Bei der Studienwahl darf geträumt werden

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Bei der Studienwahl haben viele Abiturienten Angst vor der richtigen Wahl des Fachs.

Greifswald/Rheine - Das Abitur geschafft und wie geht es weiter? Diese Frage stellen sich jedes Jahr tausende von Abgängern in Deutschland. Wer sich für ein Studium entscheidet, darf seinen Traum leben, muss aber trotzdem flexibel sein.

Die Entscheidung für ein Studienfach ist manchmal eine Entscheidung fürs Leben. Denn die Studienwahl ist ein Stück weit auch eine Berufswahl. Schulabgänger dürfen sie daher nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ob sie sich besser für Biologie oder BWL bewerben, ist aber auch eine ganz praktische Frage: Wollen sie später am Schreibtisch mit Zahlen jonglieren, im Labor experimentieren – oder lieber mit Menschen arbeiten?

Die Devise heißt also: nach vorne schauen. „Zuerst einmal muss man herausfinden, was man machen will“, sagt Studienberater Stefan Hatz von der Gesellschaft für Information, Beratung und Therapie an Hochschulen (GIBeT) in Greifswald. „Das ist oft eine sehr schwierige Frage. Denn das ist vielen Abiturienten noch gar nicht so klar.“ Sie sollten sich deswegen fragen: Welche Tätigkeit macht mir Spaß? Welche Hobbys habe ich? Was sind meine Talente? Träumen ist dabei erlaubt, findet Martin Wehrle. „Man sollte sich nicht von seinen Eltern oder Lehrern die Träume kaputtreden lassen“, sagt der Karriereberater aus Jork bei Hamburg.

Das gelte etwa für einen Filmfan, der Hollywood-Regisseur werden möchte. „Warum sollte der nicht Theaterwissenschaften studieren, statt eine Vernunftehe mit einem Job als Betriebswirt zu schließen?“ Das sieht Studienberater Hatz ähnlich: „Ein Traumjob muss nichts Unerreichbares sein.“ Vielmehr sollten Jugendliche sich konkret vorstellen, wie dieser Beruf aussehen müsste. „Dann kann man schauen, welcher Weg dahin führt.“

So ist zumindest der erste, wichtige Schritt getan. Dann muss man sich noch durch den Dschungel der Studienfächer und ihrer Varianten kämpfen – und die Auswahl ist groß. Mehr als 15 000 Studiengänge verzeichnet die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) mittlerweile. Um darunter das richtige Fach zu finden, gibt es mehrere Wege. Entweder schnappen Jugendliche sich einen Studienführer in Papierform – etwa die jährlich neu aufgelegte Broschüre „Studien- und Berufswahl“, die unter anderem von der Bundesarbeitsagentur erstellt wird. Darin können Schulabgänger nach Fachbereichen suchen und sehen dabei, welche Studiengänge darunter fallen.

Oder Jugendliche nutzen das Internet – dort gebe es ebenfalls eine Reihe von Webseiten, die dabei helfen, einen Überblick zu bekommen, sagt Otto Pompe, Berater für akademische Berufe der Arbeitsagentur in Rheine. Dort kann man zum Beispiel „Biologie“ eingeben und erhält automatisch eine Liste aller Studiengänge, die etwas mit dem Begriff zu tun haben. Es lohnt sich dabei, sich einmal durch die Treffer zu klicken – so stoßen Jugendliche eventuell auf Fächervarianten, die sie noch gar nicht kannten.

Die Entscheidung für ein Fach macht vielen Abiturienten auch Angst. Sie fürchten, dass sie einen falschen Weg einschlagen könnten. Diese Sorge sei jedoch unbegründet, findet Studienberater Hatz. Ein Studium vermittele zwar Fähigkeiten und Wissen zu einem bestimmten Themenbereich. Wo man damit später arbeitet, könne aber unterschiedlich sein.

Ein Kommunikationswissenschaftler zum Beispiel könne als Journalist arbeiten, aber auch als Politikberater oder Unternehmenssprecher. Ist die Entscheidung für ein Fach gefallen, muss man sich noch für eine Hochschule entscheiden. Wer dabei die Qual der Wahl zwischen ähnlichen Studienangeboten an mehreren Hochschulen hat, sollte sich diese Hatz zufolge genau anschauen. So lohne es sich, einmal zur Uni zu fahren, sich umzuschauen und in eine Vorlesung zu gehen. „Dann sollte man sich für die Uni entscheiden, die einem am besten gefällt und an der man sich wohlfühlt.“

ALIKI NASSOUFIS

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