Im Blauen Land ist 2011 Blaues Jahr - weil die Künstlergruppe Der Blaue Reiter 100 Jahre alt geworden ist und sich der Todestag König Ludwig II., dessen Lieblingsfarbe Blau war, zum 125. Mal jährte. Etliche Ausstellungen und Veranstaltungen gab es aus diesem Anlass, nun wird es im Herbst wieder etwas ruhiger. Viele Wanderer wird das freuen.
Für die 20 Kilometer lange Strecke um den Staffelsee sollte man zu Fuß einen ganzen Tag einplanen. Mit Fahrrädern, die vor Ort geliehen werden können, geht es natürlich schneller. Von Seehausen führt der Weg zunächst am Südufer des Sees entlang. Später geht es durch abgelegene Moor- und Naturschutzgebiete mit schönen Rastplätzen. Auf gut zwei Dritteln der Strecke liegt der Ferienort Uffing. Dort lädt der Gasthof “Alpenblick“ mit seinem Biergarten am Wasser zur Einkehr ein.
Hauptort des Blauen Landes ist das Städtchen Murnau, das umrahmt ist vom Murnauer Moos, dem Staffel- und dem Riegsee. In der denkmalgeschützten Fußgängerzone herrscht selbst an nebeltrüben Herbsttagen Hochbetrieb. Hauptanziehungspunkte für Touristen sind Murnaus kulturelle Attraktionen: Das Münter-Haus und das Schlossmuseum mit Bildern der Künstlergruppe Blauer Reiter um Gabriele Münter, Wassily Kandinsky und Franz Marc.
Inspiration für ihre Werke haben sich die Künstler Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem großen Teil aus der Region rund um den “blauen“ Staffelsee geholt. Das gilt auch für den Schriftsteller Ödön von Horvath, an dessen Leben und Werk eine Ausstellung im Schlossmuseum erinnert.
Ein Muss für Naturliebhaber ist die wohl schönste Wanderstrecke des Blauen Landes durch das Murnauer Moos. Allein die Kernfläche dieses für Mitteleuropa einzigartigen Areals misst rund 23 Quadratkilometer. Schon kurz nach dem Start vom Parkplatz unweit des Gasthofes “Ähndl“ lohnt ein Abstecher in eines der ältesten Gotteshäuser im Staffelseegebiet, das im 8. Jahrhundert erbaute Georgskircherl.
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Der Rundweg führt dann über weite Strecken am Lindenbach entlang. Auch wenn an manchen trüben Herbsttagen die Berge nur zu erahnen sind, kann der Blick weit über den größten Moorkomplex am Alpenrand streifen. Er beherbergt knapp 1000 Pflanzenarten, darunter seltene Gewächse wie das Karlszepter, die sibirische Schwertlilie oder den fleischfressenden Sonnentau.
Das Murnaer Moos gilt auch als größtes Vogelbrutgebiet Süddeutschlands. Ein Schild am Wegesrand warnt vor Kreuzottern. Auch Biber sind hier seit einigen Jahren wieder heimisch. Weiden am Bachufer sehen eindeutig so aus, als habe der Nager sie gefällt.
Etwa nach der Hälfte des gut zwölf Kilometer langen Rundweges kommt man zum Langen Filz, durch das ein Plankenweg führt. Große Teile dieses Hochmoores sind erst in jüngerer Vergangenheit durch die Verschließung von Entwässerungsgräben wieder “vernässt“ worden. Der Rückweg führt über einem Höhenrücken, der an klaren Tagen immer wieder Blicke über das Moos hinweg auf die Alpen ermöglicht.
Von Matthias Brunnert, dpa
DIE REISE-INFOS ZUM BLAUEN LAND
Tourismusgemeinschaft Das Blaue Land www.dasblaueland.de
Schlossmuseum Murnau www.schlossmuseum-murnau.de)
Franz Marc Museum www.franz-marc-museum.de


© dpaHerbststimmung am Staffelsee.
© dpaDas Münter-Haus: Die beiden Künstlerpaare Gabriele Münter, Wassily Kandinsky und Marianne von Werefkin Alexej Jawlensky hielten sich 1908 zum ersten Mal in Murnau zum gemeinsamen Malen auf.
© dpaEin Muss für Naturliebhaber - eine der schönsten Wanderstrecken des Blauen Landes führt durch das Murnauer Moos, eine in ganz Mitteleuropa einzigartige Landschaft.




















