Halsbach - Wegen des erneuten Nazi-Treffens am Samstag sind Experten besorgt um die Gemeinde. "Die Bürger müssen jetzt handeln, sonst wird es mit Halsbach bergab gehen."
Robert Andreasch ist Journalist und arbeitet seit langem unter anderem für die antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (a.i.d.a.). Andreasch kennt sich aus in der Nazi-Szene - und was er von Halsbach hört, besorgt den Journalisten enorm. Denn wie am Dienstagabend auf einer Bürgerversammlung bekannt wurde, haben sich Neonazis den ehemaligen Gasthof Gruber als Sitz ihres neu gegründeten Vereins 'Frei Räume' herausgepickt. So wollen sie hier künftig in Ruhe sogenannte Vereinsabende abhalten. "Diese Vorgehensweise ist neu," verrät Andreasch gegenüber Innsalzach24. "Es ist zwar schon ein Trend hier in Bayern, Versammlungen so legal wie möglich abzuhalten, also bei der jeweiligen Gemeinde anzumelden - einfach, damit man gegen sie nicht viel Handhabe hat. Aber einen Verein zu gründen, das ist schon neu!"
Daher begrüßt Andreasch auch den Vorstoß der Gemeinde, am Samstag zu demonstrieren. "Wird allerhöchste Zeit!" Aber der Insider fordert noch mehr. "Handwerker können sich später weigern, Schäden im Gruberwirt zu beheben. Der örtliche Bäcker kann sich weigern, den Nazis Brot zu verkaufen- da gibt es unzählige Möglichkeiten!"
Peinlich sei es auch, dass der Bayerische Verfassungsschutz sich bislang noch nicht ins Spiel gebracht habe. "Jetzt haben sie den Salat - man hätte der Gemeinde schon viel früher helfen sollen. Aber soweit ich weiß, ist nicht mal jetzt mit Präsenz zu rechnen."
ds
Rubriklistenbild: © dpa SymbolbildDie Kommentarfunktion ist bei diesem Artikel nicht aktiviert. Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.
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