An Mallorcas berühmtem Strand Es Trenc branden die Wellen klar und türkisfarben auf. Hinter dem kilometerlangen Sandstreifen ziehen sich mit Büschen bewachsene Dünen ins Land. Kein Hotelklotz stört das Bild. Die Küste im Süden der spanischen Ferieninsel ist eine der letzten Bastionen, die vom Bauwahn bis heute weitgehend verschont geblieben sind. Zahllose deutsche Touristen suchen dort im Sommer Entspannung, an heißen Tagen kann es eng werden. Dann liegen bis zu 7000 Badegäste dicht nebeneinander auf Liegestühlen und Handtüchern.
Viele Badegäste wissen nichts von dem Streit
Allerdings stehen die Chancen der Gegner nicht besonders gut. Die auf der Insel mit absoluter Mehrheit regierende konservative Volkspartei (PP) treibt das Projekt mit Volldampf voran. Die balearische Landesregierung beschleunigte sogar den Genehmigungsprozess und die Inselbehörden auf Mallorca halfen mit einem umstrittenen Eingriff in den Raumordnungsplan nach. Mit dem Bau könne in eineinhalb bis zwei Jahren begonnen werden, verkündete kürzlich Guillem Ginard, zuständiger Gemeinderat der Kommune Campos.
Bauprojekt schafft Arbeitsplätze
Die wirtschaftlich schwache Gemeinde erhofft sich einen Aufschwung von dem Komplex mit 285 Zimmern und 203 Suiten, großzügigen Sportanlagen und einer Golfschule. In den Bau sollen 120 Millionen Euro investiert werden. „Allein der Bau sorgt für 1200 Arbeitsplätze“, sagte Bürgermeister Sebastià Sagreras (PP) der „Mallorca Zeitung“. „Und von den 300 langfristigen Stellen werden ganz sicher viele für Campos abfallen.“
Um den Naturstrand ist bereits in der Vergangenheit immer wieder gerungen worden. Viele Besucher wundern sich über die hässlichen Bauruinen am Rande des Strands. Diese gehen auf den Bau von 69 Appartements zurück, der 1994 gerichtlich gestoppt wurde. Doch einen Abrisstermin gibt es bis heute nicht. Zuvor waren bereits im Jahr 1983 Pläne zum Bau einer Siedlung in nur 500 Meter Entfernung zum Strand auf heftige Proteste gestoßen. Damals warnte auch der Deutsche Bund für Vogelschutz (DBV) in einem offenen Brief an den damaligen Balearen-Premier vor den Folgen für die Umwelt und den Tourismus.
Von Silke Droll, dpa


© dpaDer Mallorquiner José María García Obes hofft auf die Unterstützung der Deutschen.
© dpaHochbetrieb herrscht am Strand von Arenal auf Mallorca.
© dpaArztpraxis in El Arenal












