Das Prinzip der Herren Pfui, Aus und Sitz

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Erklärte auch dem Salzburger Publikum höchst unterhaltsam das Prinzip Hund: Tierpsychologe Martin Rütter mit seiner Show „Hund – Deutsch / Deutsch – Hund“.

Salzburg - Nach gut zweieinhalb Stunden verließ Martin Rütter eine voll besetzte Salzburgarena, sein tierisch gutes Kabarett hatte die Besucher begeistert.

Auf den Hund ist der 41-Jährige schon lange gekommen, klar. Dabei hatte er jedoch keinen. Nur erzählt hat er, viel erzählt, von Mina, Bello, Hasso und den Herren Pfui, Aus, Sitz und Platz – denn das sind die geläufigsten Nachnamen der Lieblingsvierbeiner von Deutschen und Österreichern, an die sich die besten Freunde des Menschen längst gewöhnt haben.

Zu Beginn seiner Show räumte Martin Rütter gleich mal mit einem Irrglauben bei den Hundebesitzern im Publikum – und das war der Großteil – auf: „Wenn er Euch anspringt, wenn ihr nach Hause kommt, ist das nie Ausdruck von Freude“. Betretenes Schweigen. „Es ist ein Anbiedern, anpöbeln und alles andere als eine entspannte Situation“.

Rütter’s Tour-Programm „Hund – Deutsch / Deutsch – Hund“, das in diesem Monat zu Ende geht, zielt den kompletten Abend gekonnt auf spannende Vergleiche ab: Hund – Mensch zunächst, Hund – Männer vor allem. „Den Hunden geht’s besser als uns“ behauptet der gebürtige Duisburger. „Oder werden Sie, meine Herren, vielleicht öfter gegrault als der Hund? Klar, der Hund fühlt sich ja auch besser an“. Und Rütter weiß: Jede Frau hat mindestens fünf Fotos ihres Vierbeiners auf ihrem Handy, und meistens sogar als Hintergrundbild, während vom eigenen Mann höchstens eines gespeichert ist – obendrein zusammen mit dem Hund. Ernsthaft Gedanken sollte sich die Männerwelt jedoch in der Tat machen, wenn der Hund an Weihnachten mehr Geschenke erhält. „Klar, auch wir Männer lieben unsere Hunde, keine Frage, aber komplett anders: Wir wollen einen Kerl als Freund, einen echten Kumpel“.

Vom Leben mit Hunden

Ohne Punkt und Komma jagt Rütter das Hundethema quer über die freundlich bunt gestaltete Bühne, jongliert permanent mit dem Publikum, um sich wertvolle Infos zu holen, ob es bei den Zuschauern daheim tatsächlich so ist: „Atmet Ihr Hund sie auch wach? Kennen Sie auch Jogger, die ausgerechnet dort ihrem Sport nachgehen, wo wir unsere Hunde frei laufen lassen? Haben Sie ihre Ausstattung – Decken, Fressnäpfe, Halsbänder – auch in doppelter Ausführung? Vermeiden Sie in diesem Fall aber das blaue Halsband in Kombination mit der roten Leine, denn das geht gar nicht“.

Und Rütter beobachtet scharf, dass Bello & Co. im Alter immer schöner werden, während aus Sicht der Frauen der eigene Mann immer rundere Formen annimmt. „Es gibt Hunde mit 30 verschiedenen Gesichtsausdrücken. Außer der Mops, der hat nur zwei – er hat halt keine Möglichkeiten. Dafür beobachtet er umso besser“.

Der Moderator des VOX-Formates „Hundeprofi“ weiß, dass die schlauen Tiere ihre Besitzer manipulieren. Gibt aber in einem Atemzug eine Handvoll wertvoller Tipps, um diesem Umstand Abstand zu gebieten. „Auch wenn Ihr Hund bereits auf der Couch oder sogar in Ihrem Bett liegt... – es ist noch nicht zu spät für gute Erziehung“. Staunende Gesichter erntet Rütter auch, als er seinem Publikum – zu drei Vierteln Hundebesitzer – verspricht, dass ihre Tiere keine festen Essenszeiten brauchen: „Ich kenne Leute, die waren 15 Jahre nicht mehr im Kino, weil der Vierbeiner auf die 20 Uhr Fütterung bestand. Als das Tier gestorben war, stiegen sie auf Karpfen um“.

Tipps vom Fachmann

Natürlich ist der stets gut aufgelegte Martin Rütter vom Fach: Seit 1995 betreibt er das Zentrum für Menschen mit Hund bei Erftstadt. Deutschlandweit bildet er Hunde mit ihren Haltern nach der von ihm entwickelten Methode D.O.G.S. (Dog Orientated Guiding System = am Hund orientiertes Führungssystem) aus. Ganztägige Fachseminare können Interessierte noch in der Halle buchen, für 150 Euro vermittelt der Hundetrainer den Teilnehmern Körpersprache und Kommunikation ihres Vierbeiners.

Seit 19 Jahren ist Rütter in Sachen Hund im deutschsprachigen Raum unterwegs, Werke wie „Eine Couch für alle Felle“ oder Schlagworte wie „Der will doch nur spielen“ sowie das Motto seiner im Herbst beginnenden Tour „Der tut nix“ (dann auch wieder in Salzburg) haben sich längst einem weiten Publikumskreis erschlossen.

Ehe Martin Rütter im Anschluss an sein Bühneprogramm DVDs und Bücher im Foyer signierte, kreierte er noch den WWA, den Welt-Welpen-Abholtag – und was dabei alles falsch gemacht wird. Auf den Nachhauseweg gibt der Tierpsychologe den rund 2.500 Besuchern eine Bitte mit: „Für den Hund ist der erste Tag mit euch Stress pur. Lasst ihm Zeit, gebt ihm Ruhe, überfordert ihn nicht, damit er diese Reizüberflutung der neuen Umgebung gut übersteht“.

bit

Quelle: rosenheim24.de

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