen schicken wir Leute nach China, um das Werk aufzubauen." Gerade das Qualitätsmanagement am neuen Standort stehe dabei im Fokus.
Die Euro- und Schuldenkrise sieht Stanzel gelassen. Alle Prognosen über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Euroraumes bezeichnete er als "Hypothese". Wichtig sei, dass die Politiker nicht in Panik verfallen, da die Infrastruktur und Arbeitseinstellung in Mitteleuropa hervorragend sei. "Es muss aber weiter in die Infrastruktur - zum Beispiel in die A94 und den zweigleisigen Bahnausbau - investiert werden." TRW selbst sieht Stanzel gut gerüstet für die Zukunft. "VW als unser größter Kunde ist weltweit aufgestellt. Wenn man gut aufgestellt ist, kann man mit einer Krise leben."
Zum Abschluss ihres Besuches besichtigten die Politiker, unter ihnen auch stellvertretende Landrätin Eva Köhr sowie die Bürgermeister von Aschau, Waldkraiburg und Mühldorf, Alois Salzeder, Siegfried Klika und Günter Knoblauch, das Werksgelände.
bla/Mühldorfer Anzeiger
































